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Wirtschaft Schweizer Importe aus Deutschland brechen ein

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Doch die Einfuhren in die Eidgenossenschaft haben im vergangenen Jahr gelitten. Der Grund dafür war nicht der starke Franken, sondern die Konkurrenz aus Asien.

Autos bei Güterzug-Verladung nach der Einfuhr in die Schweiz.
Legende: Das klassische deutsche Exportprodukt: Autos bei Verladung nach der Einfuhr in die Schweiz. Keystone

Der Handel zwischen der Schweiz und Deutschland ist schon besser gelaufen: Insgesamt haben die beiden Länder im Jahr 2012 Waren im Wert von 94 Milliarden Franken ausgetauscht. Das ist weniger als in den Vorjahren.

Eric Sarasin, der Präsident der Handelskammer Deutschland-Schweiz, spricht gegenüber Radio SRF von einem «massiven Einbruch».

Fokus auf Asien

Zurückgegangen sind vor allem die Importe aus Deutschland: Die Einfuhren vom wichtigsten Handelspartner sanken um 7,6 Prozent auf 54,1 Milliarden Franken. Der Franken ist zwar enorm stark und verleitet dazu, möglichst viel im Ausland einzukaufen. Das zeigen etwa die regen Ausland-Einkäufe der Schweizer Konsumenten.

Bei Schweizer Unternehmen habe der starke Franken im letzten Jahr aber eine untergeordnete Rolle gespielt, sagt Sarasin. Der Euro-Frankenkurs hat sich bei 1,20 stabilisiert – durch die restriktive Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank. Der Handelskammer-Präsident hat einen anderen Grund für die schwachen Zahlen ausgemacht: «Die Schweizer Industrie schaut für Ersatzteile vermehrt nach Asien.» Denn dort sind die Entstehungskosten geringer.

Hat ein Schweizer Unternehmer erst einen günstigen Zubehör-Lieferanten in Asien gefunden, kehrt er kaum in absehbarer Zeit zu einem deutschen Lieferanten zurück. Dieser Teil des Handelsvolumens ist unwiederbringlich verloren.

Verhaltenes Wachstum in der Zukunft

Sarasin will die Zukunft des Handels zwischen der Schweiz und Deutschland trotzdem nicht schwarzmalen. Er geht nicht davon aus, dass 2012 eine Art Trendwende war, ab welcher der Handel kontinuierlich schrumpfen wird.

Sarasin hofft vielmehr, dass die jüngst schwächelnde Konjunktur in Deutschland und der Schweiz künftig wieder anziehen wird. Das soll den Warenverkehr der beiden Länder neu beleben: «Ich sehe für 2013 eine Stagnation auf diesem Niveau. Danach könnte das Handelsvolumen leicht zulegen.»

Der Export von der Schweiz nach Deutschland stagnierte 2012 indessen. Mit 39,9 Milliarden Franken übertrafen die Ausfuhren den Vorjahreswert um nur 0,1 Prozent.

Das Fazit: Deutschland bleibt ein ganz zentraler Handelspartner der Schweiz. Gemessen am Gesamtvolumen beträgt der Handel mit dem nördlichen Nachbarn ein Viertel. Die Bedeutung Deutschlands dürfte für die Schweiz in näherer Zukunft jedoch kaum zunehmen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    An alle die in diesem Forum geschrieben haben, bitte ich meinen ersten Kommentar genau zu lesen. Die dt. Automobil-Industrie ist mir egal. Mir geht es einzig und allein darum aufzuzeigen, dass ich es sehr begrüsse wenn unsere Handelsbeziehungen mit nicht EU-Staaten weiter ausgebaut werden. Nicht mehr und nicht weniger
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  • Kommentar von Gerhard Himmelhan, 3904 Naters
    Dann gibt es ja in der CH verdammt viele Auto-Banausen wenn man sieht wie viele Autos aus D hier herum fahren!! Können die alle nicht rechnen? Dasselbe gilt übrigens auch für Italien. Seit dem Käfer wurden nicht mehr so viele VWs verkauft wie in den letzten Jahren. Beiträge ohne Scheuklappen zu verbreiten fällt gewissen Leuten halt schwer.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Endlich mal eine gute Nachricht in Bezug für die Volkswirtschaft der Schweiz. Ich bin sehr froh, dass die beängstigende Abhängigkeit im Handelsaustausch mit Deutschland abnimmt. Man kann mit Fug und Recht von einem Klumpenrisiko sprechen und das ist nie gut. Wenn der Warenaustausch mit Nicht-EU Staaten weiter zunimmt sind wir auch weniger erpressbar gegenüber Brüssel und Berlin.
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Tja man muss sich halt umorientieren, wenn's mit den alten Gewohnheiten nicht mehr so läuft. Abgesehen davon, in Asien haben sie auch Autos wie den Amorak von VW. - Allerdings den führten sie bereits schon seit längerer Zeit unter den Namen Toyota oder Ford und die sind genau so gut ! (smile)
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    2. Antwort von Walter Schwarb, Ueken
      Ach ja, aber Abhängigkeit von China ist ja viel besser. Kommen Sie mal wieder auf den Boden, sonst werden Sie sich noch mal nach der EU und den europäischen Geschäfts-und Handelspartnern sehnen.
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    3. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Walter Schwarb: Ich habe VRCh. in meinem Kommentar mit keinem Wort erwähnt. Ich habe weltweit mit vielen Partnern täglich zu tun und habe 13 Jahre lang weltweit für nationale wie internationale Firmen gearbeitet. Man muss wissen wie man mit dem internationalen Geschäft umgeht. Wenn das der Fall ist kann man mit fast allen Ländern arbeiten
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    4. Antwort von Paul Müller, Kreuzlingen
      @Haller: Ja natürlich, vergleichen Sie mal schön Volkswagen mit den ganzen Reisschüsseln und Ford. Bei Qualität und Leistung ist Deutschland die ungeschlagene Nummer eins und daran hat sich seit Jahrzehnten nichts geändert.
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    5. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Paul Müller: Ich fahre eine Reisschüssel (Toyota - Avensis) Der Avensis wird für den europ. Markt u.A. in England gebaut. Schauen Sie selbst wie viele Toyotas auf dem Pannenstreifen der Autobahnen stehen. Das ist höchst selten und wird von den Pannenstatistiken der Automobil-Clubs untermauert. Hingegen sieht man öfters Mercedes und BMW's in dieser ungemütlichen Situation.
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    6. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Herr Paul Müller, letztlich hängt vieles auch am Faherer selber, wie er mit seinem Fahrzeug umgeht. So überragend ist der Qualitätsvorsprung, wie sie glauben, schon lange nicht mehr. Vergleichen Sie mal den neuen Amorak-Pic-Up von VW mit dem Gegenstück zum Ford & Toyota, die es neben bei bemerkt schon früher gab als das VW-Plagiat. - Ist fast alles genau gleich und aus der gleichen Küche. Ein echter Qualitätssprung oder Unterschied gibt es da schon gar nicht mehr.
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    7. Antwort von Paul Müller, Kreuzlingen
      @Girschweiler: Mich interessiert eigentlich nicht was links und rechts am Strassenrand steht ;-), wenn dann sind es Wagen ab 500 Pferdchen bei solchen Motoren ist es auch verständlich das mal etwas heiss wird. Ein Avensis hat nunmal wie alle Asiaten einen schwachen Motor und ist darum auch pflegeleicht.
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    8. Antwort von Peter Müller, Kreuzlingen
      @Haller: Das gute Stück heisst AMAROK (Wolf) und hat einen Volkswagen Motor welcher schon alleine von der Konstruktion durchdachter ist. Ich bezahle lieber mehr und bekomme ein anständiges Auto mit einem wunderschönen Design (E Klasse, 5er etc.) und Leistung (AMG, M GmbH etc.) an welchem ich auch noch in fünf Jahren Freude habe, diese amerikanisch/asiatischen Modeerscheinungen kann ich nach einem Jahr nicht mehr anschauen.
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    9. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Paul Müller: Als Firmeninhaber interessiert mich schon die Effizienz u. Wirtschaftlichkeit. Unsere Avensis fahren wir bis ca. 300'000 - 400'000 km ohne die geringsten Probleme und Pannen. Die Kombis sind Arbeitspferde u. transportieren sehr oft bis zu 200 kg Material u. Werkzeuge und fahren trotzdem 170 bis 180 km schnell was brauchen wir mehr, wenn wir in der CH lediglich 120 km schnell fahren dürfen?
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    10. Antwort von Hansi Dragoner, Drachenstein
      @Girschweiler: Nur am Rande bemerkt, wegen des Lobes anderer als deutscher PKW-Fabrikate: Die CH-Autozuliefererindustrie (34.000 Beschäftigte) profititiert enorm von der weltweit agierenden deutschen Autoindustrie. In beinahe jedem deutschen PKW werden Teile aus der Schweiz verarbeitet. Die Konkurrenz aus Fernost schläft natürlich nicht.
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    11. Antwort von Leonard Askanier, Zürich
      Deutschland ist der grösste und wichtigste Handelspartner der Schweiz welcher auch dringend benötigt wird um hier über die Runden zu kommen, ohne natürlich auf Qualität zu verzichten. Ottmar Hitzfeld ist ja auch ein Importprodukt, ohne Ihn würde man die Schweiz auf der Weltrangliste auf dem letzten Platz sichten.
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