Preise weiter unter Druck Ölpreis setzt Talfahrt fort

  • Der Preis für ein Fass Öl der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) liegt erstmals seit November 2016 unter die Marke von 45 US-Dollar. Zeitgleich fiel der Preis für Nordsee-Öl weiter unter die Marke von 50 Dollar.
  • Zuletzt kostete ein Fass der WTI-Sorte 44,18 US-Dollar. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich auf 47,08 Dollar.
  • Den jüngsten Preisrutsch begründeten Experten unter anderem mit den hohen Fördermengen in den Vereinigten Staaten.

Beide Ölpreise sind damit wieder auf den Stand vom vergangenen November zurückgefallen. Damals hatten Berichte über eine geplante Kürzung der Fördermenge durch die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) die Ölpreise stark steigen lassen. Seit Januar ist die Produktionskürzung des Ölkartells in Kraft, an der sich auch das wichtige Förderland Russland beteiligt. Die Massnahme dient zur Stützung der Ölpreise und hat eine Laufzeit von sechs Monaten, wobei zuletzt über eine Verlängerung diskutiert wurde.

Experten erklärten den aktuellen Preisrutsch am Ölmarkt mit der jüngsten Entwicklung in den USA. Während die Opec-Länder ihre Produktion gedrosselt haben, wird sie in den USA immer weiter erhöht. Am Mittwoch hatte die US-Regierung mitgeteilt, dass die landesweite Produktion in der vergangenen Woche um 0,30 Prozent auf 9,293 Millionen Barrel Rohöl pro Tag gestiegen war. Das ist der höchste Stand seit Mitte 2015.

SRF-Redaktorin Maren Peters erklärt den tiefen Ölpreis

Die Fähigkeit, den Ölpreis zu steuern, ist der Opec weitgehend entglitten. Der Preis für ein Fass Öl der (gängigen) Sorte West Texas Intermediate ist erstmals seit fünf Monaten unter die Marke von 45 Dollar gerutscht. Das ist weit entfernt von der Zielmarke von 60 Dollar je Fass, bei dem das Erdölkartell ihn gerne hätte. Das liegt auch daran, dass der frühere Monopolist Opec inzwischen nur noch für ein Drittel der globalen Ölförderung steht. In den letzten Jahren sind andere wichtige Spieler am Ölmarkt aufgetaucht, darunter Russland und die USA.

Für den aktuellen Preisrutsch machen Marktbeobachter denn auch vor allem die USA verantwortlich. Während die Opec-Länder ihre Produktion gedrosselt haben, wird sie in den USA laufend weiter erhöht. Es liegt aber auch daran, dass die Opec-Länder untereinander zerstritten sind. Der Finanzmarkt traut der Ankündigung nicht, dass alle Mitgliedsländer die Fördermenge auch in den kommenden Monaten drosseln. Auch dieses Misstrauen spiegelt sich in den tieferen Preisen wieder.