Elf Millionen für Investment-Chef der UBS

Vergütungen von bis zu 11 Millionen Franken und Gehaltssteigerungen von über 20 Prozent für das vergangene Jahr: Davon können Herr und Frau Schweizer nur träumen – es sei denn, sie arbeiten bei der UBS.

Orcel steht mit einem unbekannten Mann auf der Strasse. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Investment-Chef Andrea Orcel, der Topverdiener bei der UBS. Keystone

Die UBS schüttet wieder deutlich mehr Boni an die Konzernleitung aus. So ist die Gesamtvergütung von Konzernchef Sergio Ermotti im letzten Jahr von 8,87 Millionen auf 10,73 Millionen Franken gestiegen. Das sind 21 Prozent mehr. Damit ist er aber nicht der Top-Verdiener der Grossbank. Die grösste Gesamtvergütung erhält gemäss Geschäftsbericht Andrea Orcel. Der Investmentbank-Leiter kassiert 11,43 Millionen Franken.

Auch Axel Weber hat seinen Preis

Verwaltungsratspräsident Axel Weber kommt in den Genuss einer deutlichen Lohnerhöhung. Seine Gesamtentschädigung für 2013 beträgt 6,1 Millionen Franken, nach 3,6 Millionen für seine Mandatszeit (Mai bis Dezember) im Vorjahr. Weber sei in der internationalen Finanzwelt eine grosse Nummer, sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Jan Baumann. «Wenn die UBS eine so illustre Figur als Präsident haben will, dann hat das eben seinen Preis.»

Sein Vorgänger, Alt Bundesrat Kaspar Villiger, hatte sich mit 800'000 Franken begnügt. Das sei nicht erstaunlich, so Baumann. Die UBS habe sich damals am Abgrund befunden. Villiger sei eine Gallionsfigur «in der Stunde der Not» gewesen.

Sergio Ermotti. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch CEO Sergio Ermotti hat 2013 ordentlich verdient. Keystone

Boni fast so hoch wie Reingewinn

Die UBS begründet die starke Erhöhung der ausgeschütteten Boni mit der «guten Performance». Besonders berücksichtigt worden seien die von der «Reduktion der vergangenen Jahre am meisten betroffenen Bereiche». Dort sei das Lohnniveau «normalisiert» und die «Lücken zum marktüblichen Vergütungsniveau geschlossen» worden, schreibt die Bank.

Die UBS hatte bereits im Februar angekündigt, der gesamte Pool für leistungsabhängige Vergütungen sei 2013 um 28 Prozent auf 3,2 Milliarden Franken vergrössert worden. Dies entspricht praktisch dem Reingewinn von 3,17 Milliarden Franken.

«Die Chefs langen wieder kräftig zu»

Für Wirtschaftsredaktor Baumann gibt es einen gewissen Widerspruch zwischen der geschäftlichen Situation der UBS und den um mehr als ein Viertel gestiegenen Boni. Die UBS stecke noch immer mitten im Umbau, baue Personal ab und stecke in diversen Rechtsstreitigkeiten.

«Da ist noch sehr viel Arbeit zu leisten für das Management. Gleichzeitig langen die Chefs wieder kräftig zu.» Das sei schon ein gewisser Widerspruch. Immerhin: Die Vergütungen seien langfristiger ausgelegt als früher und stärker an den Erfolg geknüpft. Alles in allem habe sich einiges verbessert. «Die Situation ist nicht so, wie vor der Krise», ist Baumann überzeugt.