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40 Millionen Preisgeld Grosse Turniere dominieren das Tennis – auf Kosten der kleinen

Mann mit Hut schaut Tennis in Wimbledon.
Legende: Auch wenn das Turnier Wimbledon einzigartig ist – es steht expemplarisch für die Entwicklung im Tennis. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Wimbledon beträgt das Preisgeld in diesem Jahr fast 40 Millionen Franken – doppelt so viel wie vor sechs Jahren.
  • Kleine Turniere sind weitaus weniger lukrativ. Gstaad etwa ist mit knapp 500'000 Franken dotiert.
  • Umso schwieriger sei es, die Top-Spieler für kleinere Anlässe zu gewinnen, sagt der Turnierdirektor von Gstaad. Dabei werde auch dort spektakuläres Tennis geboten.

Wimbledon, das US-Open und die anderen grossen Turniere wie Miami oder Madrid sind für die Spieler gleich doppelt lukrativ: Es gibt viele Punkte und viel Preisgeld zu gewinnen. Wobei das Preisgeld von Jahr zu Jahr üppiger ausfällt.

Nicht so bei den kleinen Turnieren. Dort ist der Anstieg beim Preisgeld bescheiden. Die Schere zwischen den grossen und kleinen öffnet sich immer mehr – und das ist gewollt, schreibt die ATP die Organisation der Männer-Turniere, auf Anfrage. «Die Turniere der höchsten Kategorie sind unsere Aushängeschilder. Dank ihnen können wir die Einnahmen aus der Werbung, den Fernseh-Rechten und den Anlässen steigern.»

«Top-Spieler zu gewinnen, ist schwierig»

Die Unterschiede sind eindrücklich: In Wimbledon beträgt das Preisgeld dieses Jahr fast 40 Millionen Franken – doppelt so viel wie vor 6 Jahren. Demgegenüber steht Gstaad. Das Tennis-Turnier dort beginnt übernächste Woche und gehört zur untersten Kategorie, zu den sogenannten 250er-Turnieren. Dotiert ist es mit knapp 500'000 Franken – also 80 Mal weniger als Wimbledon.

Damit die absoluten Top-Spieler zu gewinnen, sei extrem schwierig, erklärt Turnierdirektor Jean-Francois Collet: «Die 250er-Turniere sind wichtig für die Entwicklung der jungen Spieler. Die anderen Spieler wollen wirklich Punkte machen.»

Legende:
So sieht die Preisgeldentwicklung aus 3'1600'000 Pfund werden in Wimbledon 2017 verteilt http://www.wimbledon.com/en_GB/aboutwimbledon/prize_money_and_finance.html

ATP hat Preisgelder bei den 40 kleinen Turnieren angehoben

Und so wollen sich auch dieses Jahr in Gstaad wieder zahlreiche Spieler aus den Top-20 und Top-100 profilieren. Aber weil diese grossen Anlässe immer dominanter werden, würde das Publikum bis zu einem gewissen Grad verwöhnt. «Top-100-Spieler sind sehr gute Spieler», findet Collet. Es gebe nicht nur fünf Spieler auf der Welt.

Dem Publikum müsse bewusst sein, dass auch die anderen Spieler – ausserhalb der Top-5 – spektakuläres Tennis zeigten, so der Turnierdirektor. Und diese Spieler trifft man an Turnieren wie Gstaad. Auch die ATP betont, dass solche Anlässe wichtig seien und hat deshalb die Preisgelder bei den 40 kleinen Turnieren angehoben.

Allerdings sprechen die Zahlen eine etwas andere Sprache: Bei den kleinen steigen die Preisgelder jährlich um gut 3 Prozent – bei den grossen um bis zu 14 Prozent. Die Schere öffnet sich also weiter zugunsten der grossen, dominierenden Anlässe.

Legende:
Der Preisgeldvergleich zwischen Wimbledon und Gstaad ist eindeutig So viel Geld erhalten die Spieler in diesem Jahr.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Ferdi Weibel (weibel)
    Wenn man aus einer Sportart für die Oberschicht, eine für die Masse macht, welches von den Zuschauerzahlen und der generierten Wertschöpfung zu den wichtigsten der Welt geworden ist, dann verwundern die Preisgelder und die Werbewerte der Spieler nicht, und man sieht, dass es sich auf dem Niveau anderer populärer Sportarten bewegt. Dies lässt sich nicht stoppen. Die Besucherzahlen diktieren nun, wieviel ein Turnier "wert" ist, und nicht der sich grad vor Ort befindende britische Adel (Gstaad).
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Nun,auf den ersten Blick scheint dies viel Geld zu sein. Zu bedenken gilt folgendes: Der Spieler bezahlt idR. Steuern in jenem Land, in welchem das Turnier stattfindet, er bezahlt damit Trainer, Masseur, Manager, Sekretariat, Betreuer und, und und... Ein Tennisstar ist heute keine Einzelmaske mehr, sondern eine Firma! Natürlich ist es dann noch immer viel, doch das Preisgeld ist kein Nettoeinkommen!
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Absolt abstrus! Manager, diverse Politiker und einige Sportler leben von Exzessen, die niemand wirklich "verdienen" kann. Beim sogenannten Sport ist das kein Sport mehr, sondern nur noch eine Geldschlacht.
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