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Fast 5 Millionen haben Arbeit Beschäftigungslage so rosig wie seit langem nicht mehr

Gute Nachrichten aus vielen Branchen der Schweiz: Der Industriesektor erlebt gar den stärksten Zuwachs seit zehn Jahren.

Legende: Audio Beschäftigungslage in der Schweiz verbessert sich abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
1:56 min, aus Rendez-vous vom 04.06.2018.

Die gute Beschäftigungslage in der Schweiz ist vor allem der Weltwirtschaft zu verdanken. Gerade auf wichtigen Absatzmärkten Deutschland, Europa, USA und Asien läuft es rund. Davon profitieren die Schweizer Unternehmen, mit vollen Auftragsbüchern und ausgelasteten Fabriken. Arbeitskräfte sind gefragt. Mit der Folge, dass sich der Fachkräftemangel weiter akzentuiert.

Industrie auf Zehnjahreshoch

Auffällig ist, dass es auf dem Bau und in der Industrie sehr gut läuft. Hier ist die Beschäftigung im ersten Quartal so stark gestiegen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das ist umso erfreulicher, denn gerade die Exportindustrie hat mit dem Franken-Schock schwierige Zeiten hinter sich.

Mehr zu tun gab es namentlich im Maschinen- und Fahrzeugbau. In diesen Sektoren nahm die Beschäftigung sogar stärker zu als etwa in der Pharmaindustrie als wichtigster Exportbranche. Im Maschinenbau sind die Beschäftigungsaussichten für die kommenden Monate sehr gut beziehungsweise besser als in allen anderen Branchen.

Frankenschock gut überwunden

Aus Sicht der Industrie läuft es auf jeden Fall ausgezeichnet. Die neusten Zahlen zeigen, dass es trotz starkem Franken nicht zur befürchteten Deindustrialisierung gekommen ist. Die Schweizer Industrie erweist sich als widerstandsfähig und anpassungsfähig. So konnten die Arbeitsplätze, die 2015 nach dem Franken-Schock verschwunden sind, zu einem guten Teil wieder wettgemacht werden. Oft sind es andere Stellen in neuen Tätigkeitsfeldern. Denn manuelle Tätigkeiten gibt es weniger, und die Massenproduktion wurde verringert.

Sogar die Gastronomie legte zu

Die Industrie macht nach wie vor etwa ein Fünftel der gesamten Wirtschaftsleistung der Schweiz aus. Auch in Deutschland ist die Industrie noch von Bedeutung, ganz im Gegensatz zu anderen traditionellen Industrieländern wie Frankreich, Grossbritannien oder die USA.

Auch im Dienstleistungssektor ist die Beschäftigung gestiegen. Am stärksten notabene bei der Personalvermittlung, aber auch in der Informatik und sehr ausgeprägt sogar in der Gastronomie. Nur in einigen wenigen Bereichen hat die Beschäftigung abgenommen, namentlich im Detailhandel.

BFS-Beschäftigungsbarometer (Q1 2018)

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Die Zahl der Beschäftigten stieg im ersten Quartal 2018 gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 1,6 Prozent auf 4,961 Millionen. Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilt, war das Plus in der Industrie mit 1,3 Prozent so stark wie zuletzt im Jahr 2008. Im Dienstleistungssektor gab es 1,7 Prozent mehr Beschäftigte. Die Zahl der offenen Stellen erhöhte sich kräftig um knapp 18 Prozent. Der Indikator der Beschäftigungsaussichten verbesserte sich um zwei Prozentpunkte.

Beschäftigung nach Branche

Wirtschaftsabschnitt
Beschäftigte 1. Quartal 2018 (in 1000)
Vergleich mit 1. Quartal 2017
Verarbeitendes Gewerbe
687+ 1,6 %
Baugewerbe341+ 0,6 %
Handel
647- 0,2 %
Verkehr und Nachrichtenübermittlung
411+ 2,4 %
Gastgewerbe260+ 5,4 %
Kredit- und Versicherungsgewebe
243- 0,1 %
Unternehmensbezogene Dienstleistungen
742+ 2,1 %
Unterrichtswesen347+ 0,9 %
Gesundheits- und Sozialwesen
711+ 1,8 %

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Gusti Pollak (Gusti Pollak)
    "Mehr Beschäftigte" tönt immer gut. Wichtig wäre zu wissen, was das für Stellen sind, wie sich die Lohnsummen pro Beschäftigten und die Verteilung der Löhne entwickeln. Nicht alle sind gesuchte Fachkräfte und können gerechte Löhne einfordern. Auch der Paket-Kurierdienst "boomt", war am gleichen Tag zu lesen, aber Privatfirmen-Kuriere arbeiten bis zu 70 Stunden pro Woche. Solche "Beschäftigung" zu kreieren, ist nicht wünschenswert, sondern Abriss und Skandal.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Ganz einfach, wenn die Schweizer/innen nicht lernen zusammen zustehen, haben Sie schon verloren, für mich als AHV- Bezüger nicht mehr relevant, aber für die andern schon, scheinbar haben dies viele noch nicht begriffen wie es wirklich läuft in der Schweiz.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Wieviele Personen mit welchen Qualifikationen sind denn arbeitslos gemeldet? Wieviele ü50 suchen Arbeit? Unabhängig von der RAV-Anmeldung, sondern wieviele sind real arbeitslos, bzw. stellensuchend? Alle anderen Zahlen sind Augenwischerei.
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    1. Antwort von Peter Singer (P.S.)
      Bei den Zahlen geht es nicht um die Stellensuchenden, die Zahlen zeigen die Anzahl Beschäftigten. Das ist sehr wohl aussagekräftig und keine Augenwischerei.
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    2. Antwort von Alex Bauert (A. Bauert)
      @Singer: Die Anzahl Beschäftigter ist nett zu wissen. Doch kommen diese Leute aus dem Ausland oder vom schweizerischen Arbeitsmarkt? Das macht einen grossen Unterschied. Bei Arbeitslosen und Stellensuchenden hinken die Statistiken des Bundes immer hinter internationalen Standards her.
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