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Black Friday – Der Detailhandel schadet sich selbst
Aus HeuteMorgen vom 29.11.2019.
abspielen. Laufzeit 02:34 Minuten.
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«Fluch im Detailhandel» Black Friday – einmal mitgegangen, immer mitgefangen

Singles Day, Cyber Monday oder der Weihnachtsausverkauf – im Detailhandel jagt eine Rabattaktion die nächste. Heute machen viele Geschäfte auf der ganzen Welt am Black Friday mit, doch nur wenige von ihnen erzielen dabei auch grosse Gewinne, wie Detailhandelsexperte Marco Fuhrer sagt.

Marco Fuhrer

Marco Fuhrer

Detailhandelsexperte

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Marco Fuhrer ist Spezialist für den Detailhandel. Er ist Partner einer unabhängigen Beratungs- und Marktforschungsfirma im Kanton Zug.

SRF News: Was bewirkt der Black Friday beim Detailhandel?

Marco Fuhrer: Es ist eine Zeit, in der man versucht, die entstandenen Umsatzverluste zu kompensieren. Da sind solche Tage – wie der Black Friday – natürlich ein Mittel, um Umsatz entsprechend zurückzuholen.

Inwiefern schaden solche Aktionstage?

Wir haben die Entscheidungsträger befragt und die sind «happy» mit dem Umsatz, den sie generieren. Aber es sind ganz wenige, die bezüglich Gewinn positive Rückmeldungen gegeben haben.

Es sind ganz wenige, die bezüglich Gewinn positive Rückmeldungen gegeben haben.

Auf der Seite der Konsumenten, die wir ebenfalls befragt haben, haben doch 50 Prozent derjenigen, die Einkäufe getätigt haben, all ihr Weihnachtseinkäufe in diesen Rabatt-Tagen getätigt. Dies haben sie natürlich zu entsprechend tieferen Preisen gemacht.

Es gibt auch Unternehmen, die am Black Friday nicht mitmachen, so beispielsweise das Warenhaus Jelmoli oder der Schuhverkäufer Walder. Welche Strategie verfolgen solche Unternehmen?

Nicht alle Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz haben Spass und Freude an diesen Rabatt-Tagen, an dieser «Rabattitis», die wir erleben. Für solche Konsumenten sind natürlich Aktionen, wie sie Walder seit drei Jahren spielt (Walder bezeichnet sich selbst als schwarzes Schaf am Black Friday), willkommene Alternativen. Vor allem, wenn es wie bei Walder noch einen karitativen Hintergrund hat und man für jedes verkaufte Paar Schuhe eine Spende für die Winterhilfe Schweiz macht.

Der Detailhandel erzieht Konsumenten mit diesen Aktionstagen zu Schnäppchenjägern. Wie kommt die Branche aus dieser Spirale wieder heraus?

Im Jahr 2016, als das Phänomen neu war, haben am Black Friday 20 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten einen Einkauf getätigt. 2018 waren es schon 42 Prozent – und dieses Jahr dürften es noch etliche mehr sein, weil viele Händler auf diesen Zug aufgesprungen sind.

Das ist der Fluch im Detailhandel; wenn man mal was begonnen hat, ist es schwierig, dies wieder abzustellen.

Das ist der Fluch im Detailhandel; wenn man mal was begonnen hat, ist es schwierig, dies wieder abzustellen. Weil dann die Umsätze, die man im Vorjahr getätigt hat, fehlen. Wir stellen aber fest, dass diverse Detailhändler nicht mehr so breit rabattieren, sondern sehr konzentriert auf gewisse Bereiche des Sortiments oder einzelne Produkte zielen. Dies entschärft die Lage zum Teil, trotzdem ist man aber noch dabei und darf sich zu den Black-Friday-Anbietern zählen.

Das Gespräch führe Marlen Oehler.

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