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Wirtschaft Schweizer Immobilienwirtschaft – ein Koloss wie der Finanzsektor

Ein Haus bauen, verwalten oder renovieren. Das ist für die Volkswirtschaft nicht unbedeutend, schafft es doch viele Arbeitsplätze. Eine neue Studie zeigt, dass die Immobilienwirtschaft einer der grössten Wirtschaftsfaktoren der Schweiz ist. Die Resultate sollen in die politische Debatte einfliessen.

Legende: Video Immobilienbranche: Ein wichtiger Zweig der Volkswirtschaft abspielen. Laufzeit 01:38 Minuten.
Aus News-Clip vom 10.10.2014.

Vom Architekten über die Putzfrau und den Bauarbeiter bis zur Immobilien-Verwalterin arbeiten über 500'000 Menschen in der Immobilien-Branche. 2,5 Millionen Gebäude im Gesamtwert von 2500 Milliarden Franken stehen in der Schweiz.

Luftaufnahme von der Stadt Zürich.
Legende: Laut einer neuen Studie arbeiten über eine halbe Million Menschen in der Schweizer Immobilienbranche. Keystone/Archiv

Allein schon diese Gebäude zu verwalten, zu reinigen und zu unterhalten, kostet jährlich fast 50 Milliarden Franken. Weitere 50 Milliarden pro Jahr werden für den Bau neuer Liegenschaften aufgewendet. Zusammengenommen sind das 11 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP).

«Hier geht es um gewaltige Summen. Der ganze Finanzsektor, der sehr wichtig ist für die Schweiz, hat auch elf Prozent», erklärt Ansgar Gmür, Direktor des Hauseigentümerverbandes.

Alles eingerechnet

Elf Prozent des Bruttoinlandproduktes, dieser stattliche Wert kommt freilich nur deshalb zustande, weil alles Mögliche dazugezählt wird – vom Bau der Kanalisationsrohre auf dem Privatgrundstück bis zum Arbeitsaufwand der Baubewilligungsbehörden und des Hypotheken-Finanzierers.

Sogar auf 18 Prozent des BIP kommt man, wenn noch die gesamten Mietkosten und Eigenmietwerte dazugerechnet werden. Grosse Zahlen, die die grosse Bedeutung des Sektors belegen sollen.

HEV: Es geht um Hunderte von Milliarden

Die grosse Wirtschaftskrise sei 2007 durch Immobilien ausgelöst worden, gibt Gmür zu bedenken. Bereits in den 1990er-Jahren habe die Krise die Schweiz getroffen: «Wenn etwas passiert im Immobilienbereich, dann sind innerhalb eines Jahres Hunderte Milliarden vernichtet. Da geht es sehr schnell.»

Die Studie gab der Hauseigentümerverband zusammen mit den Bundesämtern für Wohnungswesen und für Raumentwicklung in Auftrag. Die Zahlen sollen nun in die politische Debatte über die Regulierung des Immobilienmarktes einfliessen.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Die Immobilienbranche ist ein Koloss mit grösseren Gefahren als die Banken. Sie ist heute "too big to fail" und muss gebremst werden. Wir verlieren nicht nur täglich riesige grüne Flächen sondern werden in naher Zukunft einen Crash erleben, der wiederum von den Gierigsten (nicht von den Intelligentesten) hervorgebracht wurde. Auch hier kann uns nur noch die Ecopop-Initiative zu mindest teilweise retten.
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    1. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      Überall tauchen sie auf - diese absurden Zusammenhänge. Irgendein Problem (hier Abhängigkeit vom Immobiliensektor) das angeblich nur durch Ecopop gelöst werden kann und ohne Ecopop zum Untergang der Schweiz führt. Dabei wird völlig ausser Acht gelassen, dass das Problem keinen Zusammenhang mit dem Initativtext hat. Wer ihn genau liest merkt, dass die Initiative keinerlei Probleme löst sondern neue schafft.
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  • Kommentar von Kurt E. Müller, Zürich
    Weit habens wirs gebracht. Anteilig am meisten Geld verdienen wir heute mit der unwiederbringlichen Zerstörung und Zubetonierung unserer einzigartigen Schweizer Landschaft, anstatt mit innovativen Ideen und Produkten. Damit dieses unsinnige Schneeballsystem am Leben erhalten werden kann, müssen möglichst viel Arbeits- und Flüchtlingsmigranten kommen. Merken Sie was? Irrsinn stoppen - Ecopop JA
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Ecopop ist Symptombekämpfung, nicht Ursachenbekämpfung. Wenn ecopop das Schneeballsystem stoppen kann, dann geschieht, was beim Zusammenbruch eines Schneeballsystems auch geschieht: fast alle verlieren sehr viel. Bei einem Ausstieg aus dem Schneeballsystem müsste anders vorgegangen werden, um möglichst viel Wohlstand erhalten zu können. Leider wäre dies einigermassen komplex und ich gehe davon aus, dass ein solcher Ausstieg nicht mehrheitsfähig wäre...
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    2. Antwort von M.Meier, Bern
      @Bernoulli, Wir werden mit Ecopop nicht nur verlieren, wir werden auch gewinnen! Wir werden eine einzigartige Lebensqualität bei etwas geringerem Lebensstandart haben. Die Lebensqualität hat gelitten was ja auch von Wohlstandsrätseln wie extrem hoher Scheidungsraten oder Selbstmordraten und Burnouts gekennzeichnet ist. Der Lebensstandart wird mit Schwachsinn wie Plastik Brüsten, Botox, 500PS Boliden und Smartfons zelebrirt, alles nicht unbedingt nötige Investitionen.
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    3. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ M. M.: Sie vergessen, unser Wirtschaftssystem funktioniert nur, wenn immer mehr investiert wird: ob in Schwachsinn oder nicht spielt keine Rolle: hauptsächlich steigende Investitionen um die steigenden Kapitalkosten zu finanzieren. Denn mit jeder Investition fehlt in Zukunft das Geld, welches mehr verdient werden will, als investiert wurde. Kapitalerträge können nur dank immer mehr neue Investitionen finanziert werden ->Schneeballsystem, Wachstumszwang. Ohne->Krise, Massenerwerbslosigkeit
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    4. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      Wir haben sie bereits, diese einzigartige Lebensqualität. Die ist allerdings nicht gratis. Da Ecopop frontal die Wirtschaft angreift und empfindlich schwächen würde ist es vorbei mit der ganzen Schönheit. Wir dürfen nicht vergessen, "die Wirtschaft" zahlt Steuern und beschäftigt Arbeitnehmer. Ist es wirklich so viel besser, eine Kuhwiese mehr zu haben dafür arbeitslos zu sein? Verdichtetes Bauen verbunden mit einer selektiven Zuwanderung wäre demgegenüber eine Lösung.
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  • Kommentar von U.E.Romer, Zuerich
    Einmal mehr wurde eine Statistik in die Welt gesetzt, deren Aussagekraft gleich null ist. Es wurde "Chruut und Rübli" in einen Topf geworfen. Die Idee hinter dem Ganzen: Die Bauwirtschaft will beweisen, dass sie seeehr wichtig für unser Land ist und daher keine raumplanerischen Einschränkungen mehr duldet. In dieser Statistik fehlen nur noch die vielen ausländischen Subunternehmer und Schwarzarbeiter...
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