Loeb verlässt die Börse – wie viele Schweizer Detailhändler zuvor

Die Berner Warenhaus-Gruppe Loeb verabschiedet sich in Kürze von der Börse. Allgemein gibt es in der Schweiz wenige börsenkotierte Detailhandelsunternehmen. Wieso?

Im Oktober zieht sich Loeb wie geplant von der Börse zurück. Gründe dafür sind das geringe Handelsvolumen der Partizipationsscheine sowie die im Verhältnis mit der Unternehmensgrösse hohen Kosten durch regulatorische Vorschriften. Der Handel von Aktien und Partizipationsscheinen wird nun ausserbörslich über die Berner Kantonalbank durchgeführt.

Allgemein gibt es in der Schweiz wenig börsennotierte Detailhandelsunternehmen. Patrick Hasenböhler von der Bank J. Safra Sarasin kennt auch die Gründe: «Neun der zehn grössten Detailhandelsunternehmen sind entweder in privatem Besitz oder genossenschaftlich organisiert.» Beispielsweise die beiden Marktführer Coop und Migros sind Genossenschaften. Die Ausnahme bildet Valora.

Das Logo an der Fassade der Berner Warenhaus-Gruppe Loeb. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Berner Warenhaus-Gruppe Loeb wird nicht mehr an der Börse gehandelt. Keystone

Schweizer Detailhandelsunternehmen zu klein

Der andere Grund ist, dass viele Schweizer Detailhandelsunternehmen die internationale Expansion nicht geschafft haben und deshalb klein geblieben sind. «Fairerweise muss man sagen, dass die internationale Expansion in diesem Sektor schwieriger war als zum Beispiel in der Pharmaindustrie oder bei den Banken, da vor allem der Lebensmitteleinzelhandel ein stark national organisiertes Geschäft war», erklärt Hasenböhler.

Eine weitere Ausnahme ist der Reise- und Duty-Free-Detailhändler Dufry, der über Akquisitionen zum weltweit grössten Unternehmen in seinem Bereich wurde. Dessen Börsenkapitalisierung macht ein Vielfaches der anderen Detailhandelsunternehmen aus.

Anders sieht die Lage im Ausland aus, wo die meisten der grossen Detailhandelsunternehmen an Börsen kotiert sind.