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Wirtschaft Sonova: Andy Rihs zieht sich aus Verwaltungsrat zurück

Der langjährige CEO und Aktionär des Hörsystem-Herstellers hat bekannt gegeben, dass er sich nicht mehr für eine Wiederwahl in den Verwaltungsrat aufstellt. Gleichzeitig hat Sonova seine Quartalszahlen veröffentlicht. Das Ergebnis ist besser als erwartet.

Legende: Video Rihs verlässt Sonova abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.05.2015.

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Jahresergebnisses der Hörgeräte-Herstellers Sonova, gibt Andy Rihs bekannt, dass er sich nicht mehr für die Wahl in den Verwaltungsrat aufstellen will – aus Altersgründen. Der 72-jährige Firmengründer war lange Jahre als CEO von Sonova (damals Phonak) tätig und hält weiterhin eine Aktienbeteiligung am Unternehmen.

Vor zwei Jahren hatte Rihs von einer Ausnahmeregelung Gebrauch gemacht, um bis 2015 und damit länger als im Organisationsreglement vorgesehen im Verwaltungsrat zu bleiben. Händlern zufolge schürt sein Abgang nun die Angst vor einem Verkauf seiner verbleibenden Aktienbeteiligung.

Händler glauben an höhere Kurse

Dennoch gehen die Händler davon aus, dass die Sonova-Aktien höher in den regulären Handel starten. Das vom Weltmarktführer für Hörgeräte für das Fiskaljahr 2014/15 veröffentlichte Ergebnis liegt beim Umsatz zwar hinter den Konsensschätzungen zurück. Auf den Stufen Ebita (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) und Reingewinn werden letztere allerdings leicht übertroffen. Auch die firmeneigenen Gesamtjahresprognosen für das Fiskaljahr 2015/16 wissen zu überzeugen.

In ersten Kommentaren aus der Analystengemeinde wird die Umsatzentwicklung als leicht enttäuschend beurteilt. Das organische Wachstum sei etwas tiefer als erwartet ausgefallen, was insbesondere für die Entwicklung bei den Hörimplantaten gelte. Jenes im angestammten Geschäft mit Hörgeräten decke sich hingegen weitestgehend mit den Erwartungen.

Sichtlich Gefallen finden die Experten an den Fortschritten bei Ebita und Reingewinn. Dank geringer als befürchteten Auswirkungen des starken Frankens und tieferen Kosten für die Forschung und Entwicklung sowie für die Administration seien die diesbezüglichen Erwartungen übertroffen worden. Auf Stufe Reingewinn habe zudem eine geringere Steuerbelastung geholfen, so heisst es.

Aktionäre erlebten Auf und Ab

Händlern zufolge durchlebten die Aktionäre von Sonova in den vergangenen Wochen ein Wechselbad der Gefühle. In diesem Zusammenhang wird auf den schwächer als erwarteten Zahlenkranz von GN Resound, gleichzeitig aber auch auf jüngst ermutigende Aussagen des Rivalen William Demant zur Nachfrage-Entwicklung in den Absatzmärkten verwiesen.

Mit Ausnahme der etwas schwächeren Umsatzentwicklung seien die Konsensschätzungen auf die zweite Jahreshälfte bezogen erfüllt worden. In Kombination mit dem überzeugenden Ausblick wird grundsätzlich mit einer positiven Marktreaktion und höheren Kursen gerechnet. Allerdings wird im gleichen Atemzug darauf hingewiesen, dass die Dividende eher enttäusche und die Angst vor einem Aktienverkauf von Andy Rihs Beteiligung umgehe.

Aktienkurs gestiegen

Trotz der positiven Einschätzungen der Händler zum Kurs startete die Sonova-Aktie am Dienstagmorgen nicht wie erwartet im Plus. Jedoch konnte sie im Verlauf des Vormittags zulegen. Kurz nach 11 Uhr lag der Kurs 135.50 Franken. Zum Börsenschluss am Vortag hatte der Kurs noch bei 132.80 gelegen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von u.felber, luzern
    Gegen was wettern sie eigentlich genau, Casagrande?
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    1. Antwort von M. Roe, Gwatt
      Felber: Ich ging davon aus, dass Casagrande folgendes meinte: Meist tragen alte Leute ein Hörgerät und bei ihnen kann man am besten "zocken". Die reichen Multis haben uneingeschränkte Chancen Werbung zu machen, die völlig übertriebene Ergebnisse vorgaukeln. Sie müssen ihren Rat nicht, wie ein Hausarzt oder ein Betreuer vor einer alten Person rechtfertigen. Es ist leider zu wenig bekannt, dass die meisten teuren Geräte viel zu teuer sind und dies nicht, weil sie etwa besser sind.
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    2. Antwort von u.felber, luzern
      Naja, wenn das so ist. Das Hörgerät Business dürfte demnach noch ordentlich steigen die nächsten 40 Jahre. Die Jungen haben ja Dauerstöpsel in den Ohren oder stehen abend für abend in der Disco bei 100+ Dezibel. Und intelligenter sind die Jungen auch nicht wirklich, also ja, man kann natürlich immer die Unternehmen für die Dummheit der Menschen anschwärzen, sehr kompetent !
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  • Kommentar von Denise Casagrande, 8444 Henggart
    Das lukrative "Geschäft" mit den "Alten" floriert auf allen Ebenen der Schweizer Wirtschaft, "Sozial- und Gesundheits - Un - Wesen", Politik!! Soviel zu Fairness und Loyalität gegenüber dem VOLK!!!
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  • Kommentar von Denise Casagrande, 8444 Henggart
    Das grosse, skrupellose, egoistische "Geschäft" mit den "Alten"! Regierung, Politk und zuständige Verantwortliche von Behörden/Ämtern und Organisationen, kümmern sich nicht um diesen offensichtlichen Missbrauch! Zu viele profitieren davon! Wo sind da die vielen, scheinheiligen, sozialen, christlichen VOLKS - VertreterInnen? Eher schon Volks- Zer -treterInnen!!
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