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Eingeschränkte Helium-Exporte Die Schweiz spürt die Katar-Krise

Katar ist der grösste Exporteur von Helium. Wegen der Blockade kann das Land das Gas nur noch beschränkt ausführen.

Legende: Audio «Helium-Lieferschwierigkeiten wegen Katar-Krise» abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
1:43 min, aus HeuteMorgen vom 12.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Weil die Nachbarstaaten eine Blockade über Katar verhängt haben, ist es schwieriger geworden, Helium aus dem Land zu beziehen.
  • Der Schweizer Lieferant PanGas setzt auf neue Transportwege und auf seine Helium-Reserven.
  • Helium wird beispielsweise in Spitälern verwendet.

Helium ist farb- und geruchlos, geschmacksneutral und ungiftig. Und es ist unverzichtbar für alle, die etwas stark kühlen müssen. So werde Helium in Spitälern etwa für die Kühlung in der Magnetresonanztomographie eingesetzt, sagt Thomas Haefliger, Geschäftsleitungsmitglied von PanGas. Das Unternehmen vertreibt Helium und andere Gase in der Schweiz.

Helium wird nicht nur in Spitälern, sondern beispielsweise auch für das Schweissen oder für Dichtheitsprüfungen verwendet. Und nicht zuletzt steigen viele Ballone dank Helium in den Himmel. Für sein Unternehmen sei Katar ein wichtiger Helium-Lieferant, sagt Haefliger. Deshalb spüre PanGas die aktuelle Blockade Katars durch seine Nachbarstaaten. «Die Kosten für Lieferungen aus Katar sind deutlich gestiegen.»

Kleine statt grosse Schiffe

Aufgrund der Blockade müssten neue Transportwege gefunden werden, sagt Haefliger. Konkret fahren Partner von PanGas nun mit einem kleineren Schiff direkt Katar an, anstatt wie vor der Krise den Export mit grossen Schiffen ab Dubai zu organisieren.

Die Kosten für Lieferungen aus Katar sind deutlich gestiegen, weil wegen der Blockade neue Transportwege gefunden werden müssen.
Autor: Thomas HaefligerGeschäftsleitungsmitglied PanGas

Das mache die Helium-Lieferungen in die Schweiz nicht nur teurer, sondern auch umständlicher, sagt Thomas Haefliger. «Zum Glück haben wir Helium-Reserven aufgebaut, die uns nun weiterhelfen.» Um Industrie, Forschung und Spitäler weiterhin pünktlich beliefern zu können, greift PanGas auf diese Reserven zurück.

Wie lange dies ohne Einschränkung möglich ist, bleibt offen. Abnehmer wie die ETH oder das Universitätsspital Zürich spüren jedenfalls nichts von der Helium-Krise – bis jetzt zumindest.

Die Blockade Katars

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten haben vor mehr als vier Wochen alle Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Blockade über das Land verhängt. Sie werfen dem Emirat die Unterstützung von Terrorgruppen und zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran vor. Katar weist die Anschuldigungen zurück.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Auch wenn die Katarrs keine lupenreine Demokraten und die Hinweise auf die Unterstützung von Terror nicht zu leugnen sind, ändert das nichts an der Tatsache, dass ein dreistes Ultimatum mit Forderungen im Raum steht, das offensichtlich den Terrorvorwurf nur als Vorwand zur nackten Erpressung vorschiebt. KSA muss sich ziemlich sicher vor Protesten und Reaktionen des Westens fühlen, wenn sie, die selbst Terrorpaten sind, glauben, dieses dreiste Stück aufführen zu können.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Und die Reaktionen bisher geben ihnen Recht. Nicht einmal deutliche Kritik ist zu hören, obwohl Forderungen, wie die Schliessung von Al-Jazeera auf der Liste stehen, die eindeutig zeigen, dass es dabei in erster Linie um die Unterdrückung von Meinungsfreiheit geht, als um den Kampf gegen Terrorunterstützer.
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    USA verfügen über grosse Heliumvorkommen. In Texas wurde sogar die Produktion eingestellt. (Nature) das kommt doch bestimmt auch Trump sehr gelegen, den Absatz wieder zu erhöhen. America first. Nur werden sich die Preise stark erhöhen. Auch Russland aber eben, nur möglichst keinen Handel mit denen.
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  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    Wundert mich, dass Katar als groesster Erdgas und Helium Produzent grosse Gas- und Heliumtanker nicht selber laden kann und dies ab Dubai geschied. Wo ist der Sinn und Vorteil darin? Darf auch annehmen, dass die meisten Transportschiffe nicht unter der Katar Flagge operieren?
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    1. Antwort von Gerbrand Ronsmans (GRo)
      Sehr interessante Punkt den sie anschneiden. Da könnte man den Journalist bitten etwas nach zu forschen. Die Frage stellt sich auch ob die grosszügig Angebotene Reserve keine Pflichtlager sind nach Art. 102 Landesversorgung aus der Bundesverfassung. Allerdings ist diese Artikel als Marketing Ünterstutzung für PanGas und ihre Preisserhöhungen gedacht.
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