Zum Inhalt springen

Wirtschaft Mehr Geräte, aber weniger Stromfresser am Netz

In der Schweiz gibt es heute fast doppelt so viele Elektrogeräte wie noch im Jahr 2002. Trotzdem verbrauchen all die Elektrogeräte zusammen weniger Strom als damals. Das zeigen neueste Zahlen des Bundesamtes für Energie.

Ein Mann schaut vor einer Wand von TV-Bildschirmen auf sein Handy.
Legende: Waschmaschinen, Tiefkühler, Fernseher, Computer: Unsere Haushalte sind voll davon. Keystone

Elektrogeräte sind in den letzten Jahren deutlich effizienter geworden. Das zeigt sich besonders gut bei IT-Geräten und deren Zubehör. So braucht ein PC heute nur noch halb so viel Strom wie im Jahr 2002, ein Drucker sogar 73 Prozent weniger. Zudem haben viele Leute ihren grossen PC gegen ein kleines Notebook eingetauscht. Letzteres braucht natürlich weniger Strom.

Schweizerinnen und Schweizer besitzen heute rund 51 Millionen Elektrogeräte. Waschmaschinen, Backöfen, Computer, Fernseher – nicht dabei sind Handys. Das sind fast doppelt so viele Geräte wie noch vor 14 Jahren.

Legende:
Gerätebestand in der Schweiz Quelle: Bundesamt für Energie Bundesamt für Energie

Um diese Geräte herzustellen, braucht es ebenfalls Strom. Wenn man diese sogenannte graue Energie mit einrechnet, verbrauchen wir dann mit unseren Tumblern, Tablets und Tiefkühltruhen heute möglicherweise mehr Strom, weil wir mehr Geräte besitzen?

Keine Zahlen zum grauen Energieverbrauch

Marianne Zünd, Mediensprecherin des Bundesamtes für Energie (BFE), bestreitet das: «Wir haben zwar keine Zahlen, ich kann das nicht belegen. Aber wir wissen, dass gerade in der Industrie enorme Anstrengungen unternommen wurden, um energieeffizienter zu werden.» Das heisst: Auch die graue Energie in den Elektrogeräten hat abgenommen.

Gerade die Industrie hat enorme Anstrengungen unternommen, um energieeffizienter zu werden.
Autor: Marianne ZündSprecherin Bundesamt für Energie

Ein Problem bleibt allerdings: Wer heute einen Computer kauft, kauft schon drei Jahre später einen neuen. Die Lebensdauer der Elektrogeräte ist kürzer geworden. Und somit nimmt auch der absolute Energieaufwand für Elektrogeräte zu.

Es weiss also niemand, ob wir heute mit unserer Nutzung von immer mehr Apparaten, welche wir immer schneller ersetzen, nicht doch mehr Strom verbrauchen als früher. Doch dass die Geräte auf dem Markt zumindest immer weniger Strom verschlingen, ist vorerst einmal ein gutes Zeichen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Ist es denn verwunderlich, wenn bei einer Bevölkerungszunahme von fast 1 Mio/10J mehr Geräte+Autos im Umlauf sind? Die können noch so raffiniert+effizient entwickelt werden, mehr Leute >mehr Geräte >mehr Verschleiss >mehr Stromverbrauch, auch bei der Herstellung. Naiv zu glauben, irgendwer würde auf all den Luxus verzichten, wenn er ihn sich leisten kann od.erhält. Zudem fragt sich, ob die Verbrauchsangaben auf den Geräten überhaupt stimmen. Siehe Beschiss Benzinverbrauch bei sämtlichen Autos.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Wieder einmal ein typisch unreflektiertes Presseerzeugnis aus der Zeit der online Medien: Der Titel des Artikels sagt etwas ganz anderes aus als die Grafik: Die Zunahme der Geräte ist in der Grafik im Durchschnitt bie etwa 15% verortet, und der Titel wandelt das flugs um in "fast doppelt so viele". Der Titel würde suggerieren dass im Allgemeinen der Verbrauch pro Gerät halbiert wurde, dabei trifft dies lediglich für ein paar wenige Spitzenreiter zu.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Manuela Widmer (ManuelaWidmer)
      In der Grafik sind ja auch nur sechs Gerätetypen, nicht alle. TV, PC, Handy...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Dietmar Logoz (Universalamateur)
    Die Statistik müsste auch ausweisen, welche Geräte(klassen) neu dazugekommen sind. Mit den Kapsel-Kaffeemaschinen und E-Bikes beispielsweise gibt es neue Verbraucher, die nur teilweise andere Geräte (Kolbenmaschinen, PKW) ersetzen. Gadgets wie Action Cams, Fitness Trackern u.s.w. ersetzen nichts früheres, erhöhen also im Vergleich den Stromverbrauch unzweifelhaft.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von John Doe (johndoe)
      Am Schluss ist es ja egal ob jetzt die Actioncam etwas mehr oder weniger Strom braucht. Der Gesamtverbrauch muss runter und dafür gibts schöne Statistiken.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen