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Umsatzrückgang 2016 Rieter verlagert Stellen nach Osteuropa

Der Spinnmaschinenhersteller verlagert seine Produktion von Deutschland nach Tschechien. Damit sollen Millionen eingespart werden.

Rieter Firmenschild plus Skulpturen vor dem Eingang der Firmenzentrale in Winterthur
Legende: Die Stellen von Rieter ziehen weiter gen Osten – von Ingolstadt nach Usti. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Für 2016 verzeichnet Rieter einen leichten Umsatzrückgang.
  • Rieter baut voraussichtlich 220 Stellen in Ingolstadt ab.
  • Die Produktion wird nach Usti in Tschechien verlagert und soll Kosten in Millionenhöhe einsparen.
  • Grund für den Rückgang ist die unsichere politische Lage in den Absatzmärkten Türkei und Indien.

Das Winterthurer Unternehmen Rieter verlagert seine Produktion von Deutschland nach Tschechien. Der Standort Ingolstadt werde sich künftig auf die Entwicklung von Maschinen und die Unterstützung des After-Sales-Geschäfts fokussieren, teilte der Industriekonzern mit. Dadurch würden voraussichtlich 220 der 360 Stellen in Ingolstadt wegfallen. Das Management erhofft sich nach Abschluss der Massnahmen ab 2019 eine Kosteneinsparung von 15 bis 20 Millionen Franken.

Weniger Umsatz – mehr Bestellungen

Rieter hat 2016 weniger Umsatz erzielt als im Vorjahr. Der Erlös sank um 9 Prozent auf 945 Millionen Franken. Damit wurden die Analystenschätzungen von 939 Millionen Franken leicht übertroffen.

Dafür zog Rieter deutlich mehr Bestellungen an Land als im Vorjahr. Der Auftragseingang nahm um 13 Prozent auf 905,2 Millionen Franken zu. Nachdem das erste Halbjahr von einer starken Nachfrage geprägt gewesen sei, sei die Dynamik in den einzelnen Ländern und Produktkategorien im zweiten Semester uneinheitlich gewesen.

Politische Lage in der Türkei hat Folgen

Das Neumaschinengeschäft sei durch die zunehmenden politischen Unwägbarkeiten in den Hauptmärkten Türkei und Indien belastet gewesen, schreibt das Unternehmen dazu. Daher habe es im vierten Quartal weniger Bestellungen als im Vorjahr gegeben.

Mit dem Bestellungseingang hat Rieter die Erwartungen der Analysten um Längen verfehlt. Diese hatten im Schnitt für das Gesamtjahr einen Bestellungseingang von 950 Millionen Franken und für das vierte Quartal von rund 232 Millionen Franken erwartet.

Prognosen zur Profitabilität

Das Management präzisierte seinen Ausblick auf die Gewinnentwicklung; Neu wird eine EBIT-Marge von 6 Prozent erwartet (bisher:5-6%) und eine Reingewinn-Marge von 4,5 Prozent (bisher: rund 3,5-4,5%). Analysten loben in ersten Kommentaren zwar die Entwicklung der Profitabilität. Die Aktien von Rieter tauchten aber bis kurz vor Mittag um 2,9 Prozent.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Bernd Kulawik (Bernd K.)
    Also: Dem Konzern geht es gut. Der Gewinn satte liegt um ein Mehrfaches über dem, was der Normalsterbliche für seine Spareinlagen erhält (und auch diese Zinsen müssen durch irgendwen erarbeitet werden…). Und dieses "leichte Unwohlsein" der Aktionäre, die sich dieses Jahr vielleicht nur den zweitgrössten Daimler als Neuwagen leisten können, verhungern werden sie sicher nicht, ist Grund genug, 200 Familien die Existenzgrundlage zu nehmen. Sie WOLLEN eine Revolution, oder?
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  • Kommentar von Willi Fetzer (wi)
    Und die Steuer"harmonierungs"reform ist noch nicht mal abgestimmt und verloren, und schon wieder wird weitergezogen!....
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  • Kommentar von HP Korn (HaPeChe)
    Rieter hat seinen Sitz dennoch in der Schweiz - trotz all der vielen in der EU und der ganzen Welt geschaffenen Arbeitsplätze. Und Rieter wird daher dank seines Sitzes in CH von der USRIII profitieren - ohne deshalb zusätzliche Arbeitsplätze in der Schweiz zu schaffen. Was also bringt die USRIII dem "Volk"??
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    1. Antwort von Roland Burkhardt (Mikosch)
      Genauso ist es, Herr Korn. Ich hoffe sehr, dass sich die Stimmbürger diesmal nicht Sand in die Augen streuen lassen. Wenn die Profite der grossen Unternehmen nicht mehr stimmen, dann schaffen sie schonungslos Arbeitsplätze, Lizenzen, Produktionsanlagen usw. ins billigere Ausland. Es muss mit einem überzeugenden "Nein" endlich ein Zeichen gesetzt werden.
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Fr Zelger da wird von Deutschland nach Tschechien verlagert, denn da gibt es Leute die auch Arbeit brauchen und nicht auch noch nach Deutschland migrieren (müssen) sollten. NB: Es gäbe auch Firmen in Deutschland, die zB. nach Spanien verlagern sollten, denn da gibt es auch Leute, die Arbeit brauchen. Es gibt sogar sehr viele da, die Arbeit bräuchten. - Verlagert wird heute eben leider nur aus Produktionskostengründen allein, obwohl das allein die Probleme in der EU eher verschärfen statt lösen.
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