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Wirtschaft Schweizer Wirtschaft wächst 2015 trotz Frankenschock

Die Abkehr von der Euro-Anbindung und die damit verbundene schockartige Franken-Aufwertung haben das Wachstum in der Schweiz 2015 zwar gebremst. Trotzdem ist die Wirtschaft noch leicht gewachsen.

Legende: Video «Schweizer Wirtschaft wächst trotz Frankenschock» abspielen. Laufzeit 2:26 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.03.2016.

Nach der Aufhebung des Mindestkurses des Frankens gegenüber dem Euro rechneten einige Prognoseinstitute und Ökonomen auch mit einer Rezession in der Schweiz. So weit kam es nun aber nicht.

Im gesamten letzten Jahr erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,9 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilt. 2014 war die Schweizer Wirtschaft noch um 1,9 Prozent gewachsen.

Es handelt sich um erste, vorläufige BIP-Zahlen. Das Bruttoinlandprodukt ist der Gradmesser für die Wirtschaftsleistung eines Landes.

Konsumausgaben stützen

In den letzten drei Monaten 2015 stieg das BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent an. In den vorangehenden Monaten hatte sich die Schweizer Wirtschaft deutlich abgekühlt. Im dritten Quartal hatte sie stagniert.

Erneut profitierte das BIP vom Konsum: Die Konsumausgaben des privaten Sektors legten im Schlussquartal um 0,1 Prozent zu. Jene des Staates stiegen gar um 0,6 Prozent an. Die Exporte gingen zurück, während die Bauinvestitionen stagnierten.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal erhöhte sich das BIP im Zeitraum Oktober bis Dezember ebenfalls um 0,4 Prozent. Beide Werte liegen etwas höher als von Ökonomen erwartet.

Einschätzung von Wirtschaftsredaktorin Denise Schmutz

Die Schweizer Wirtschaft ist zwar übers Gesamtjahr gesehen immer noch gewachsen. Doch mit 0.9 Prozent liegt das Wachstum deutlich unter den Wachstumsprognosen, die das SECO vor dem Frankenschock für 2015 gemacht hat. Damals rechnete das Staatssekretariat für Wirtschaft nämlich noch mit einem Wirtschaftswachstum von 2.1 Prozent. Damit bestätigt sich, dass sich die Konjunktur nach der Aufhebung des Mindestkurses tatsächlich stark abgeschwächt hat.
Viele Unternehmen, insbesondere aus dem Tourismus und der Maschinen, Elektro- und Metallindustrie wurden spürbar getroffen. Die Meldungen über Stellenabbau und Verlagerungen ins Ausland häufen sich. Wie der Verband der Schweizer Maschinen- Elektro- und Metallindustrie Swissmem Anfang Woche bekannt gab, gingen letztes Jahr alleine bei den 1050 Swissmem-Mitgliesfirmen rund 2500 Arbeitsplätze verloren.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Kim Hansson (Freddy Tobler)
    Wachstum und doch so viele Entlassungen?! Mal ausgenommen dass exponentielles Wachstum auf begrenztem Raum selbstzerstörerisch wirkt ähnlich einem Krebsgeschwühr welches seinen Wirt tötet, ist der dafür notwendige Konsumwahn auch aus anderen Gründen nicht erstrebenswert. Hauptsächlich finde ich gefährlich das sich das Individuum anstelle seines Bewusstsein zu entwickeln die Löcher versucht im Materialismus zu stopfen wie von den Medien vorgelebt wird. Dem Mensch wird gesagt was er sei.
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    1. Antwort von Peter Singer (P.S.)
      Glauben Sie mir, ohne dieses bisschen Wachstum wäre die Arbeitslosigkeit noch viel höher. Wirtschaftliches Wachstum ist gut für alle Menschen.
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    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Wachstum des einen geht zulasten eines anderen. Es ist im Moment gut für denjenigen, zu dessen Gunsten es ausschlägt. Langfristig hebt sich dieses System selber auf; die Kaufkraft wird auf zu wenige verteilt und damit auch der Konsum rückläufig. Unter diesen Voraussetzungen ist das System nicht einmal für blinde Befürworter dauerhaft überlebensfähig.
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