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Wirtschaft Exporte sinken 2015 um 2,6 Prozent

Schweizer Firmen haben im letzten Jahr mit dem Verkauf von Waren ins Ausland deutlich weniger umgesetzt als im Vorjahr. Die Exporte sanken im gesamten letzten Jahr um 2,6 Prozent auf noch rund 203 Milliarden Franken. Dennoch resultierte im Aussenhandel ein Rekordüberschuss.

Schweizer Firmen exportierten im vergangenen Jahr Waren im Wert von 202,9 Milliarden Franken ins Ausland. Dies zeigen die aktuellen Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung. Im Jahr der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank sanken die Exporte damit um 2,6 Prozent, erreichten jedoch immer noch den dritthöchsten Wert aller Zeiten.

Vergleichbare Mengen zu tieferen Preisen

Die Umsätze gingen bei den Exporten in neun von zehn Branchen zurück. Am grössten war der Einbruch in der Papier- und grafischen Industrie (nominal -11 Prozent), der Kunststoffindustrie (-8 Prozent) sowie der Maschinen- und Elektroindustrie (-7 Prozent). Als einzige Branche legte Bijouterie und Juwelierwaren zu (+6 Prozent).

Ein grosser Teil des Exportrückgangs ist mit den tieferen Preisen zu erklären. Es sank also in erster Linie der Wert der exportierten Produkte und nicht deren Menge. Der Grund ist, dass die Firmen – um trotz des starken Frankens wettbewerbsfähig zu bleiben – die Preise senkten. Preisbereinigt, also real, betrug das Exportminus nur noch 0,7 Prozent.

Rückgang auch bei Importen

Noch stärker als die Exporte sanken im letzten Jahr die Importe: Sie gingen um 6,9 Prozent auf 166,3 Milliarden Franken zurück. Das widerspricht im Grunde der ökonomischen Theorie: Denn durch die starke inländische Währung werden Produkte aus dem Ausland billiger, was die Importe beflügeln sollte.

Allerdings ist auch bei den Importen ein grosser Teil des Rückgangs mit den – in Franken gerechnet – tieferen Preisen erklärbar. Werden die Preise ausgeklammert und die realen Werte betrachtet, beträgt das Importminus nur noch 0,5 Prozent.

Rekord-Handelsüberschuss trotz Exportrückgang

Unter dem Strich exportierte die Schweiz im letzten Jahr jedoch nach wie vor deutlich mehr als sie importierte: Der Exportüberschuss in der Handelsbilanz betrug mit 36,6 Milliarden Franken so viel wie noch nie. Im Vorjahr hatte er noch bei 30 Milliarden gelegen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Der Lehrmeister der Wirtschaft hat schon geantwortet . Ich staune auch, dass sonst von einer Krise bei uns gesprochen wird - aber dennoch nach der Frankenfreigabe, 6 Milliarden mehr an Wahren exportiert wurde wie im 2014. Kunststück, weil doch sehr viele Büezer aus Angst kostenlose Arbeit geleistet haben. Das Ergebnis im 2016 wird dann die Wahrheit an den Tag bringen . Das Jahr nicht vor dem Silvester loben, das ist meine Empfehlung .
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Seien sie doch dankbar, Herr Gurzweiler, dass unsere Wirtschaft so robust ist. Trotz Euro-Mindestkursaufhebung und allgemeiner Abschwächung der Weltwirtschaft hält sich die CH bravurös. Statt dass sie den Reichtum beklagen sollten sie diesen beklatschen, denn auch sie profitieren von diesen Fakten, bzw. von einer guten Wirtschaftslage. Es erschliesst sich mir nicht, weshalb man diese Meldung kritisieren muss! Manchmal sind unsere Bürger schon etwas seltsam, sie müssen immer alles schlecht reden!
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Es ist eigentlich schon erstaunlich, man spricht von einer Krise, aber der Exportüberschuss steigt von Jahr zu Jahr ( in Franken ). Passt eigentlich auch für einen Normaldenkenden nicht zusammen, die Zahl der Reichen steigt auch stetig. Will uns da jemand einen Bärenfell verkaufen.
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    1. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Haben sie gelesen ? Nicht schlecht reden , wenn es doch so gut läuft in unserer robusten Wirtschaft, die auf dem Rücken der Büezer mit vielen Tausenden Gratisstunden aufgebaut ist.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Ohne ihre viel gegeisselte Wirtschaft würden sie und viele andere keine Job haben! Also bedenken sie, wer ihnen den Lohn bezahlt, M. Kaiser...Es sind die Konzerne, die Firmeninhaber, Unternehmer, die allesamt grössere Risiken zu tragen haben als der normale «Büezer», wie sie ihn nennen.
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    3. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Bächler , als eigenständiger schuldenfreier Unternehmer hätte ich das nicht gewusst, was sie mir da so 7-klug erklären , vielen Dank .
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    4. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Bächler , im Gegensatz zu ihnen, habe ich nie vergessen, dass ich auch einmal ein ausgebeuteter Büezer war .
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