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Wirtschaft Nach dem Mindestkurs-Schock: Schweizer Exporte schwächeln

Von einem Einbruch kann noch keine Rede sein, von einem Stottern aber schon: Die Schweizer Exporte sind im ersten Quartal des Jahres um 1,4 Prozent zurückgegangen. Einige Branchen spürten die Folgen des starken Frankens deutlicher als andere. Und es gab auch Exporteure, die zulegen konnten.

Containerhafen Kleinhüningen am Rhein
Legende: Containerhafen Kleinhüningen: Das Ende des Euro-Mindestkurses wirkt sich bisher nur moderat auf die Exporte aus. Keystone

Der Schweizer Aussenhandel schwächelt: Die Exporte nahmen im ersten Quartal des Jahres um 1,4 Prozent ab. Insgesamt wurden Waren im Wert von rund 50,6 Milliarden Franken ausgeführt, teilte die Eidgenössische Zollverwaltung mit. Bereinigt man die Zahlen um Teuerungseffekte, war der Rückgang sogar noch etwas höher – bei 1,7 Prozent.

Papierindustrie am stärksten betroffen

Der Rückgang war nicht über alle Branchen gleich verteilt. Am stärksten fielen die Exportrückgänge mit rund 13 Prozent in der Papier- und Grafischen Industrie aus. Auch die Kunststoff- (-8,8 Prozent) und die Maschinen- und Elektronikindustrie (-6,5 Prozent) waren überdurchschnittlich betroffen.

Einige Branchen legten trotz starkem Franken zu: So steigerten die Exporteure von Präzisionsinstrumenten ihre Ausfuhren um 2,6 Prozent. Auch die Uhrenindustrie verzeichnete ein Plus (3,1 Prozent). Bei den Bijouterie- und Juwelierwaren kletterten die Exporte gar um 21,7 Prozent, was die Zollverwaltung aber zum Teil mit Sortimentsverschiebungen erklärt.

Stärkster Rückgang nach Afrika

Nach Kontinenten war der Exportrückgang nach Afrika (-12 Prozent) am höchsten. Der Versand nach Europa – mit einem Anteil von 57 Prozent der klar wichtigste Markt – nahm um 5 Prozent ab. Dagegen erhöhten sich die Lieferungen nach Asien und Nordamerika um je 6 Prozent.

Bei den Einfuhren kam es wechselkursbedingt zu einem deutlichen Preisrückgang von 5,1 Prozent – insbesondere, weil im Jahresvergleich Energieträger billiger wurden. Damit schrumpften die Importe nominal um 4,4 Prozent auf 42,4 Milliarden Franken, während preisbereinigt ein leichtes Plus von 0,8 Prozent resultierte. Die Handelsbilanz erreichte so einen Überschuss von 8,2 Milliarden Franken.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von peter müller, zürich
    Hätte die Schweiz nur normale Bedingungen mit Russland gäbe es NULL Probleme. Das Afrika mit dem CHF Kurs grosse Mühe hat versteht sich. Die Schweiz muss schon Ländern wie Kazakhstan, Turkmenistan auch erreichen wollen die Projekte bezahlen und auch realisieren. Für Russland gitl das auch.
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  • Kommentar von Rolf von Arx, 4600 Olten
    Alle Preise sind zu Hoch, Immobilien sollten auf den stand zurück auf 1950 wo man noch für eine 3 Zimmerwohnung 300Fr.Bezahlte. Jeder Kommentar ist da eigentlich überflüssig.
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Eine Gesundschrumfung unserer krebsartig wuchernden Wirtschaft tut nur gut. Nimmt auch Druck aus der Migration. Die Bedingungen waren in den letzten 5 Jahren künstlich viel zu gut. Lasst Euch von irgendwelchen Experten oder Verbänden nicht beeindrucken, sie reden der Wirtschaftselite nach dem Mund.
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