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Wirtschaft Grossrazzia bei Basler Bank Safra Sarasin

Die Schweiz leistet offenbar in einem grossen Betrugsfall Rechtshilfe an Deutschland: Bei der Basler Bank Safra Sarasin haben Polizisten und Staatsanwälte gestern eine Grossrazzia durchgeführt.

Legende: Video Grossrazzia bei Bank Sarasin abspielen. Laufzeit 1:40 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.10.2014.

Bei der Basler Bank Safra Sarasin führten Ermittler am Donnerstagmorgen eine Grossrazzia durch. Auch am Zürcher Sitz der Bank sowie bei Anwaltskanzleien und Vermögensverwaltern in insgesamt sieben Kantonen soll es Durchsuchungen gegeben haben. Das melden verschiedene Medien.

Bei der grossangelegten, von der Staatsanwaltschaft Zürich koordinierten Aktion sei es darum gegangen, Beweise zu finden für einen mutmasslichen Steuerbetrug. Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln wegen Steuerbetrugs in der Höhe von 460 Millionen Euro.

Zusammenarbeit früher nicht möglich

Der Fall macht vor allem in Deutschland seit Monaten Schlagzeilen: Kölner Staatsanwälte ermitteln laut dem Bericht gegen über 30 Personen. Bankangestellte und Anwälte sollen sich mit verbotenen Geschäften auf Kosten des Staates bereichert haben. Durch Hin- und Herschieben von Aktien war es möglich, einmal bezahlte Verrechnungssteuern zweimal zurückzufordern (sogenannte Cum-Ex-Deals).

Safra Sarasin hat gemäss den Anschuldigungen vermögende Kunden jahrelang empfohlen, in so operierende Fonds zu investieren. Verschiedene Prominente wie der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer oder der Drogerie-Unternehmer Erwin Müller als Kunden klagen in diesem Zusammenhang schon länger gegen die schweizerisch-brasilianische Privatbank.

Überraschend ist auch die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und den hiesigen Behörden. Vor wenigen Jahren noch, als deutsche Staatsanwälte massenhaft Schwarzgeldkonten in der Schweiz enttarnt hatten, wäre ein solche Kooperation nicht möglich gewesen, heisst es. Diesmal waren die Schweizer Behörden offenbar mit dem Zugriff einverstanden und leisteten Amtshilfe.

Es geht um Milliardenbeträge

Safra Sarasin erklärte, dass die betroffenen Geschäfte aus der Zeit stammten, als die Bank Sarasin noch im Besitz der Rabobank war. Zu keinem Zeitpunkt habe die Bank J. Safra Sarasin solche Cum-Ex-Produkte aufgesetzt oder betrieben. Safra Sarasin arbeite mit den schweizerischen Behörden zusammen, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln und Frankfurt ermitteln.

Die Kölner Staatsanwaltschaft verweigerte unter Hinweis auf das Steuergeheimnis jegliche Auskunft zum Fall. Deutsche Behörden ermitteln seit geraumer Zeit gegen Banken und Investoren wegen der ausgeklügelten Steuerdeals, mit denen Investoren den deutschen Fiskus nach Einschätzung von Finanzbehörden und Steuerrechtlern um Milliardensummen erleichtert haben sollen.

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