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Wirtschaft Die Weltkonjunktur schwächelt – und mit ihr das Schweizer BIP

Die aktuellen Konjunkturzahlen lösen Ernüchterung aus: Die Schweizer Wirtschaft stagniert. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) veränderte sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal nicht. Verglichen mit dem Vorjahresquartal beträgt das Wachstum lediglich 0,6 Prozent.

Legende: Video Das Seco sieht keine Trendwende abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.09.2014.

Eigentlich sollte es der Weltwirtschaft besser gehen, laut Prognosen des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco. Und eigentlich hätte auch die Schweizer Wirtschaft davon profitieren sollen. Doch daraus wurde nichts.

Der weltwirtschaftliche Aufschwung bleibt aus. Der Grund: Konflikte wie in der Ukraine, in Nahost, im Irak und Syrien schüren die Angst der Investoren. Sie halten ihr Geld zurück.

Eurozone erholt sich nicht

Zunehmend zum Hemmschuh für die Schweizer Wirtschaft wird aber die Stagnation im Euroraum. Mit Deutschland, Italien und Frankreich melden die drei grössten Länder der Eurozone schwache Wachstumszahlen.

Die Wachstumslokomotive Deutschland ist leicht ins Stottern geraten. Italien und Frankreich haben ihre Hausaufgaben nach wie vor nicht gemacht. Sie haben die Zeit bisher nicht genutzt, die ihnen die Europäische Zentralbank gekauft hat, um Reformen durchzusetzen. Dafür ist Spanien auf gutem Weg, die Sparanstrengungen der Iberer zahlen sich langsam aus.

Die hiesige Wirtschaft vermag sich nicht vom Euroraum abzukoppeln, dem wichtigsten Handelspartner der Schweiz. Im letzten Jahr gingen alleine 18,8 Prozent der Exporte nach Deutschland und weitere je 7 Prozent nach Italien und Frankreich. Insgesamt war der Euroraum für knapp die Hälfte der Schweizer Exporte verantwortlich.

Auch Binnenwirtschaft schwächer

Bereits in den vergangenen Jahren hatte die schwache Weltkonjunktur die exportorientierten Sektoren in der Schweiz belastet. Bisher hatte jedoch die dynamische Binnenwirtschaft das BIP ansteigen lassen. Im zweiten Quartal 2014 fiel dieser stabilisierende Effekt des Privatkonsums, des Staatskonsums und der Bauinvestitionen jedoch weg.

Ein weiterer früherer Wachstumstreiber, der inzwischen keine Impulse mehr liefert, ist der Finanzsektor. «In manchen Jahren hatte die Finanzindustrie bis zu 50 Prozent des BIP-Wachstums erklärt», sagt Eric Scheidegger, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik beim Seco. Im zweiten Quartal stagnierte die Wertschöpfung des Sektors.

Auch die Handelsbilanz wirkte sich negativ auf die BIP-Entwicklung aus. Zwar nahmen die Exporte von Waren um 0,7 Prozent zu, vor allem dank der gestiegenen Ausfuhren von Bijouterie. Gleichzeitig wurden aber auch 0,7 Prozent mehr Waren importiert, vor allem Chemie- und Pharmaprodukte.

Weniger Wachstum prognostiziert

Ob das Seco angesichts des enttäuschenden Quartalsergebnisses die Wachstumsprognose für das Gesamtjahr senken wird, ist noch unklar. Die aktuelle Prognose vom Juni liegt bei 2,0 Prozent Wachstum im laufenden Jahr. Im März waren noch 2,2 Prozent Wachstum erwartet worden.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Die Saurier mit ihrem Spatzenhirn sind auch immer gewachsen , bis ein kleiner Komet Staub aufwirbelte und alle verhungern liess . Mein Grossvater sagte immer , wie war es noch schön als ich zu keiner Zeit das Haus abschliessen musste und das kleine Auto sorglos in Zürich nahezu in jeder Strasse parkieren konnte. Da stelle ich mir schon die Frage, ist Lebensqualität denn kein Wachstumsfaktor mehr ? Wollen wir Qualität oder Menge , wollen wir Frieden oder Krieg um Ressourcen ? Ich will Qualität .
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    1. Antwort von JoeCH, Basel
      Ich schließe mich Ihnen an. Auch ich möchte gerne weder mehr LebensQUALITÄT. Doch leider ist das kaum mehr realisierbar. Denn wenn man sich auf andere Werte besinnt, wird man zuerst enteignet und dann von der Gesellschaft ausgestoßen.
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  • Kommentar von W.Ineichen, Luzern
    Wachstumsirrsinn: -- Ein Wachstum von jährlich 2% führt in 35 Jahren zu einer Verdoppelung, innert 70 Jahren zu einer Vervierfachung, innert 105 Jahren zu einer Verachtfachung und in 350 Jahren gar zu einer Vertausendfachung der wirtschaftlichen Produktion. Daran werden wir unweigerlich verrecken. Wir ersticken schon jetzt im Srassen-, Bahn- und Luftverkehr, im Abfallberg, in Betonwüsten. Ganz zu Schweigen von der Bevölkerungsexplosion. Aufhören! Und zwar jetzt!
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