SBB mit tieferem Gewinn wegen hoher Kosten

Im ersten Halbjahr 2014 ist das Konzernergebnis der SBB gegenüber der Vorjahresperiode um 43 Prozent auf 57 Millionen Franken gesunken. Grund dafür sind Kosten für die Infrastruktur, Abschreibungen für neue Züge und tiefere Erlöse aus Immobilien. Es wurden aber mehr Passagiere und Güter befördert.

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Gewinneinbruch bei der SBB

0:18 min, aus Tagesschau am Mittag vom 1.9.2014

Das Konzernergebnis der SBB ist im ersten Halbjahr im Vergleich zur Vorjahresperiode um 43 Prozent auf 57 Millionen Franken gesunken. Es wurden aber mehr Passagiere und Güter befördert, wie die SBB mitteilte. SBB Cargo erzielte erneut einen Gewinn und SBB Cargo International schrieb erstmals schwarze Zahlen.

Als Gründe für das tiefere Konzernergebnis werden höhere Aufwendungen für Unterhalt der Infrastruktur, höhere Abschreibungen primär aufgrund neuer Züge sowie tiefere Veräusserungsgewinne für Immobilien angegeben.

Nur geringer Gewinn für die SBB

2:00 min, aus Rendez-vous vom 01.09.2014

Der Free Cash Flow nach Finanzierung der öffentlichen Hand belief sich auf minus 384 Millionen Franken. Als Folge der geringeren Rollmaterialbeschaffungen sowie zeitlichen Verschiebungen von Immobilienprojekten war dies eine Verbesserung um 102 Millionen Franken gegenüber der Vorjahresperiode.

Als Folge des negativen Free Cash Flows erhöhte sich die verzinsliche Verschuldung um sieben Prozent auf 8,703 Milliarden Franken.

Betriebsertrag stieg wegen höherer Verkehrsleistung

Der Betriebsertrag auf Konzernebene stieg um 3,2 Prozent auf 4,173 Milliarden Franken. Dieses Ergebnis wird auf höhere Personenverkehrserträge dank höherer Verkehrsleistung, auf die Tarifmassnahmen 2012 sowie auf gestiegene Güterverkehrserträge zurückgeführt.

Der Betriebsaufwand stieg als Folge höherer Abschreibungen beim Rollmaterial und Personalkosten in den Bereichen Infrastruktur und Personenverkehr um 3,6 Prozent auf 4,073 Milliarden Franken. Sparmassnahmen im gesamten Unternehmen und insbesondere bei Verwaltungsstellen seien eingeleitet worden, um Gegensteuer zu geben. Sie würden in der zweiten Jahreshälfte wirksam.

Drei Prozent mehr Personen befördert

Die SBB beförderte täglich rund 1'002'000 Passagiere, was eine Zunahme von drei Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Die Anzahl Personenkilometer stieg gleichzeitig um 1,7 Prozent auf 8,9 Milliarden Kilometer.

Die Zahl der Generalabonnemente, die sich Ende Juni im Umlauf befanden, erhöhte sich um 1,6 Prozent auf 443'000. Die Zahl der Halbtaxabonnemente sank demgegenüber um 0,6 Prozent auf 2,338 Millionen.

Das Ergebnis im Personenverkehr sank als Folge der höheren Abschreibungen auf Rollmaterial infolge der kontinuierlich modernisierten Flotte auf minus zwei Millionen gegenüber 29 Millionen Franken im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet die SBB wegen des saisonalen Geschäftsgangs mit höheren Verkehrserträgen im zweiten Halbjahr aber ein positives Ergebnis.

Mit 89,6 Prozent hat die Kundenpünktlichkeit gegenüber der Vorjahresperiode (87,3 Prozent) gesteigert werden können, wie die SBB weiter schreibt. Die gewährten Anschlüsse blieben mit 97,4 Prozent auf hohem Niveau stabil. In der Vorjahresperiode waren es noch 97,5 Prozent gewesen.

SBB Cargo weiterhin positiv

Die Gesamtverkehrsleistung beim Güterverkehr Schweiz stieg um 27 Prozent auf 7,6 Milliarden Nettotonnenkilometer, was vor allem auf Neuverkehr auf der Nord-Süd-Achse zurückgeführt wird. Gegenüber der Vorjahresperiode erhöhte sich das Ergebnis von drei auf 15 Millionen Franken.

Positiv entwickelt habe sich auch SBB Cargo International. Dieser Bereich erzielte einen Gewinn von 1,1 Millionen Franken, was einer Verbesserung um 3,9 Millionen Franken gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 entspricht.

Im Bereich SBB Immobilien sank das Ergebnis vor Ausgleichszahlungen als Folge tieferer Immobilienveräusserungen um 28 Prozent auf 114 Millionen Franken. Grössere Veräusserungen sollen erst im zweiten Halbjahr vollzogen werden und waren deshalb noch nicht ergebniswirksam. Die Mieterträge Dritter nahmen um fünf Prozent auf 206 Millionen Franken zu.

Das Ergebnis des Segments Infrastruktur ist laut SBB wie bereits 2013 von den zusätzlichen Unterhaltsmassnahmen am Schienennetz belastet worden: Dies führte zu einem Verlust von minus 61 Millionen Franken (Vorjahr: minus 71 Millionen).

Verbesserter Mobilfunk-Empfang bis Ende Jahr

Die SBB will im zweiten Halbjahr Leistungen und Angebote weiter verbessern. Insbesondere in der Westschweiz soll das Angebot ausgebaut werden: In Genf eröffnet im September der neue Bahnhof Cornavin und im November erfolgt in Lausanne der Spatenstich für das Generationenprojekt «Léman 2030», wie die SBB ankündigen.

Bis Ende Jahr sollen die Bahnkunden dank Signalverstärkern von gutem Mobilfunk-Empfang in sämtlichen Wagen des Fernverkehrs profitieren können, schreiben die SBB weiter. Und bis Ende 2015 wird in rund 100 Bahnhöfen ein kostenloser Internet-Zugang zur Verfügung stehen.