Deutscher Energieriese RWE unter Druck

Der Stellenabbau bei RWE geht weiter: Deutschlands grösster Stromproduzent streicht zusätzlich 6750 Stellen. Betroffen sind vor allem Angestellte in den Gas- und Kohlekraftwerken. Doch auch die Verwaltung muss schrumpfen.

AKW lassen ihren Rauch raus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dunkle Wolken über den Kernkraftwerken des Energiekonzerns RWE. Reuters

6'200 Stellen hat der deutsche Energiegigant RWE in den letzten zwei Jahren bereits abgebaut. Nun will der Konzern angesichts stark rückläufiger Gewinne bis 2016 noch weitere 6'750 Jobs streichen. Das entspricht jedem zehnten Arbeitsplatz.

Der Konzern begründet den drastischen Einschnitt mit den Problemen auf dem Energiemarkt: Ökostrom aus Wind- und Sonnenkraft verdrängt in Deutschland zusehends die Energie aus herkömmlichen Quellen, etwa aus Gas- und Kohlekraftwerken.

«Es kämpfen alle mit den gleichen Problemen»

3:35 min, aus SRF 4 News aktuell vom 14.11.2013

Strompreis unter Druck

Folglich kann RWE seine Werke nicht mehr auf Hochtouren laufen lassen. Der Konzern überlegt sich, einige sogar ganz stillzulegen. Hinzu kommt, dass das grosse Angebot an Ökostrom den Strompreis an der Börse unter Druck gebracht hat. Auch darunter leidet RWE.

Deshalb greift der Energieversorger zum Rotstift. Betroffen seien vor allem Angestellte in der Kraftwerksparte, aber auch in der Administration, die zentralisiert werden soll.

Dividende halbiert

Neben der Belegschaft bekommen aber auch die Aktionäre den Spardruck zu spüren. Ihre Dividende wird halbiert, wie der Konzern bereits vor ein paar Wochen bekannt gegeben hat. Das trifft unter anderem Städte wie Dortmund oder Essen, die am Konzern beteiligt sind.

Ob das alles reicht, um RWE wieder auf Kurs zu bringen, ist offen. Experten gehen davon aus, dass das nicht die letzte Sparübung des Konzerns ist.