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Euro im Höhenflug Lichtblick für die Tourismusbranche

Legende: Video Franken schwächelt – die Tourismusbranche freut’s abspielen. Laufzeit 03:07 Minuten.
Aus 10vor10 vom 03.08.2017.

Das wichtigste in Kürze:

  • Der Euro wird im Vergleich zum Franken immer stärker.
  • Gewinner des Aufschwungs der Eurozone ist auch die Schweizer Hotellerie, die sowohl für ausländische als auch für inländische Gäste wieder deutlich attraktiver wird.
  • Gründe für den Anstieg sind unter anderem die positive europäische Konjunkturentwicklung die politischen Risiken mit Donald Trump
Diagram von positiver
Legende: Anfang Jahr kostete ein Euro noch 1.06 Schweizer Franken. SRF

Die Eurozone ist im Aufschwung, der Euro im Höhenflug. In der Nacht auf heute hat der Euro-Franken-Kurs erstmals seit dem Frankenschock vom Januar 2015 die Grenze von 1.15 durchbrochen. Anfang Jahr kostete ein Euro noch 1.06 Schweizer Franken.

Doch weshalb dieser Anstieg? UBS-Chefökonom Daniel Kalt sagt: «Die politischen Risiken in Europa mit Macrons Sieg in Frankreich gesunken, gleichzeitig sind die politischen Risiken mit Donald Trump in den USA während der letzten Wochen eher gestiegen. Zudem läuft die europäische Konjunktur sehr gut.»

Kursveränderung hat grossen Effekt

Neben der Exportwirtschaft freut sich insbesondere die Tourismusbranche über diese Kursentwicklung: Übernachtungen in Schweizer Hotelbetten werden für ausländische Touristen wieder erschwinglicher. Daniel Kalt meint zudem: «Schweizer Touristen werden sich aufgrund des stärkeren Euros zweimal überlegen, ob sie ihre Ferien nicht für einmal lieber in der Schweiz verbringen möchten.»

Eine Studie der Konjunkturforschungsstelle KOF an der ETH Zürich zeigt, wie gross der Effekt einer Kursveränderung tatsächlich ist: Wenn der Franken gegenüber dem Euro zehn Prozent gewinnt, sinken die von europäischen Gästen gebuchten Hotelbetten in der Folge ebenfalls um fast zehn Prozent. Dieser Effekt dürfte nun auch in die umgekehrte Richtung spielen, die Reservationen sollten also zunehmen.

Ländliche Gebiete als Gewinner

Davon profitieren vor allem die ländlichen Tourismusregionen, weil sich die Gäste dort durchschnittlich länger aufhalten als in den Städten, wo Geschäftsreisende und Kurzaufenthalter dominieren. Die meisten Touristen – nämlich fast ein Fünftel aller ausländischen Gäste – kommen aus Deutschland. Und gemäss der Studie reagieren gerade die deutschen Urlauber besonders stark auf veränderte Preise.

Bis Hotellerie und Gastronomie den schwächeren Franken in ihren Büchern wirklich spüren, wird es wohl noch einige Monate dauern. Doch für die kommende Wintersaison herrschen gute Aussichten.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    So richtig toll könnte es sein, wenn unsere Landesregierung endlich in der Lage wäre, die Lebenshaltungskosten an ein sich veränderndes Umfeld anzupassen. Es kann doch einfachvnicht im Interesse der Schweiz sein, wenn hier einfach Alles viel teurer ist als in den umliegenden Ländern. Darunter leiden Wirtschaft, Tourismus und Bevölkerung. Wer kommt schon hierher in Urlaub etc. wenn zB Schlafen und Essen 50% teurer sind als in D-A-I-F. Pizza in Rheinheim € 8.50 und in Zurzach Fr. 21.00.
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    1. Antwort von marc rist (mcrist)
      Das wird ein frommer Wunsch bleiben. Die Schweiz ist viel zu dicht besiedelt und die dadurch explodierenden Bodenpreise schlagen voll durch. Kritikern, die jetzt einwenden hierzulande beanspruche der Einzelne zu viel Wohnraum, sei gesagt, dass ich absolut keinen Wert darauf lege, zu viert oder fünft in einer vielleicht 60 m2 grossen 3-Zimmer-Wohnung zu leben, wie es etwa in den 50er oder 60er Jahren hierzulande durchaus nicht unüblich war.
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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Und die Ermässigung der Mehrwertsteuer für die Hotellerie, welche vom Parlament wegen des "starken Frankens" kurz zuvor (natürlich rein zufällig ...) gerade noch über die Bühne gebracht wurde? Wird dieser Beschluss, welcher der Staatskasse millionenschwere Ausfälle beschert, nun wieder rückgängig gemacht?
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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    Auch wenn der Franken günstiger wird, die Schweiz ist und bleibt eine Hochpreisinsel, die nur Verrückte aufsuchen.
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