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Austritt aus Branchenverband Migros provoziert im Milchstreit

Legende: Video Streit um den Milchpreis abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.06.2017.
  • Die Migros tritt Ende Jahr aus der Branchenorganisation Milch (BOM) aus. Grund sei das illoyale Verhalten einzelner Mitglieder.
  • Die Branchenorganisation BOM legt den Milchpreis fest, genauer gesagt einen Richtpreis für die Milch.
  • Ausgangslage für den Austritt war ein Streit um den Milchpreis. Dieser brach vor einem guten Monat los, weil der BOM einen Preis festlegte, der den Bauern zu tief war.
  • Coop, auch BOM-Mitglied, zahlte den Bauern darauf einen höheren Preis, als in der Branchenorganisation abgemacht.
  • Die Migros geriet in die Kritik. Sie sei verantwortlich, dass der Milchpreis nicht erhöht wurde. Bauern riefen zu einem Boykott gegen Migros-Läden auf.
  • Nun verlässt die Migros den Branchenverband. Der Grund: Einige Mitglieder der BOM hätten sich nicht mehr an die Spielregeln gehalten, etwa indem sie interne Informationen den Medien zugetragen hätten.
  • Bei der Migros heisst es, man habe sich stets an den Richtpreis gehalten und zahle den Produzenten heute zehn Prozent mehr als der Durchschnitt der Verarbeiter. Damit sei man allerdings alleine gewesen.
  • Für die Lieferanten und Konsumenten soll sich laut der Migros nichts ändern. Der Ladenpreis bleibe unverändert.

Einschätzung von Wirtschaftsredaktorin Denise Schmutz

Einschätzung von Wirtschaftsredaktorin Denise Schmutz
Kurzfristig ändert sich für die Milchbauern und die Branche nicht viel. Langfristig allerdings stellt sich die Frage, inwiefern die Organisation an Bedeutung verliert, wenn wichtige Mitglieder fehlen. Wenn sich die anderen Milchverarbeiter und Grossverteiler nun der Branche und den Milchbauern weniger verpflichtet fühlen würden, wäre das für die Bauern fatal.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi Schwarzenbach (oktagon)
    Herr Esslinger hat bis auf den Milchpreis vollkommen recht! Siehe auch http://www.weidemilch.ch/wp-content/uploads/Hans_Braun.pdf. Die Milch Bauern müssen aufhören, den wirtschaftlichen Erfolg nur vom Milchpreis abhängig zu machen. Sie müssen lernen, gesamtheitlich zu denken. Ich bin überzeugt, dass Milch, die ohne den Einsatz von Kraftfutter (Eiweissnahrung ist nicht natürlich und schadet der Milch) hergestellt wird, gute Marktchancen hat und auch besser dem ausländischen Preisdruck standhält.
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    1. Antwort von Willi Geissbühler (tagesschau)
      Frage: Waren Sie schon mal auf einem Bauerhof? Ich war insgesamt 11 Wochen im Landdienst, einmal bei einem Bergbauer, zweimal Mittelland. Wissen Sie wie hart diese Arbeit ist? Viele vergessen , dass man Papier u. handys nicht essen kann. Man sollte , unabhängig auf welcher politischen Seite man steht, die Arbeit der Bauern schätzen, man weiss nie wie es gehen kann. Für jeden Schrott spielen die Preise keine Rolle, aber wegen 10 Rappen pro Liter machen die Grossverteiler so ein Theater. Stupid.
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  • Kommentar von Andrea Esslinger (Andrea Esslinger)
    Selbst Agroscope hat bewiesen, dass mit extensiver Milchwirtschaft für den Bauern mehr Gewinn herausschaut als mit intensiver. Also mehr Geld für weniger Milch. Würden alle Bauern umstellen würden sie nicht nur mehr verdienen, sondern es würde auch weniger Milch produziert, was wiederum den Milchpreis erhöhen würde. Nebeneffekte: Weniger Soja- und Palmölimport, gesündere Kühe, weniger Antibiotika etc. Allein die Kraftfutterproduzenten und die Vets würden weniger verdienen.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      Sie hätten Recht, wenn es kein Ausland gäbe oder die Milchpreise Ausland auch steigen würden.
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  • Kommentar von beat zehnder (beat zehnder)
    eigentlich ja ganz einfach.weniger milch produzieren und sofort steigt der preis. solange aber jeder bauer, zwecks subventionen, soviel kühe in seinen stall mostet wie möglich,passiert beim milchpreis nicht viel.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      Sie hätten Recht, wenn es kein Ausland gäbe, wo sich Schweizer Konsumenten steuerfrei mit Billigmilch eindecken können oder wenn die Milchpreise Ausland auch steigen würden.
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