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Wirtschaft Economiesuisse: Rosige Aussichten für die Wirtschaft

Die Krise scheint überwunden zu sein: Der Wirtschaftsdachverband rechnet für 2014 mit einem Aufschwung von über 2 Prozent.

Legende: Video Economiesuisse: 2014 wird ein überdurchschnittlich gutes Jahr abspielen. Laufzeit 1:20 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.12.2013.

Die Aussichten für die Schweizer Exportindustrie sind für das kommende Jahr äusserst positiv. Ausgangspunkt dafür sei die wirtschaftliche Erholung in Europa, sagte Rudolf Minsch. Er ist Chefökonom und bis zum Amtsantritt von Jean-Marc Hensch im März interimistisch auch Direktor von Economiesuisse.

Nach sechs Quartalen in Folge mit einem sinkenden BIP sei die Produktion in Europa im zweiten Quartal 2013 erstmals wieder gestiegen, hielt Minsch fest. Im dritten Quartal schaffte auch das Krisenland Spanien ein kleines Plus.

Da die Schweizer Exportwirtschaft nach wie vor stark auf Europa ausgerichtet sei, bekomme sie die Erholung unmittelbar zu spüren, erklärte Minsch. So dürften die Exporte der Schweizer Wirtschaft in diesem Jahr um 2,2 Prozent und im nächsten gar um satte 4,5 Prozent zunehmen – trotz einer Abkühlung in Schwellenländern.

Industrie hat Tiefpunkt durchschritten

Allen voran die Elektro- und Maschinenindustrie, aber auch die Kunststoff- und die Textilindustrie haben den Tiefpunkt durchschritten, wie aus der halbjährlichen Konjunkturumfrage bei den Economiesuisse-Mitgliedern hervor geht.

Parallel zur Erholung der Warenexportmärkte beleben sich die Dienstleistungsexporte, etwa bei den Banken und Rückversicherungen. Auch übernachten wieder mehr Europäer in Schweizer Hotels.

Die grössere Zuversicht zeigt sich auch in den Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen. Diese dürften nicht mehr wie im laufenden Jahr leicht reduziert (-0,1 Prozent), sondern 2014 um 2,0 Prozent erhöht werden.

Robuster Binnenmarkt

Der Binnenmarkt sei weiterhin auf einem stabilen Wachstumspfad: Dies gelte für die Baubranche ebenso wie für den Detailhandel oder das Gesundheitswesen. Allerdings dürfte die Zunahme der Bauinvestitionen von 2,8 Prozent in diesem Jahr auf 0,8 Prozent im kommenden Jahr zurückgehen. Minsch verwies dazu auf die Zweitwohnungs-Bauverbote in Tourismusgebieten.

Die Lohnerhöhungen erreichen laut dem Wirtschaftsdachverband durchschnittlich rund 1 Prozent. Dies führe bei teilweise sinkenden Preisen zu einem weiteren Anstieg des privaten Konsums um gut 2 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit dürfte laut Economiesuisse wieder unter die 3-Prozent-Marke fallen. Die Zuwanderung halte angesichts des Fachkräftemangels an. Insgesamt werde die Einwanderung im Rahmen der letzten Jahre ausfallen, sagte Minsch. 2012 hat die Wohnbevölkerung um 84'400 Menschen zugenommen.

Euro-Krise überwunden

Mit dem erwarteten BIP-Wachstum von 2,2 Prozent reiht sich Economiesuisse unter die anderen Konjunkturauguren der Schweiz ein, die von 1,9 bis 2,3 Prozent ausgehen. Im Juni hatte die Prognose für 2014 noch auf 1,5 Prozent gelautet.

Für das zu Ende gehende Jahr verdoppelte Economiesuisse die Prognose von 1,0 auf 2,0 Prozent. Vor einem Jahr war der Verband sogar lediglich von einem Plus von 0,6 Prozent ausgegangen. Er hatte damit die Entwicklung, wie andere Institute auch, deutlich zu pessimistisch eingeschätzt.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    In 17 Eu-Länder ist 2009 bis 2012 das BIP um 242 Mrd. gewachsen, die Schulden sind in dem Zeitraum um 2.1 Mrd. gewachsen. Fazit: massiv schuldenfinanziertes Wachsum. Eine Aussicht darauf, dass das BIP-Wachstum das Schuldenwachstum überholen wird, ist in keinem der Industrieländer erkennbar - nicht nur annähernd. Sind das rosige Aussichten - auch für die CH?
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Die Schulden sind um 2'100 Mrd. gewachsen, das BIP um 242 Mrd.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Noch etwas: die Banken, ja das Bankensystem wäre längst kollabiert, würden nicht die Bilanzen frisiert, dass es einem übel werden kann (plus Hilfe von Staaten und Notenbanken). Viele uropäische Banken sind schlicht pleite.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Es wird gut gehen, so lange alles gut geht und die Probleme unter dem Teppich gewischt werden können. Es lauern immer mehr potentielle Crash-Auslöser: die Verschuldung vieler Staaten (Japan, USA, EU-Länder), die Blasen auf den Finanzmärkten (Derivate, Wertschriften), die Immobilienblase in China u.a. Die Krise nach 2007 blieb ohne Crash nur, weil die Staaten und zuletzt die Notenbanken massiv eingriffen. Das Pulver für eine nächste Krise wird weniger, die Gefahren aber nicht kleiner...
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