Jordan mahnt bessere Notfallpläne der Banken an

Fünf Jahre nach der UBS-Rettung hat die Nationalbank das Kapitel für sich abgeschlossen: Die UBS kaufte ihre Ramschpapiere wieder zurück. Doch: Sind die Banken heute wirklich sicherer? SNB-Präsident Jordan sieht Fortschritte, aber auch noch viel Arbeit für die Geldinstitute.

Ein dickeres Sicherheitspolster, mehr Eigenkapital, mehr liquide Mittel – das forderte das neue Gesetz nach der UBS-Krise. Zähneknirschend begannen die Banken, diese Sicherheiten aufzubauen.

Es gebe Fortschritte, sagt nun der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan. «Wir sind weitergekommen, die Situation ist nicht vergleichbar mit der von 2008», erklärte er in der «Samstagsrundschau». «Aber wir sind auch noch nicht dort, wo wir sein sollten.»

«Wir haben gefordert, dass es schneller geht»

Noch bis 2019 haben die Banken Zeit, die neuen Vorschriften zu erfüllen. Dauert das zu lange? «Das ist eine sehr lange Übergangsfrist. Wir haben immer darauf gepocht, dass es viel schneller gehen sollte», so Jordan. «Wir haben die Banken aufgefordert, ihren Kapitalaufbau schneller voranzutreiben.»

Je schneller, umso besser – und sicherer. Sollte das Eigenkapitalpolster aber auch dicker und die Sicherheitsquote höher sein als bisher gefordert? Bundesrätin Eveline Widmer Schlumpf liess dies vor ein paar Tagen durchblicken. Jordan wägt ab: «Wichtig ist, dass der Prozess rasch abgeschlossen wird. Dann kann man eine Lagebeurteilung vornehmen und schauen: Wo stehen wir?»

«Wir brauchen Fortschritte bei den Notfallplänen»

Dazu gehöre auch der eigene Notfallplan der Grossbanken für den Krisenfall, damit keine staatliche Unterstützung mehr nötig wäre. Da brauche es unbedingt Fortschritte, so Jordan. «Sollte das nicht der Fall sein, müsste die ganze Regulierung aus einem anderen Blickwinkel beobachtet werden. Das wiederum könnte Konsequenzen haben für die Kapitalvorschriften.»

Noch ist viel zu tun und so rasch dürfte die Gefahr einer weiteren Grossbanken-Rettung nicht gebannt sein.

(stric)

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