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Wirtschaft Pipilotti statt Heidi: Viel mehr US-Touristen dank Kunst

Sie lieben Natur und Berge, jetzt entdecken sie Kunst und Kultur: In den letzten sechs Jahren ist die Zahl der Logiernächte von US-Touristen in der Schweiz um 15 Prozent gestiegen. Der Trend hält auch im laufenden Jahr an. In Zürich haben die Nordamerikaner bereits die Deutschen überholt.

Legende:
US-Touristen in den Top-5-Destinationen: Die meisten neuen Besucher (+ 52'602) konnte Zürich anziehen. Gesamthaft stieg die Zahl der Logiernächte von US-Amerikanern in der Schweiz um 15,4 Prozent. BFS BFS

Es ist eine kleine Sensation: In der wichtigsten Tourismusregion Zürich haben nordamerikanische Touristen erstmals deutsche Besucher übertroffen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres verzeichneten US-Amerikaner und Kanadier rund 336’000 Logiernächte, auf deutsche Touristen entfielen 326’000.

Schweizweit gesehen bleiben die Deutschen in der Übernachtungsstatistik zwar führend (2,8 Mio.), doch deren Zahl geht zurück. Ganz anders bei den US-Amerikanern. In den letzten sechs Jahren stieg die Zahl ihrer Logiernächte auf über 1,7 Millionen. Ein Plus von über 15 Prozent. Die meisten stammen aus Kalifornien, New York und Texas. Ihre Lieblings-Destinationen sind Zürich, Luzern, Genf, Basel und Zermatt (s. Grafik).

Jürg Schmid.
Legende: Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, über US-Touristen: «Das Wachstum in den Städten ist überproportional.» SRF

«US-Amerikaner geben deutlich mehr Geld aus»

Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, freut sich: «Die USA sind der zweitwichtigste Auslandmarkt für den Schweizer Tourismus. Und was noch wichtiger ist: US-Amerikaner geben deutlich mehr aus als ein Europäer im Durchschnitt.». Ohne Reisekosten sind es pro Kopf 220 Franken täglich. Sie logieren zumeist in Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels und gelten als beliebte Gäste.

Für das Wachstum gibt es laut Jürg Schmid diverse Gründe: Einerseits wachse die US-Wirtschaft, andererseits profitierten die Amerikaner vom schwachen Euro. «Denn sie kommen nicht exklusiv in die Schweiz, sondern besuchen jeweils diverse europäische Länder», sagt Jürg Schmid im Interview mit «ECO».

Schweizer Museen vermarkten sich in den USA

In den vergangenen zehn Jahren hat sich eine neue Besuchergruppe aus den USA gebildet. Es sind vor allem jüngere Touristen und Touristinnen, die kunst- und lifestyleorientiert sind. «Auch in den Bergen zählen wir mehr amerikanische Touristen,» sagt Jürg Schmid, «doch das Wachstum in den Städten ist überproportional.» In Zukunft geht Schweiz Tourismus davon aus, dass der Städte- und Kulturtourismus ein Wachstumstreiber für den nordamerikanischen Markt sein wird.

Bereits vermarkten sich führende Schweizer Museen auf dem Online-Portal «Art Museums of Switzerland» (AMoS) mit ihrem Angebot, um den US-Amerikanern Kunst schmackhaft zu machen. Für Schweiz Tourismus sind Kunst und Kultur strategisch wichtig in der Vermarktung. Gross beworben wurde in New York etwa das 100-Jahr-Jubiläum der Dadaisten. Man setzt auf die Kaufkraft der Touristen aus San Francisco und dem Silicon Valley. Unter anderem deshalb verlegte Schweiz Tourismus im September 2016 den Sitz von Los Angeles nach San Francisco.

30 Prozent mehr US-Besucher im Zürcher Landesmuseum

Auch das Landesmuseum in Zürich profitiert von der wachsenden Zahl nordamerikanischer Gäste. In einer zweimonatigen Gästebefragung Ende letzten Jahres zeigte sich, dass die Besucherzahl im gleichen Zeitraum gegenüber 2013 um 30 Prozent gestiegen ist. 10 Prozent der Führungen im Schweizerischen Nationalmuseum sind in englischer Sprache und alle Exponate viersprachig angeschrieben. Die Amerikaner sollen vom Schweizer Kulturschatz etwas mit nach Hause nehmen und möglichst wiederkommen.

Aus zahlreichen US-Metropolen ist die Schweiz mittlerweile durch Direktflüge gut erreichbar. Für Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid ist klar: Der Städte- und Kulturtourismus aus den USA wird weiter wachsen.

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