Mehr weibliche Kundschaft Sportabteilungen sind keine Männerdomäne mehr

Immer mehr Frauen nehmen an Volksläufen teil – etwa am Frauenlauf in Bern. Von dem Boom profitieren Sportgeschäfte.

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Sportbekleidung für Frauen: Ein boomendes Geschäft

  • Der Laufsport erlebt einen regelrechten Boom, vor allem bei den Frauen. Immer mehr nehmen an Volksläufen teil, auch am Frauenlauf am Sonntag in Bern.
  • Vom Boom profitieren die Sportgeschäfte, weil sie mehr Sportkleider verkaufen können. Doch das ist nicht der einzige Grund, wieso das Geschäft gut läuft.
  • Die Werbung hat die Frau als Zielgruppe entdeckt – und Marken bieten modische Sportbekleidung an, die mittlerweile auch im Alltag getragen wird.

Funktionelle T-Shirts, Trainingshosen, Joggingschuhe: Das alles verkaufe sich immer besser in den letzten Jahren, sagt Christian Gerlach, Einkaufsleiter beim Sportgeschäft Sportxx. «Generell steigt bei uns der Umsatz in Outdoor- und im Runningbereich bei beiden Geschlechtern.» Frauen würden aber stark aufholen: «So dass wir im gesamten Bereich mittlerweile fast einen 50/50-Split haben.»

Das bedeutet: Heute werden ebenso viele Joggingkleider und -schuhe für Frauen verkauft wie für Männer. Noch vor drei Jahren trugen die Frauenkleider und -schuhe nur 45 Prozent zum Umsatz bei. Beim Sportartikelhändler Athleticum klingt es ähnlich: Im Bereich Jogging hätten die Frauen die Männer bald eingeholt. Sie kaufen also bald gleich viel ein. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Frau als Zielgruppe der Sportartikelwerbung

Ganz generell treiben Frauen immer mehr Sport. Eine wichtige Rolle spielen aber auch die Hersteller. Sie bewerben Frauen heute gezielter, sagt Antonio Govetosa, Marketingleiter bei Athleticum: «Man will diesen Markt erschliessen, man will wachsen. Also adressiert man die junge, moderne Frau, die sich viel bewegt, die Fitness als Lifestyle sieht, und nicht nur als sportliche Betätigung.»

Frauen joggen auf der Kirchenfeldbrücke in Bern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Laufsport erlebt einen regelrechten Boom, das zeigt die grosse Anzahl Teilnehmerinnen am Frauenlauf in Bern. Keystone/Archiv

Die Hersteller entwickeln deshalb vermehrt Kollektionen, die speziell auf Frauen zugeschnitten sind, sagt auch Gerlach von Sportxx: «Die Marken bringen modische Aspekte ein, es wird mit Stars gearbeitet, um den Konsum ankurbeln.» Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass die Alltagsmode sportlicher geworden ist.

Eine Jogginghose oder eine Funktionsjacke trägt man heute auch in der Stadt, nicht nur beim Sport. Auch das kurbelt das Geschäft an. Gerade bei den Frauenkleidern ist das Potential noch nicht ausgeschöpft, sagen die Branchenkenner. Das Geschäft mit Sportartikeln für Frauen wird noch weiter wachsen. Denn sich zu bewegen, bleibt wohl noch eine Weile im Trend.