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US-Firmen wollen sich vor Klagen wegen sexueller Belästigung schützen
Aus SRF 4 News aktuell vom 04.11.2019.
abspielen. Laufzeit 02:58 Minuten.
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Liebe am Arbeitsplatz «Bei McDonald's gab es immer wieder Reklamationen von Frauen»

McDonald's-Chef Steve Easterbrook muss gehen, weil er mit einer Untergebenen eine Liebesbeziehung hat. So etwas wäre in der Schweiz kaum möglich, sagt Wirtschaftsredaktorin Stefanie Pauli.

SRF News: Ist eine Entlassung wegen Liebe am Arbeitsplatz nicht etwas übertrieben?

Stefanie Pauli: Das kann man so sehen. Aber die Regeln bei McDonald's sind klar: Wer bei der Fastfood-Kette arbeitet, darf mit einem Kollegen oder einer Kollegin, die ihm oder ihr unterstellt ist, weder eine Beziehung, noch eine Affäre haben. Sonst droht die Kündigung.

Warum ist das so?

In den USA haben viele Firmen solche Regelungen. So darf man etwa bei Google oder Facebook eine Arbeitskollegin nur einmal fragen, ob sie Lust auf einen gemeinsamen Kaffee oder ein gemeinsames Nachtessen hat. Wenn die Person nein sagt, muss der andere weitere Avancen unterlassen.

Schuld an den strengen Regeln ist die Me-Too-Bewegung.

Zurückzuführen ist das einerseits auf die Me-Too-Bewegung. Wegen ihr werden Themen wie sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz breiter diskutiert. Damit ist auch der Druck auf Unternehmen gewachsen, Regeln zu schaffen, um Angestellte vor Belästigungen besser zu schützen. Firmen haben aber auch Regeln geschaffen, weil sie Angst haben, verklagt zu werden. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist dieses Risiko in den USA tatsächlich grösser.

Sind die Regeln von McDonald's eine direkte Reaktion auf diesen wachsenden Druck?

Ja. Gerade McDonald's stand wegen seiner Firmenkultur besonders unter Druck. Es gab immer wieder Reklamationen von Frauen, die von Chefs oder Kollegen belästigt wurden. Mehrere solcher Klagen sind noch hängig. Angestellte, Anwälte, aber auch die Politik forderten deshalb strengere Regeln. Sie sollen sicherstellen, dass Belästigungen und Missbräuche am Arbeitsplatz bei McDonald's Folgen haben und die Angestellten besser geschützt sind.

Firmen in der Schweiz dürfen Liebe am Arbeitsplatz nicht verbieten.

Wie handhaben Unternehmen in der Schweiz dieses Thema?

Gemäss Arbeitsrecht dürfen Firmen in der Schweiz Liebe am Arbeitsplatz nicht verbieten. Der Arbeitgeber darf aber verlangen, dass er unter gewissen Umständen über eine Beziehung informiert wird. So ist etwa bei Banken, Versicherungen oder bei Beratungsunternehmen eine Meldepflicht durchaus die Norm. Sie soll Interessenskonflikte verhindern. Sobald aber eine Beziehung das Klima in der Firma oder die Leistung beeinträchtigt, kann der Arbeitgeber auch hierzulande eingreifen. Viele Firmen versuchen – vor allem wenn das Liebespaar nicht auf gleicher Hierarchiestufe ist –, einen der Partner in eine andere Abteilung zu versetzen.

Das Gespräch führte Claudia Weber.

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