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Wirtschaft Hat Goldman Sachs den Alu-Preis angekurbelt?

Die Wall-Street-Bank soll mit eigenen Aluminium-Lagern kräftig am Metall-Hunger an der Börse mitverdienen. Nun haben Alu-Verarbeiter die Nase voll. Eine Klage ist bereits eingereicht – auch eine Sammelklage droht.

Aluminium-Barren in einem Lagerhaus
Legende: Rund die Hälfte des gehandelten Aluminiums in den USA soll in den Lagern von Goldman Sachs liegen. Reuters

Wall-Street-Banken haben sich zu mächtigen Spielern im Rohstoffhandel aufgeschwungen – und das weit über das Börsenparkett hinaus. Sie besitzen eigene Warenlager.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat deswegen nun eine Klage am Hals. Goldman Sachs soll über Jahre die Preise für Aluminium in die Höhe getrieben haben. Davon ist ein US-Aluminiumverarbeiter überzeugt, der vor dem Bezirksgericht Detroit eine Klage gegen die Bank und die Londoner Metallbörse LME eingereicht hat.

Banken haben eigene Lagerhäuser für Rohstoffe

Die LME-Muttergesellschaft wies den Vorwurf zurück. Auch Goldman Sachs erklärte, sich vor Gericht wehren zu wollen.

Hintergrund der Klage ist ein Geschäftsmodell, das auch den Argwohn von Finanzaufsehern geweckt hat: Viele Grossbanken besitzen eigene Lagerhäuser für Rohstoffe. Sie verdienen damit direkt am Hunger der Industrie, etwa nach Metallen.

Der Aluverarbeiter Superior Extrusion aus Michigan wirft Goldman Sachs vor, die Auslieferung des Aluminiums aus den bankeigenen Lagerhäusern in Detroit verzögert zu haben, um höhere Lagermieten kassieren zu können. Die LME als die marktbeherrschende Metallbörse habe dieses Vorgehen gedeckt. Andere, namentlich nicht genannte Lagerhaus-Betreiber seien ähnlich vorgegangen. Superior Extrusion will im Namen aller Geschädigten eine Sammelklage durchsetzen.

3 Milliarden Dollar Zusatzkosten für Kunden?

Wie tief der Frust bei den Alukunden sitzt, zeigten jüngst Äusserungen von Timothy Weiner vor einem Ausschuss des US-Senats. Der Risikomanager der zweitgrössten US-Brauerei MillerCoors beschwerte sich über das Geschäftsgebaren der Banken und der LME. Er schätzte die Zusatzkosten für die Kunden allein im vergangenen Jahr auf 3 Milliarden Dollar. «Das aktuelle System funktioniert nicht.»

Es sei kaum mehr möglich, Alu direkt von den Herstellern zu beziehen, erläuterte Weiner. Das Metall gehe direkt in die Lagerhäuser. Die US-Grossbanken hätten mit Hilfe der LME «einen Flaschenhals geschaffen, der den Nachschub an Aluminium einschränkt». MillerCoors und andere Kunden hätten bis zu anderthalb Jahre auf eine bestellte Lieferung warten müssen. «Das ist bei keinem anderem Rohstoff so, den wir kaufen.»

Grösste US-Bank will sich von Rohstoffgeschäft trennen

Laut der bereits am Donnerstag eingereichten Klage betreibt Goldman Sachs über seine Tochtergesellschaft Metro International 29 der 37 von der LME zugelassenen Lagerhäuser in Detroit. Schätzungen zufolge kontrolliere die Bank damit die Hälfte allen Alus, das in US-Lagerhäusern liege, hiess es.

US-Aufsichtsbehörden und Politiker fürchten durch den Zugriff der Wall Street auf Rohstoffe Interessenkonflikte und eine Machtballung. Vor diesem Hintergrund will sich die grösste US-Bank JPMorgan Chase von dem Geschäftsfeld trennen, wie sie Ende Juli erklärte.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Livio Son, Kaltbrunn
    Die Grossen scheffeln Geld und wir KMU's leiden unter dem hohen Preis. Toll. Und hier wird kein Riegel geschoben..... Auch in Zukunft nicht....
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  • Kommentar von JP.Simon, Bern
    Da müssen nicht wenige dieser Bangster teuerstes Geschirr vom feinsten besitzen und doch haben sie nicht alle Tassen im Schrank. Und wenn ein Wissen von diesem skrupellosen Treiben Im White House anzunehmen war und nicht interveniert wurde, wahrscheinlich sind sie alle gerade auf dem Klo gewesen. Gehen wieder ein paar Firmen pleite, das Aufmunterungs-Orakel 'Yes we can' rettet im nu die ganze Nation, alles ist wieder OK, da+dort schleicht+schleift man sich unverdrossen in d. Armensuppen-Küche
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