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Wirtschaft Matratze bald besser als Sparkonto?

Viele Banken schwimmen zurzeit im Geld. Das tiefe Zinsniveau lässt die Erträge auf Privatkonten ins Bodenlose sinken. Muss die Kundschaft bald fürs Sparbüchlein zahlen, einen Negativzins hinnehmen? «Zurzeit reine Theorie», beschwichtigt die ZKB, die kürzlich laut über den Schritt nachgedacht hat.

Eine Kunden hebt von der Bank Geld ab und steckt es in ihr Portemonnaie.
Legende: Wohin mit dem Geld, wenn die Bank keine Zinsen mehr gibt? Keystone

Die Zürcher Kantonalbank ZKB schreibt für das vergangene Jahr 744 Millionen Franken Gewinn. Hauptertragsquelle: das Zinsgeschäft. Nun hat die grösste Schweizer Kantonalbank vor wenigen Tagen angekündigt, dass sie nur noch minime Zinsen zahlen könne. Und es kommt noch besser: Sogar auf Negativzinsen müssen sich Kleinsparer offenbar gefasst machen.

ZKB-Chef Scholl: «Wir kriegen auch nichts fürs Geld»

Wer 10'000 Franken auf ein ZKB-Konto legt, erhält ein Jahr später ganze 5 Franken Zins. Davon werden noch Gebühren abgezogen. ZKB-Chef Martin Scholl erklärt den Umstand mit dem allgemein tiefen Zinsniveau: «Wir kriegen auch nichts fürs Geld, die Nationalbank zahlt uns eben auch nichts.» Die ZKB sei zugleich mit hohen Mittelzuflüssen konfrontiert und könne es sich deshalb leisten, relativ wenig zu bezahlen.

Auch die Grossbanken UBS und Credit Suisse zahlen tiefe Zinsen. Doch die ZKB hat ihre Kunden vor ein paar Tagen gar gewarnt, die Zinsen könnten negativ werden.

Scholl: Keine Drohung 

Das sei zurzeit reine Theorie, beschwichtigt Martin Scholl: «Das ist weder eine Drohung noch eine Aktion, die unmittelbar bevorsteht. Es ist eine Anpassung der allgemeinen Geschäftsbedingungen.» Falls die Bank je Negativzinsen einführen müsste, hätte der Kunde laut Scholl das Recht, das Geld sofort vollumfänglich zurückzuziehen.

Weil die ZKB in einem solchen Fall voraussichtlich nicht die einzige Bank wäre, die Negativzinsen einziehen würde, blieben den Privatkunden allerdings kaum Alternativen. Sie müssten das Geld wohl unter der Matratze deponieren.

Andere Banken zahlen deutlich mehr

Heute gibt es allerdings Banken, die ihren Kunden deutlich höhere Zinsen gewährt als die ZKB. Dazu gehört die Bank Coop, die doppelt so viel Zins auf Privatkonten entrichtet. CEO Andreas Waespi betont den Willen zu einer attraktive Sparproduktepalette. Die Bank Coop wolle zugleich nachhaltig wachsen und neue Kundschaft gewinnen.

Gar noch ein bisschen mehr Zins gibt es bei der Migros-Bank. Das könne sich die Bank leisten, weil sie die Prioritäten entsprechend setze, sagt Marketingleiter Markus Hunn: Statt Sponsoring von Fussball und Formel 1 werde das Geld in Form von besseren Zinssätzen den Kunden weitergeben.

Klar ist: Die meisten Banken erhalten zurzeit mehr Geld als ihnen lieb ist. Sie können nicht alle Mittel zur Refinanzierung von Hypotheken nutzen. Und müssen es bei der Nationalbank parkieren, wo sie gar keinen Zins dafür erhalten. Erst wenn das Zinsniveau allgemein stiege, wäre das Problem entschärft. Negativzinsen wären dann kein Thema mehr. Bis die Banken wieder höhere Zinsen auf Privatkonten entrichten, dürfte es aber noch länger dauern. Zuviel Geld wird ihnen heute zugetragen.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Eglin, Bannwil
    Einmal waren Banken Diensleister die Geld von Habenden zu Geld Benötigenden vermittelt haben. Für diese Dienstleistungen wurden sie bezahlt. Heute sind es Geldmaschinen für die Obern Kader und Aktionäre. Den auftrag den Sie haben nehmen sie nicht mehr war. Sie sind alle zu einem Risiko für die Menschen geworden die auf sie angewiesen sind. Die Zeche bezahlen dann auch wieder die Kleinen und Betreibe die die Arbeitsplätze Schaffen um Infrastrucktur und Staat zu erhalten. Schlicht Betrug an ...
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Nicht Matratze, deutsch Bank die dann illegal das Geld an den Steuern vorbei schleust. Aha, so was machen nur Schweizer Banken. Wer's glaubt... Zum Thema: müssen wir uns das weiterhin gefallen lassen? Die Zahlen verbessern sich, die Krise (die nie eine war) löst sich in Luft auf, aber unsere Politiker und Wirtschaftsbosse zocken immer mehr ab. Ärgerlich machen mich eigentlich die Schweizer selber. Kopfnickend nehmen die hin, was von Oben kommt. Das kann es doch nicht sein. Wehrt euch!
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  • Kommentar von Hans Knecht, Kontinentaleuropa
    ZKB. Gemäss der anderen Pressemitteilung hier erwirtschaftete die ZKB letztes Jahr einen Gewinn von 744 Millionen und monierte dass der Gewinn nicht wachse. Und dann gedenkt sie einen Negativzins einzuführen bzw. einen Kapitalabfluss zu initiieren. Das wirft meines Erachtens die Frage auf; was für eine Kultur herrscht heute im Topmanagement.
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