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Digitalisierung als Chance Es braucht nicht weniger, aber gebildetere Leute

Die Umstellung in Industrie und Gewerbe auf digitale Informationsverarbeitung hat allen Befürchtungen zum Trotz keine Jobs gekostet. Sie hat nur die Art der Arbeit verändert – zum Nachteil von schlecht Qualifizierten.

Legende: Audio Die Digitalisierung hat das Anforderungsprofil für Mitarbeitende verändert abspielen. Laufzeit 05:07 Minuten.
05:07 min, aus SRF 4 News aktuell vom 08.06.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine für die Schweiz repräsentative Umfrage der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich, Link öffnet in einem neuen Fenster hat ergeben, dass drei Viertel der befragten Firmen trotz mehr Computertechnologie nicht weniger Leute angestellt haben.
  • Die Studie zeigt auch, dass die Stellen der schlecht Ausgebildeten am ehesten verloren gehen. Viele Unternehmen haben begonnen, solche Leute nicht mehr anzustellen und konzentrieren sich auf qualifizerteres Personal.
  • Der Schweizer Arbeitsmarkt hat die Digitalisierung nicht so schlecht gemeistert. Prognosen über die weitere Entwicklung äussert die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich aber keine.

Wirtschaftsredaktor Massimo Agostins wertet die Umfrage der ETH aus:

Kein Stellenabbau, aber eine Verschiebung der Stellen
«Die Digitalisierung führt dazu, dass es gewisse Hände nicht mehr braucht. Aber es braucht auch neue Hände. Digitale Arbeitskräfte sind Maschinen, und sie müssen gebaut, gewartet, installiert und implementiert werden. Es braucht Leute, die das machen. Auf der anderen Seite zeigt die Studie, dass viele der befragten Unternehmen, ungefähr ein Drittel, wettbewerbsfähiger geworden sind. Das heisst, mit gleich vielen Händen produzieren sie einerseits mehr, oder, mit gleich vielen Händen, produzieren sie besser. Das ist die Hauptaussage dieser Studie. Ein gutes Beispiel ist der Detailhandel in der Schweiz. Er steht unter Druck, weil immer mehr Leute Waren online bestellen. Doch die Detailhändler entlassen das Personal, das an den Kassen gearbeitet hat und nun durch Self-Scanning ersetzt wird, nicht, sondern setzen es ein, um die Beratung im Laden zu verbessern.»

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23 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es braucht nicht dringend gebildete Leute für diese Jobs. Man kann wie heute, auch Dumme anstellen +ihnen einfach ganz genau, Schritt für Schritt, erklären, was sie zu tun haben. Mit mehr gebildeten Leuten würde unser System zusammenfallen, denn gebildete Leute wollen mehr Lohn +werden nicht jeden "Scheiss" mitmachen. Dass die Menschheit glaubt, ein Computer sei intelligenter als Menchen, ist genau das Zeichen für Dummheit. Ein Computer wird niemals dazu fähig sein, zu was ein Mensch fähig ist.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Bei nahezu 1 Million funktionaler Analphabeten in der CH - ist diese Aussage - dass es mehr gebildetere Leute braucht - dringendst bei den Lehrplänen der Bildungsstätten zu beachten. Aber das ist schneller gesagt wie umgesetzt. Der Bildungsweg bis zu einem Weltklasse - Berufsmann dauert nicht selten 20 Jahre tägliches Training - und solche Leute dann mit 65 in die Pension zu entlassen muss man sich auch mal erst leisten können.
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  • Kommentar von Pascal Gienger (Pascal Gienger)
    Ah. Darum bauen bürgerlich regierte Regionen (vor allem SVP) Gymiplätze ab und reduzieren den Lehrerbestand. Aus lauter Angst man müsse den Pauschalbesteuerten 1000 Stutz mehr abnehmen oder gar die Unternehmenssteuern leicht erhöhen. Da würde doch sofort alles immediat aus der Schweiz abwandern! Das ist CH-Bildungspolitik. Weil man so abhängig geworden ist vom süssen Gift "Kapital aus dem Ausland aufsaugen, immer mehr immer schneller". Kopfweh kommt danach wenn wieder selber arbeiten muss...
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