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Wirtschaft Risiko für Immobilienblase steigt

Die Gefahr einer Blase auf dem Schweizer Wohnimmobilienmarkt hat sich weiter erhöht. Die Preise sind erneut gestiegen – das Einkommen aber nicht. Ein Grund für das steigende Risiko ist die hohe Zuwanderung, aber auch die Pensionskassen heizen den Markt an.

Legende: Video Risiko für Immobilienblase steigt abspielen. Laufzeit 02:34 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.05.2013.

Die Preise auf dem Immobilienmarkt und die Hypothekarkredite steigen weiter – während Haushaltseinkommen und Konsumentenpreise stagnieren. Dies zeigt der Immobilienblasenindex der UBS. Die Gefahr einer Immobilien-Blase steigt.

Der vom Bundesrat eingeführte sogenannte antizyklische Kapitalpuffer habe auf die Banken schon eine Signalwirkung gehabt, sagte SRF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind in der «Tagesschau». «Auf die Nachfrage hatte dieser Kapitalpuffer aber keine Auswirkungen.»

Der Index stieg laut UBS im ersten Quartal um 0,06 Punkte und erreichte den Wert von 1,17 Punkten. Er ist damit weiter in die bei 1,0 Punkten beginnende Risikozone vorgestossen, wie die Bank weiter mitteilte.

Diese Zone war im dritten Quartal 2012 erstmals seit der Immobilienblase der 1990er-Jahre erreicht worden.

Eine Blase wäre laut Index ab 2,0 Punkten erreicht. Die letzte Blase ist etwa beim Wert von 2,5 Punkten geplatzt. Seit Ende 2008 ist der Index deutlich gestiegen, damals hatte er bei -0,72 Punkten notiert.

Der Anstieg im ersten Quartal 2013 fiel zwar etwas moderater aus wie im Schnitt der vorangegangenen Quartale. Die Gefahr einer Korrektur hat sich aber weiter vergrössert, wie die UBS weiter festhält.

Spekulation mit Mietern

Anlass zur Vorsicht gebe, dass viele Hypokredite für Liegenschaften beantragt würden, die nicht für den Eigengebrauch vorgesehen sind, hiess es weiter. Der Kauf von Eigentumswohnungen zum Zweck der Vermietung scheine unvermindert auf hohes Interesse zu stossen.

Doch die UBS-Experten warnen: Angesichts des unvorteilhaften Verhältnisses von Kaufpreis zu Mieten respektive einer Brutto-Rendite von gerade mal 3,5 Prozent im Schweizer Mittel werden sich Neuinvestitionen nur bei anhaltend tiefen Zinsen oder weiter steigenden Preisen auszahlen.

Drei neue Gefahrenregionen

Auch regional leuchten neue Warnlampen auf: Neu zählen laut UBS Luzern, Innerschwyz und Glattal-Furttal zu den Gefahrenregionen. Luzern und Innerschwyz gehören zu den Regionen mit dem stärksten Preiswachstum seit 2009. Die Region Glattal-Furttal wies ein leicht schwächeres Preiswachstum auf, gehört jedoch landesweit bereits zu den zwanzig Regionen mit den höchsten Preisniveaus.

Bereits zu den Gefahrenregionen gezählt hatten die Städte Zürich, Genf und Lausanne, die Agglomerationsregionen Zug, Pfannenstiel, Limmattal, Zimmerberg, March, Unteres Baselbiet, Vevey, Morges und Nyon sowie die Tourismusregionen Davos, Saanen-Obersimmental und Oberengadin.

Besonders beobachten will die UBS nun nebst Appenzell Innerrhoden und dem Prättigau auch die Wirtschaftsregionen Basel-Stadt, Knonaueramt und Nidwalden. Hier geht der Trend auch in Richtung Gefahrenregion.

Marktbeobachter gehen aber davon aus, dass die Preise für Wohnungen und Häuser weiter steigen, nicht zuletzt wegen der Nachfrage von Einwanderern.

Antizyklischer Kapitalpuffer

Um eine Immobilienblase zu verhindern, löste der Bundesrat im Februar auf Antrag der Nationalbank das Instrument des antizyklischen Kapitalpuffers aus. Er machte den Banken damit strengere Vorschriften. Für Wohnbauhypotheken müssen sie ab Ende September zusätzliche Eigenmittel zur Verfügung stellen und ihr Sicherheitspolster für Kredite erhöhen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Bettina Scheibner, Frankfurt am Main DE / Montagnola CH
    Bitte analysieren Sie einmal den Kanton Tessin. Montagnola/Collina d'Oro bei Lugano . Toller Platz für Schwarzgeld aus ITA, Russland u.a. Gewaltige Steigerungen v. Immobilienpreisen.Wo bleiben Tessiner/Schweizer.Ferner Verkauf von allem Land wie nur möglich weil Preise so toll. - genehmigt von Kommunen .Landschaft seit ca. 1960 verschandelt. Mögen ausländische Touristen das noch. Im TI nicht - sie gehen woanders hin - schade
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Dagegen hilft nur die Einwanderungsstopp Initiative. Reiche Ausländer stellen hohe Ansprüche an ihre Wohnungen in der CH. Die Einheimischen werden gezwungen, wegzuziehen, weil für sie das Wohnen in gewissen Kantonen unerschwinglich geworden ist. Jammern nützt nichts, es besteht Handlungsbedarf.
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    1. Antwort von K.D.Waldeck, Bellinzona
      ist ihre Meinung nicht etwas kurzsichtig ? Die wenigen REICHEN Ausländer welche sich bei uns niederlassen bringen wenigstens Steuererträge für Gemeinde und Kanton. Die vielen ARMEN Ausländer welche bei uns ein menschwürdiges Auskommen suchen bringen hingegen KOSTEN für die Allgemeinheit und treiben die Mietzinse wegen der Wohnraumverknappung in die Höhe.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    So lange die ungehemmte Einwanderung weitergeht, sehe ich die Gefahr von einer Immob.-Blase nicht. Hier sollen wohl Tür u. Tor für eine allfällige Intervention des Bundes, resp. der SNB geöffnet werden! Der Bund wollte doch immer die Einwanderung von Fachkräften? Nun kommen Sie und bringen eben auch noch das nötige Geld mit, so einfach ist das.
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    1. Antwort von Gerhard Himmelhan, Naters
      Die CH bietet gut Rahmenbed. zwecks Ansiedelung ausl. Industrie. U.a.10 Jahre Steuerbefreiung! Folglich fehlen Fachkräfte. Also gute Löhne anbieten dann kommen die auch. Leider hat man selber zu wenig ausgebildet siehe Numerus clausus UNI-Spital Zürich sagt alles! BIP steigt, Steuern fliessen, Wohlstand steigt, CH eines der reichsten Länder der Welt. Warum wird eigentlich gejammert? In den 80ern u. 90ern ist es uns gut gegangen, es muss halt imme no es bizele me si so einfach ist das Hr Girschw
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    2. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @G. Himmelhan: Ich bin kein Verfechter des ungebremsten Wachstums. Wir sehen, dass unsere Infrastruktur dem Bedarf hinterherhinkt. Numerus Clausus an der Uni Zürich ist mir bekannt, da meine Tochter auf Grund dessen eine andere Studienrichtung einschlagen musste. Ist heute aber froh darüber. Wegen mir muss es nicht immer no es bizeli me si. Ich wäre mit sehr viel weniger auch zufrieden und deswegen werde ich auch der ECOPOP Initiative zustimmen
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