Libor-Skandal: Finma muss Red und Antwort stehen

Hat die Eidgenössische Finanzmarkaufsicht (Finma) die UBS genügend kontrolliert oder nicht? Diese Frage wollen die Geschäftsprüfungskommissionen beider Räte klären. Finma-Chef Patrick Raaflaub muss deshalb antreten.

Die Finma steht unter Druck. Es ist ihre Aufgabe die Schweizer Grossbanken zu beaufsichtigen und gegebenenfalls einzugreifen. Doch hat sie dies bei der UBS zur Zeit der Libor-Manipulationen tatsächlich ausreichend getan? Dies fragen sich Parlamentarier der Geschäftsprüfungskommissionen (GPK) beider Räte.

Patrick Raaflaub, Direktor Eidgenössische Finanzmarktaufsicht, an einer Medienkonferenz. (keystone) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Er soll Licht ins Dunkel bringen: Finma-Direktor Patrick Raaflaub. Keystone

Klarheit schaffen muss nun Finma-Direktor Patrick Raaflaub selber – und zwar bei einer Anhörung der GPKs. Wann diese stattfindet, ist laut den Mitteilungen der GPK noch unklar.

Ex-UBS-Banker Branson in der Kritik

Die UBS war Ende Jahr wegen den Libor-Manipulationen abgestraft und zu einer milliardenschweren Busse verdonnert worden. Das Verhalten der Finma war darauf heftig diskutiert worden. Besonders zu reden gab die Rolle des aktuellen Leiters der Bankenaufsicht bei der Finma, Mark Branson. Er hatte während der fraglichen Zeitspanne der Libor-Manipulationen selbst bei der UBS gearbeitet.

Branson war von Mitte 2006 bis Ende 2007 CEO der UBS Securities ltd. in Japan. In dieser Einheit versuchte ein Händler, die Libor-Eingaben seiner Kollegen in London und Zürich in besonders stark zu beeinflussen. Im Libor-Verfahren der Finma gegen die UBS ist Branson deshalb in den Ausstand getreten.