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Die Kunden freut es Preiskampf in den Weinregalen zeichnet sich ab

Schweizer Winzer freuen sich auf einen Top-Jahrgang – aber auch die ausländische Konkurrenz profitiert vom Hitzesommer.

Legende: Audio 2018 – ein guter Jahrgang für Schweizer Weine abspielen. Laufzeit 04:48 Minuten.
04:48 min, aus Echo der Zeit vom 13.12.2018.

Stand an Stand präsentieren Winzer aus der ganzen Welt an einer Weinmesse des Schweizer Grosshändlers Mövenpick in Luzern ihre Weine. Es wird degustiert, diskutiert, gestikuliert.

Unter ihnen ist auch Christoph Schwegler, Geschäftsführer der Staatskellerei Zürich. Seine Gärtanks sind voll. In diesem ertragreichen Jahr blieben auch viele Trauben in den Rebbergen zurück.

Der Schweizer ist bereit, mehr zu bezahlen.
Autor: Harald BraunsteinerWeingut Scheiblhöfer

Das habe verschiedene Gründe, erklärt Schwegler: «Es ist eine Qualitäts- und eine Verkaufsfrage. Wir können nicht einfach so 30 Prozent mehr reinholen und darauf hoffen, dass der Markt dafür bereit ist.»

Qualität bedeutet nicht Rekordverkäufe

Nur durch eine mobile Plakatwand getrennt steht Harald Braunsteiner hinter einer Reihe Flaschen und Gläser. Er ist Verkaufsleiter des österreichischen Weinguts Scheiblhofer. Auch er ist sehr zufrieden mit der Lese. Er will den guten Jahrgang nutzen, um verstärkt zu exportieren.

Wichtigster Exportmarkt ist die Schweiz: «Der Schweizer ist bereit, den Franken mehr zu bezahlen. Der deutsche Markt ist wesentlich schwieriger, die Kunden sind kostenbewusster. Das merkt man auch am Portfolio: Der Schweizer Markt konzentriert sich auf Top-Weine.»

Legende:
Top 5 der Weintrinker Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV)

Nebenan präsentiert gerade Stefano Benini seine Weine, Exportleiter des toskanischen Wein-Imperiums Frescobaldi. Mit einer tausendjährigen Geschichte im Rücken verkauft der Familienkonzern aus Florenz Wein in die ganze Welt.

Ums Schweizer Weinregal buhlt die Welt

Italien ist einer der grössten Weinproduzenten überhaupt. Dass sich Italiener wie Benini an Weinmessen in der Schweiz präsentieren, hat einen Grund: Neben Italien, den USA, Deutschland und Kanada gehört auch die Schweiz zu seinen wichtigsten Exportmärkten.

Benini präsentiert vor allem teurere Cuvées wie die «Super-Tuscans»: «Natürlich ist die Konkurrenz in der Schweiz gross», sagt er. Einerseits gebe es gute Weine aus heimischer Produktion, aus dem Wallis, dem Laveaux oder aus Zürich. Stark vertreten seien aber auch Weine aus Frankreich und der Neuen Welt. Da müssten sich italienische Produzenten zu behaupten wissen.

Die Kunden profitieren

Im Verkaufsregal müssen sich die tendenziell teureren Schweizer Weine somit gegen eine starke Konkurrenz aus dem Ausland behaupten, bestätigt Gernot Haack, der Chef von Mövenpick Schweiz: «Wir sehen durchweg einen Trend zu regionalen Produkten. Da ist es hilfreich, mit einer guten Ernte bedient worden zu sein.»

Doch der Weinkonsum in der Schweiz ist generell rückläufig. Und wenn Produzenten aus dem In- und Ausland um diese schwindende Kundschaft buhlen, profitieren zwar die Weingeniesser. Zum Beispiel von mehr Weinaktionen im Detailhandel. Die Winzer indes können aber auch für qualitativ guten Wein nicht automatisch mit höheren Margen rechnen.

Legende: Video Aus dem Archiv: Genf, der innovative Weinkanton abspielen. Laufzeit 04:35 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 12.10.2018.

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