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Soziale Netzwerke Facebook präsentiert Gewinnsprung – und WhatsApp streikt

Smartphone
Legende: Dienstausfall beim Sozialen Netzwerk als der Facebook-Boss glänzende Zahlen präsentiert. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Über mehrere Stunden war WhatsApp am Mittwochabend ausser Dienst. Nutzer rund um den Globus beschwerten sich.
  • Die Panne passierte ausgerechnet, als der Facebook-Chef einen gewaltigen Gewinnsprung seines Konzerns verkündete.
  • Das weltgrösste Online-Netzwerk verdiente im vergangenen Quartal 3,06 Milliarden Dollar – rund 77 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um 49 Prozent auf 8,03 Milliarden Dollar

Der Kurzmitteilungsdienst WhatsApp ist am Mittwoch mitten während der Vorstellung von Quartalszahlen der Konzernmutter Facebook ausgefallen. Nach rund zwei Stunden lief der Dienst dann wieder. Gründe für den Ausfall wurden zunächst nicht bekannt.

Zuckerberg in die Parade gefahren

Während Facebook-Chef Mark Zuckerberg auch von Geschäftsplänen für WhatsApp sprach, beschwerten sich bereits Nutzer aus verschiedenen Teilen der Welt über Twitter, dass sie den Dienst nicht nutzen konnten. Viele sahen in der App den Hinweis «Verbinden...» – eine Verbindung konnte jedoch nicht hergestellt werden.

Während der Kurzmitteilungsdienst für etwa zwei Stunden seinen Dienst weltweit quittierte, präsentierte die Konzernmutter Facebook glänzende Zahlen. Man nähere sich der Marke von zwei Milliarden Nutzern, die schon im laufenden Quartal geknackt werden könnte, teilte das Unternehmen am Abend mit.

Sprünge bei Gewinn und Umsatz

Damit einher geht ein weiterhin rasantes Wachstum des Werbegeschäfts, das Milliarden abwirft. Der Erfolg von Smartphone-Werbung beschert Facebook kräftige Sprünge bei Umsatz und Gewinn.

Das weltgrösste Online-Netzwerk verdiente im vergangenen Quartal 3,06 Milliarden Dollar – rund 77 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um 49 Prozent auf 8,03 Milliarden Dollar. Facebook gewann in den vergangenen drei Monaten 80 Millionen Nutzer und kommt jetzt auf 1,94 Milliarden monatlich aktive Mitglieder. Rund 1,28 Milliarden Nutzer griffen zuletzt sogar täglich auf die Plattform zu.

Video und Foto als Wachstumstreiber

Facebook setzte zuletzt verstärkt auf Videoinhalte - und auch auf Werbung in diesem Umfeld. Unter anderem versuchten Facebook-Manager zuletzt, auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 Inhalte-Anbietern Anzeigen-Einspielungen inmitten von Videos – ähnlich wie bei Fernsehsendungen – schmackhaft zu machen.

Als Wachstumstreiber gilt auch die Fotoplattform Instagram, die inzwischen auf über 700 Millionen Nutzer kommt. Ausserdem will Facebook den Kurzmitteilungsdienst Messenger mit 1,2 Milliarden Nutzern auch zu einem Kanal für den Kundendienst von Unternehmen ausbauen.

Nutzer nicht mit Werbung überfluten

Der Heimatmarkt Nordamerika ist dabei weiterhin deutlich lukrativer für Facebook als andere Länder. In den USA und Kanada erzielte das Online-Netzwerk einen Umsatz von gut 17 Dollar pro Nutzer nach rund 12,5 Dollar ein Jahr zuvor. In Europa nahm der Erlös pro Nutzer von 3,98 auf 5,42 Dollar zu.

Facebook hatte bereits in den vergangenen Monaten angekündigt, dass die Frequenz von Anzeigen zwischen den Beiträgen der Nutzer nicht weiter erhöht werden solle, um die Nutzer nicht mit Werbung zu überfluten. Das könnte das kurzfristige Wachstumstempo zügeln.

WhatsApp statt SMS

WhatsApp mit mehr als einer Milliarde Nutzer weltweit hat für viele Menschen die SMS abgelöst. Vom Online-Netzwerk kommt auch der Facebook Messenger mit rund 1,2 Milliarden Nutzern, der unter anderem mehr Multimedia-Funktionen hat. Facebook hatte für WhatsApp 2014 rund 22 Milliarden Dollar bezahlt.

Genauso wie beim Messenger will das Online-Netzwerk den Dienst zum Kommunikationskanal zwischen Unternehmen und ihren Kunden machen und damit Geld verdienen. WhatsApp lief in den vergangenen Jahren trotz des schnellen Wachstums der Nutzerzahlen stabil, auch wenn es vereinzelt kurzfristige Aussetzer gab. So hatte vor gut drei Jahren ein interner Netzwerk-Fehler den Dienst weitgehend lahmgelegt.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Jens Mueller (Jens Mueller)
    Ich habe keine Probleme gehabt. Viele hatten ja gestern auch mit der PostFinance probleme und dann kamen schon die ersten witze wie dass der WhatsApp Server gleich bei der Post ist aber eben mit beiden hatte ich keine Probleme. Ich weiss nicht aber ich denke die meisten Problemen werden von den Usern selber verursacht.
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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Die Verfügbarkeit einer derart gigantischen weltumspannenden Kommunikationsinfrastruktur ist ausserordentlich gut. Hut ab vor denen, die so etwas technisch betreuen und je nach Interpretation gratis zur Verfügung stellen. Was da an HW und SW dahintersteckt können sich wohl nur jene vorstellen, die die ganze Entwicklung der IT Branche mitverfolgt und mitgetragen haben. Danke Whatsapp / Facebook.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    WhatsApp ist ein grosser Datenklauer. Von wegen gratis! Alles gegen Adressbuch und Co. und dann die gestohlenen Adressen mit Spam zumüllen. Ich brauche das nicht.
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