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Wirtschaft «Die Schweiz ist keine Bananenrepublik»

Ein härteres Auftreten der Schweiz gegenüber dem Ausland – das fordert der Präsident der Bankiervereinigung Patrick Odier. Anlass seines Aufrufs sind unter anderem die Razzien, die Deutschland veranlasst hat.

Patrick Odier
Legende: Odier verlangt mehr Unterstützung durch die Politik. Keystone

Der Präsident der Bankiervereinigung, Patrick Odier, fordert mehr Unterstützung durch die offizielle Schweiz gegen ausländische Behörden, die gegen Schweizer Banken vorgehen. Anlass des Aufrufs sind unter anderem die Razzien, die Deutschland veranlasst hat.

«Unsere Behörden und Politiker müssen mehr Präsenz zeigen», sagte Odier in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Es habe zwar ein Problem mit unversteuerten Geldern gegeben. «Aber irgendwann reicht es.» Die Regeln seien heute andere und die Banken verhielten sich anders. «Das muss klipp und klar betont werden.»

Vor zehn Tagen kam es auf Bestreben deutscher Staatsanwaltschaften in mehreren Kantonen zu Razzien, unter anderem gegen die Privatbank Safra Sarasin, wegen des Verdachts auf Beihilfe zum Abgabebetrug. Kurz zuvor wurde laut Medienberichten ein Schweizer Banker in Polen festgenommen, der Uli Hoeness bei der Steuerhinterziehung geholfen haben soll. Der Haftbefehl kam aus Deutschland.

Weitere Interventionen nötig

Odier hebt lobend hervor, dass der Bundesrat gegenüber Frankreich «Unklarheiten bei Amtshilfegesuchen geklärt» habe. «Auch in anderen Ländern könnten Interventionen nötig werden. Wir können nicht alles machen, was das Ausland von uns verlangt. Die Schweiz ist keine Bananenrepublik, sondern ein souveräner Staat.»

Weiterhin «eng begleiten» sollte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf aus Odiers Sicht auch die Verhandlungen der Banken mit dem US-Justizministerium zur Beilegung des Steuerstreits. Es sei wichtig gewesen, dass Widmer-Schlumpf und ihr Staatssekretär Jacques de Watteville vor kurzem darauf gedrängt hätten, dass die USA die Abmachungen einhalten.

Bei den Verhandlungen geht es um einen Modellvertrag, den Schweizer Banken mit den USA abschliessen sollen und der aus Sicht der Institute zu weit geht. «Wir können nicht zulassen, dass das Justizministerium jetzt plötzlich weiter gehen will», als vereinbart worden sei, sagte Odier.

52 Kommentare

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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Es ist normal, dass die Regierung eines Landes die eigene Wirtschaft schützt. Fehlbahre Banker müssen gesucht und bestraft werden, die Regeln sollen angepasst werden, gleichzeitig aber soll die schweizer Wirtschaft auch wieder gute Rahmenbedingungen erhalten, wie das in Ländern wie beispielsweise den USA selbstverständlich ist. Die schweizerischen Gesetze dürfen auch gegenüber den USA vertreten werden. Eine starke und gesunde Wirtschaft- sofern sie gesellschaftliche Lasten mitträgt- nützt allen.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Asyl geben ist doch keine Sünde oder Hr. M.C. ? Die Verantwortung für die Steuerhinterziehung liegt doch eindeutig bei ihren fehlbaren Landsleuten und nicht bei den Banken und der Schweiz , lustig wie das Recht verdreht wird, nach dem Motto der Löwe hat gebrüllt nun aber raus mit dem Braten . Es liegt in der Hand ihrer D Behörden es so zu regeln, dass gar keiner in der Lage ist , Geld aus D zu schmuggeln. Anderseits will ich auch als fleissiger Sparer, nicht an die Faulpelze abgeben müssen ok?
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    Ich weiß eigentlich beim besten Willen nicht was dieser Mann bei gegebener unappetitlicher Ausgangslage vom Ausland eigentlich erwartet. Die in Deutschland durchgeführten Razzien haben ihren Grund. Die Schweiz prügelt verbal bevorzugt auf Deutschland ein, man sollte allerdings einen Leu nicht mutwillig reizen und ihn unterschätzen. Wenn man man allerdings mit den USA im Konflikt steht, zieht man Ende wie ein begossener Pudel kleinlaut den Schwanz ein und trollt sich von dannen.
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    1. Antwort von M.Kaiser, Rebstein
      Hr.M.C. Lange habe ich sie nicht mehr gelesen hier -wenn es aber darum geht, die Schweiz ins schlechte Licht zu stellen , dann sind sie sehr präsent , sie müssen eine ganz spezielle Abneigung gegen unser Land besitzen, die ich gegen Deutschland niemals aufbringen könnte - ich habe viele gute Bekannte in Deutschland , die finden die CH sehr klug , dass sie sich nicht einlullen lassen und frei bleiben sollen - die Steuerflüchtlinge aus ihrem D haben nur Asyl bekommen von den Banken in der CH .
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    2. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      @lieber Kaiser, die Schweiz muss doch nicht ICH in ein schlechtes Licht setzen, dazu braucht man mich bestimmt nicht, denn sie tut das doch facettenreich SELBER. Wer nicht mit Scheuklappen rumläuft müsste doch selbst sehen was da alles abläuft. Leider gibt es viele Eidgenossen/innen die wollen die unappetitlichen Seiten ihres Landes nicht zur Kenntnis nehmen, geschweige denn sich mit diesen auseinandersetzen und spielen am Ende die beleidigte Leberwurst. Da soll nun einer draus klug werden.
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    3. Antwort von M. Kaiser, Rebstein
      Mr. M.C., sie haben die Schweiz entgegen ihrer Aussage hier ins schlechte Licht gesetzt - sie sind genau einer dieser Leute die nicht auf die Argumente anders Denkender eingehen, sondern sich mit Polemik darüber hinwegsetzen -einfach eben Grossschnauzig. Ihre Deutschen Landsleute sind es die Steuerflucht begangen haben Hr. M. C. , das ist die Wahrheit ! Dafür müssen sie sich aufregen und nicht die Schuld auf die Asylgeber -Banken schieben .
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