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SNB hält an ihrer Anlagestrategie fest
Aus HeuteMorgen vom 15.11.2019.
abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
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Geldanlagen der SNB «Wie können Sie nur so verantwortungslos sein?»

Die Schweizerische Nationalbank will ihre Geldanlagen weiterhin in Öl- und Gasfirmen investieren. Die SRF-User haben dazu eine klare Haltung. Eine Übersicht.

Die Schweizerische Nationalbank. Sie sieht sich selbst als Währungshüterin und Garantin der nationalen Finanzstabilität. Diesen währungspolitischen Auftrag erfüllen die Notenbänker damit, in dem sie rund 20 Prozent ihrer Kapitalanlagen in Aktien investieren – dazu gehören ebenfalls Investitionen in den Öl- und Gassektor.

Von dieser Strategie will die Schweizerische Nationalbank nicht abrücken, selbst wenn der Ruf nach nachhaltigen und klimafreundlichen Finanzinvestitionen lauter wird.

Diese Haltung stösst bei den Userinnen und Usern von SRF auf Unverständnis. So zeigt eine nicht repräsentative Umfrage: 69 Prozent der Befragten fordern die Schweizer Währungshüter auf, mehr Verantwortung für die Klimakrise zu übernehmen. An der Umfrage nahmen über 5800 Personen teil.

Darüber hinaus appellieren die Kommentarschreiber an das Gewissen der SNB-Entscheidungsträger. «Wie können Sie, Frau Mächler, als Mutter von zwei Kindern nur so verantwortungslos mit der Zukunft umgehen», fragt User Marcel Halbeisen das SNB-Direktoriumsmitglied.

Klima geht alle an

SRF-Kommentarschreiber Stefan Neupert gibt zu bedenken: «Klimaschutz ist jedermanns Sache. Oder entsorgt Frau Direktorin ihren Müll im Wald, weil sie nichts mit Forstwirtschaft am Hut hat? Vielleicht atmet sie ja andere Luft als Normalsterbliche.»

Überdenkt die Nationalbank ihre Strategie nicht, ist für den Kommentarschreiber David Rothen klar, dass dies personelle Konsequenzen nach sich ziehen muss. «Leute wie Mächler, Jordan und Moser müssen weg. Wer keine Verantwortung übernehmen will, ist bei der SNB fehl am Platz».

Entsorgt Frau Direktorin ihren Müll im Wald, weil sie nichts mit Forstwirtschaft am Hut hat? Vielleicht atmet sie ja andere Luft als Normalsterbliche.
Autor: Stefan NeupertSRF-User

Es gibt aber auch Stimmen aus der Kommentarspalte, welche die Finanzstrategie der SNB verteidigen. «Die SNB macht nichts Falsches, sie passt sich dem Weltmarkt an und gewinnt ihre Profite daraus», gibt User Charles Grossrieder zu Protokoll.

Konzentration aufs Kerngeschäft

Ein weiterer Kommentarschreiber macht ausserdem auf die bescheidene Aktienperformance von klimafreundlichen Energieunternehmen aufmerksam. «Man konsultiere nur mal Aktienkursentwicklung von Alternativ-Energie-Firmen über die letzten zehn Jahre. Eines in der Schweiz herausragenden Beispiele ist Meyer-Burger in Thun. Vor zehn Jahren in den Himmel gejubelt mit einem Aktienkurs von 10 Franken. Seit Jahren aber krebst er nun zwischen 0.3 bis 0.5 Franken herum», schreibt Norbert Zehner dazu.

Die SNB macht nichts Falsches, sie passt sich dem Weltmarkt an und gewinnt ihre Profite daraus.
Autor: Charles GrossriederSRF-Kommentarschreiber

Und letztlich müsse sich die Nationalbank auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, schreibt SRF-Userin Marlene Zelger – denn: «Die ewig sinkenden Negativzinsen sind viel das grössere Problem für die Wirtschaft und für die Anleger».

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Arnold Vass  (Captain Planet)
    Ich verstehe diese Schwarz/Weiss-Sicht vieler Kommentatoren nicht. Niemand hat behauptet, dass die SNB an der Klimaerwärmung schuld sei. Niemand behauptet, dass die SNB im Alleingang durch den Verzicht von Investitionen in Fossile Brennstoffe das Klima retten wird. Aber zu behaupten, die SNB habe durch ihre Investitionspolitik keinen Einfluss auf die Umwelt ist einfach nur ignorant. Wir sind alle Teil des Puzzles, auch die SNB, und müssen unsere Verantwortung und Möglichkeiten wahrnehmen!
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  • Kommentar von Niko Herb  (N_Herb)
    Wir sind die erste Generation, welche die Klimakrise zu spüren bekommt, und wir sind die Letzten, die sie noch verhindern können. Und jetzt gibt es hier tatsächlich noch Leute, die der Meinung sind, dass die SNB nicht auch Teil der Lösung sein sollte, sondern ein Teil des Problems bleiben darf. Bitte nochmals nachdenken.
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  • Kommentar von Niko Herb  (N_Herb)
    He hallo Leute... Aufwachen...!
    Venedig unter Wasser, Jahrhundert Waldbrände in Australien, Kalifornien, Sibirien, .. extreme Stürme in den USA, in Japan, .. extreme Hitzewellen in Indien, Jahrhunderthochwasser in Europa, die Polkappen und Gletscher schmelzen schneller als befürchtet, die Meerespiegel steigen. Alles bereits vor 30 Jahren prognostiziert, seit Jahren real. Der UN-Klimarat warnt: Bei ungebremster Erderwärmung werden extreme Unwetter noch häufiger und stärker auftreten, …
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