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«Gig-Economy» statt festen Job Mehr Flexibilität, aber weniger Sicherheit

Am heutigen Tag der Arbeit beschäftigen sich Gewerkschaften mit neuen Arbeitsmodellen wie der «Gig-Economy».

Legende: Audio ««Gig Economy»: Arbeiten für Vermittlungsdienste wie Uber» abspielen. Laufzeit 2:09 Minuten.
2:09 min, aus HeuteMorgen vom 01.05.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der «Gig-Economy» geht es darum, dass man nicht mehr fest angestellt ist, sondern kurzfristig Aufträge für verschiedene Arbeitgeber erledigt.
  • Gewerkschaften warnen vor tiefen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen und fordern eine Zertifizierung für Job-Plattformen.
  • Eine Personalexpertin spricht hingegen auch von Chancen für die Karriere.

Wie weit die «Gig-Economy» verbreitet ist, weiss niemand. Giorgio Pardini von der Gewerkschaft Syndicom, die in der Schweiz für die Informatik- und Kommunikationsbranche zuständig ist, spricht von etlichen zehntausend Personen weltweit.

Jobs, die irgendwo auf der Welt erledigt werden können – wie Texte übersetzen, Websites entwerfen oder Software programmieren – werden über spezielle Internetplattformen weltweit ausgeschrieben. Das drücke die Löhne und die Arbeitsbedingungen, befürchten die Gewerkschaften.

Chancen für Arbeitnehmer

Auch die Zürcher Fachhochschul-Professorin und Personalexpertin Andrea Müller weiss um diese Risiken. Sie sieht aber auch eine Chance: «Arbeitnehmer können ihre berufliche Karriere eigenverantwortlich gestalten.» Künftig würden wohl vermehrt auch Freelancer gesucht werden, bei denen sich der Arbeitgeber bewusst sei, dass er für deren Qualifikation, Erfahrung und Kompetenz zahlen müsse.

Wir verfolgen diese Entwicklung sehr genau.
Autor: Giorgio PardiniGewerkschaft Syndicom

Statt billigen Allerweltsjobs könnte es künftig also auch anspruchsvolle Mandate als Projektleiterin, als Ingenieur oder als temporäre Führungskraft geben.

Zertifizierung für Plattformen?

Um einen Ausgleich zwischen den Chancen und den Risiken der «Gig-Economy» zu finden, schlägt Gewerkschafter Pardini vor, bei solchen Job-Plattformen genauer hinzuschauen: «Wie mit einer Fairtrade-Zertifizierung könnten diese Plattformen bestätigen, dass sie die internationalen Arbeitsnormen respektieren und dass sie Löhne, Sozialversicherungsbeiträge und Steuern bezahlen.»

Schweizer Unternehmen sollten nur noch mit zertifizierten Plattform-Anbietern zusammenarbeiten, fordert Pardini.

3 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Heute Mittag im Tagesgespräch zum 1. Mai - sagte Frau Badran SP - die Arbeiter sind die wahren Arbeitgeber nicht umgekehrt - das hat schon einmal Nina Hagen ( ex DDR ) gesagt . Die Kapitalherren müssen dringend umdenken ! Ich sage seit langem die SP hat die einzige Aufgabe, die Büezer zu Mitunternehmern zu machen , dann benötigen wir keine Gewerkschaften mehr. Eigene Unternehmen gründen, wie früher Konsum, Migros , Baugenossenschaften etc. etc. Die Salonsozialisten können zur FDP über treten.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    "Gig-Economy" - statt "Gig, oder Gag..", wie wäre es, wenn sich die Wirtschaft endlich darauf besinnen würde, dass "Wirt-schaft", für die gesamte Menschheit Lebensbedingungen schafft und von echtem Nutzen sein muss, da es um Leben, Lebenserhaltung, Lebensfähigkeit geht...nicht um Egoismus, Habgier, Skrupellosigkeit, Ausbeutung, Verstrahlung, Vergiftung mittels tonnenweise Chemie, Zerstörung der Lebensgrundlage ,des Lebensraumes aller Lebewesen dieser Welt.....
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  • Kommentar von Susanne Saam (Susanne Saam)
    Zur Erinnerung: der 1. Mai ist nicht der Tag der Arbeit, sondern der Tag der Arbeitenden. Es ist der internationale Tag der Arbeiterbewegung. Es geht auch heute noch um den Menschen und seine Arbeitsbedingungen und nicht um die Arbeit an sich.
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