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Wirtschaft Nationalbank rechnet mit Milliardenverlust

Kein goldenes Jahr für die Schweizerische Nationalbank (SNB): Nach provisorischen Rechnungen hat die SNB im 2013 einen Verlust von neun Milliarden Franken gemacht. Bund und Kantone müssen nun auf die Gewinnausschüttung verzichten.

Die Schweizerische Nationalbank hat im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben – und zwar neun Milliarden Franken.

Ein Minus von 15 Milliarden Franken ergibt sich aus den Bewertungen auf den Goldbeständen. Nach einem Plus von drei Milliarden aus Fremdwährungspositionen und drei Milliarden

aus dem inzwischen aufgelösten Rettungsfonds für die UBS resultiert ein Verlust von neun Milliarden Franken.

Weitere drei Milliarden gehen an die Rückstellungen für Währungsreserven. Das definitive Jahresergebnis soll laut SNB minus zwölf Milliarden Franken betragen.

Bund und Kantone gehen leer aus

Das Nachsehen haben neben den Aktionären nun Bund und Kantone. Sie erhalten wegen des hohen Verlusts weder Dividenden noch Gewinnausschüttungen, wie die SNB in ihrer Mitteilung schreibt.

Der Entschluss lehnt sich an den Bestimmungen des Nationalbankgesetzes an sowie an die Gewinnausschüttungsvereinbarung mit dem eidgenössischen Finanzdepartement. Die SNB will die Öffentlichkeit demnächst mit ausführlichen Zahlen informieren.

Legende: Video Einschätzungen von Wirtschaftsredaktor Martin Stucki abspielen. Laufzeit 02:17 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 06.01.2014.

Für SRF-Wirtschaftsredaktor Martin Stucki ist das Defizit der SNB weder Pech noch ein Fehler der Bank. «Es ist nicht der Auftrag der Nationalbank, Gewinne zu schreiben. Sie muss für Preisstabilität sorgen, und das macht sie gut.»

Bund und Kantone sind laut Stucki selber schuld, wenn sie nun mehr sparen müssen. «Der Goldpreisverfall hat sich abgezeichnet, und es war voraussehbar.»

Dabei sind die Zukunftsaussichten besser als dargestellt: «Was in dem Gejammer untergeht, ist die brillante Konjunkturprognose für die Schweiz. Die dadurch erzeugten Steuereinnahmen könnten den Verlust kompensieren.»

SNB-Präsident im Interview

SNB-Präsident im Interview

Thomas Jordan stellt sich heute den Fragen von Reto Lipp.

«ECO», 22.25 Uhr, SRF 1

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14 Kommentare

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  • Kommentar von kari huber, surin
    2 Tatsachen, die offenbar niemand erwähnenswert findet: 1) Die Nationalbank hat ausserhalb des Goldkurskontos 6 Mia. CHF Gewinn gemacht und 2) Die SNB hat kaum Einfluss auf den Goldkurs. Länder, die wirtschaftlich so stark sind wie die Schweiz, benötigen keine Goldreserven. Deshalb war es richtig, diese im letzten Jahrzehnt massiv zu reduzieren. Gold hat sich schon in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts von einer sicheren zu einer spekulativen Anlage gewandelt.
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    1. Antwort von M. Haener, Büsserach
      @kari huber: Auch der Goldpreis wird manipuliert wie so vieles an der ''Börse''. Die Tatsache, dass Prognosen den Goldpreis beeinflussen, zeigt wie fiktiv das Spiel ist welches gespielt wird. Das ist so wie wenn Wetterprognosen das Wetter beeinflussen würden, wobei Meteorologie um einiges wissenschaftlicher ist als die Eine ''Wirtschaftslehre''.
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  • Kommentar von Jörg Frey, Oberburg
    Seit Sommer 2012 wissen die Politiker, dass das Nationalbankgeld ausgehen könnte. Was machen die Bürgerlichen? Sie machen weiterhin Steuergeschenke an die Reichen!! Es zeigt sich hier sehr deutlich, wieviel die Bürgerlichen von Wirtschaft verstehen!! Jetzt kommt das grosse Jammern. Es ist höchste Zeit für eine realistische Steuer- und Finanzpolitik ohne ideologische Scheuklappen, sonst zahlen wir, die Kleinen die Zeche!!!
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Ein Finanzminister oder eine Finanzministerin, die mit dem Geld umzugehen weiss, drängt sich auf. Man beachte: Bei einer Ablehnung der Masseneinwanderungsinitiative wird die Zahl der Migranten weiter zunehmen und bei einer Krise belasten diese bei einem Stellenverlust unsere Sozialwerke, was ein weiterer Einbruch der Staatsfinanzen zur folge hätte.
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    1. Antwort von Max Hug, Luzern
      Die SNB ist vom Staat, d.h. vom Eidg. Finanzdepartement völlig unabhängig. So würde auch "ein Finanzminister oder eine Finanzministerin, die mit dem Geld umzugehen weiss" nichts nützen.
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