Lufthansa und Air China stärken Zusammenarbeit: Zahlt der Kunde?

Im Fluggeschäft zwischen Europa und China ist die Konkurrenz gross. Die wirtschaftlich angeschlagene Lufthansa will auf der Strecke mehr Kunden gewinnen – über ein Joint Venture mit der staatlichen chinesischen Fluggesellschaft Air China. Für Passagiere ist das nicht zwingend eine gute Nachricht.

Joint Venture zwischen Lufthansa und Air China. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Air-China-Vorsitzender Cai Jianjiang unterzeichnen in Peking das Joint Venture. Keystone

Wer häufig von Frankfurt oder Zürich aus nach China reisen muss, könnte durchaus von der Zusammenarbeit profitieren. Denn das neue gemeinsame Tochterunternehmen von Lufthansa und Air China, das auch die Swiss und Austrian Airlines umfasst, ist neu die grösste Anbieterin von Flugverbindungen zwischen Europa und China.

Zwar arbeiten die beiden Firmen schon heute über die Star Alliance eng zusammen. Sie betreiben Code-Sharing-Flüge, damit die Kunden vom jeweils anderen Angebot profitieren können. Die Flugpläne bestimmte bisher aber jede Airline selbst.

Nun werden die Verbindungen genauer aufeinander abgestimmt. Da dies nicht nur für Direktflüge, sondern auch für Anschlüsse gilt, entsteht dadurch auch eine bessere Anbindung an das dichte Inlandnetz von Air China. Das Umsteigen in Schanghai oder Peking wird einfacher, was vor allem Geschäftskunden begrüssen werden.

Wie sieht das neue Angebot aus?

Für Kunden kann die neue Zusammenarbeit aber auch Haken haben. Denn die Marktmacht im deutschsprachigen Raum kann dazu führen, dass Lufthansa und Swiss versuchen könnten, auf Direktflügen höhere Preise durchzusetzen. Zudem streicht das Joint Venture möglicherweise Verbindungen, um zu gewissen Zeiten eine bessere Auslastung zu erzwingen.

Für die Lufthansa ist das Joint Venture in mehrer Hinsicht interessant. Sie kann damit auf dem chinesischen Markt die Konkurrentin KLM/AirFrance überholen, die eine ähnliche Kooperation mit zwei privaten chinesischen Fluggesellschaften betreibt. Zudem wird sie attraktiver für chinesische Kunden, die Anschluss ans europäische Netz suchen.

Das könnte dem deutschen Kranich helfen, sich im asiatischen Raum stärker gegen die aufstrebenden Golfstaaten-Airlines zu behaupten. Ähnliche Kooperationsmodelle hat Lufthansa deshalb auch bereits mit Singapore Airlines und der japanischen Fluggesellschaft ANA geschlossen.