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Kommt die Öko-Steuer fürs Fliegen?
Aus Tagesschau vom 10.07.2019.
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Günstige Flüge Soll die Schweiz eine Klimaabgabe auf Flugtickets einführen?

Noch ist Fliegen günstig. Eine Klima-Abgabe, wie man sie im Ausland kennt, könnte das ändern.

Die Zahl der Passagiere am Flughafen Zürich steigt stetig an. Das zeigt die Verkehrsstatistik vom Juni. Im vergangenen Monat flogen 2.89 Millionen Reisende über Zürich. Das entspricht einem Plus von 3.6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch der Halbjahresvergleich deutet ein anhaltendes Wachstum an. Im ersten Halbjahr 2019 benutzten 2.4 Prozent mehr Flugreisende den Flughafen Zürich. Das Passagiervolumen wächst weiter an. 2018 knackte der Flughafen die 30 Millionen-Marke. Bis in elf Jahren rechnet er mit 40 Millionen Passagieren pro Jahr.

Ein Grund für diese Entwicklung: Fliegen ist günstig. Es ist so einfach wie noch nie, einen Flug zu buchen. Auf Suchmaschinen und Buchungsplattformen für Flugreisen liefern sich Airlines einen Preiskampf. Billig-Anbieter und traditionelle Fluggesellschaften versuchen, sich gegenseitig zu unterbieten.

Frankreich plant Klimasteuer

Dabei strebt die Klimadebatte eigentlich eine Entwicklung in die andere Richtung an. Das führt in Frankreich zu konkreten Massnahmen. Am Dienstag hat das französische Verkehrsministerium angekündigt, ab 2020 eine Umweltsteuer auf Flugtickets erheben zu wollen.

So viel beträgt die französische Ökosteuer

Inlands- und innereuropäische FlügeFlüge ins Ausland
Economy-Class1,50 €3 €
Business-Class9 €18 €

Die Steuer zwischen 1.50 und 18 Euro soll für alle Flüge gelten, die in Frankreich starten. Der französische Staat rechnet mit Einnahmen von bis zu 182 Millionen Euro. Sie sollen dann in umweltfreundliche Infrastrukturen – etwa ins Eisenbahnnetz – investiert werden.

Felix Nipkow von der schweizerischen Energie-Stiftung findet die geplante Ticketabgabe Frankreichs sinnvoll, «aber in dieser Höhe ist das eher als symbolischer Akt zu werten». Auch die Nachbarländer Frankreichs kritisieren, dass die neue Abgabe so tief angelegt ist. Gegenüber anderen Ländern mit höheren Abgaben führe das zu Wettbewerbsverzerrungen.

Schweizer Politik zögert

Diese Kritik lässt Nipkow nicht gelten. «In Zeiten, in denen wir den Klimawandel ernsthaft bekämpfen müssen, muss jedes Land schauen, dass es vorwärts geht.» Einige europäische Länder kennen bereits solche Abgaben. Deshalb sei es auch Zeit, dass die Schweiz nachziehe.

Seit der Nationalrat Ende letzten Jahres das neue CO2-Gesetz abgelehnt hat, hat der Wind gedreht. Schweizerinnen und Schweizer können sich vorstellen, eine Klimaabgabe auf Flüge zu bezahlen. Eine Flugticketabgabe wird immer realistischer.

Mit einem solchen Aufschlag hätten vor allem Billig-Airlines zu kämpfen, sagt Aviatikexperte Andreas Wittmer. «CO2-Abgaben sind für Billig-Airlines eine grössere Belastung als für grössere Airlines, die im Langstreckenbereich ihre Umsätze machen.»

Ständerat berät im Herbst

Eine Flugticketabgabe könnte also den Trend der immer günstigeren Flüge brechen. Als nächstes wird der Ständerat in der Herbstsession die Totalrevision des CO2-Gesetzes beraten. Dann könnte auch in der Schweiz eine Klimasteuer auf Flüge eingeführt werden.

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111 Kommentare

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  • Kommentar von Lothar Drack  (samSok)
    Hr. Derungs schrieb weiter unten, dass der Luftverkehr ab 2020 „CO2-neutral wachsen“ werde. Auf Rückfrage hin nannte er seine Quelle, wo ich las „Immer mehr Menschen fordern ihr Recht auf Mobilität ein“, wo ich auch den Passus in Bezug auf die CO2-Neutralität fand „Um das zu erreichen, müssen dann die Fluggesellschaften für das zusätzliche CO2-Zertifikate kaufen (...). Das ist ein wirkungsvoller Schritt, denn der Luftverkehr wächst jedes Jahr um etwa fünf Prozent weltweit.“ Toll, nicht?
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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    An sich sollten Flüge, die kürzer als 150 Minuten sind, mindestens 500.- pro Leg kosten. Fast 95% der Flüge dienen nur dem Tourismus und Vergnügen - diese Flüge braucht es gar nicht!
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Was haben denn so Lenkungsabgaben denn gebracht? Nichts. Wegen der LSVA wird kein Kilo auf die Bahn verlagert, wegen der VOC nicht auf Aceton verzichtet. Aber der Beamtenstaat hat eine Geldquelle angetapft und gönnt sich jährlich eine automatische Lohnerhöhung. Merken tut das vorallem der kleine Büezer, dem Ende Monat weniger Geld in der Tasche bleibt und der Angst um seinen Job haben muss, weil der Unternehmer die Nase voll hat und die Arbeitsplätze kurzerhand ins Ausland verlagert.
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