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Legende: Video Unternehmenssteuern sinken abspielen. Laufzeit 01:02 Minuten.
Aus News-Clip vom 02.04.2019.
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Steuerwettbewerb Unternehmenssteuern sinken drastisch

Das Beratungsunternehmen KPMG rechnet mit einer neuen Welle von Unternehmenssteuer-Senkungen.

Geht es um die Standortattraktivität, hat die Schweiz einiges zu bieten: gute Infrastrukturen, Fachkräfte, politische und monetäre Stabilität. Und, was insbesondere für internationale Holding-Gesellschaften von Bedeutung ist: tiefe Steuersätze.

Schweizer Steuerlandschaft im Umbruch

Doch die Privilegien für Holding-Gesellschaften werden international geächtet. In Zukunft dürften deshalb die Unternehmenssteuern in vielen Kantonen weiter sinken. Das zeigt eine Aufstellung der Beratungsfirma KPMG.

Als Vorboten dieser Entwicklung bezeichnet KPMG die beiden Kantone Waadt und Basel-Stadt. Beide haben ihre Gewinnsteuern für Unternehmen bereits auf dieses Jahr gesenkt – und zwar drastisch. Denn diese beiden Kantone wären besonders vom Wegfall der Steuerprivilegien betroffen und wollen dieser Entwicklung zuvorkommen.

In Basel zahlen Unternehmen neu 13 Prozent Gewinnsteuern. Im letzten Jahr waren es noch 22 Prozent. In der Waadt ging der Steuersatz von 21 auf 14 Prozent zurück.

Magische Steuer-Untergrenze von 12 Prozent

Damit belegen die beiden Kantone noch nicht einmal die Spitzenplätze. In Luzern, Ob- und Nidwalden zahlen Unternehmen schon heute weniger.

Über alle Kantone betrachtet zahlen Firmen in der Schweiz derzeit 17 Prozent Gewinnsteuern. Im Vergleich mit dem Ausland ist das für Unternehmen schon jetzt ein äusserst attraktiver Steuersatz. Und sollte mit der Steuerreform weiter sinken.

Nur in Singapur, Hongkong, Katar sowie in Irland und einigen osteuropäischen Ländern verlangt der Fiskus noch weniger. Auf den Kanalinseln, den Bahamas, Dubai, Bahrain und Bermuda zahlen Unternehmen gar keine Steuern.

Legende:
Gewinnsteuersätze im internationalen Vergleich 2019 KPMG

Steuerpolitik umstritten

Dass die Schweiz die Steuern weiter senkt, stösst auch auf Kritik. Die Gegner argumentieren, es sei nicht klar, ob so zusätzliche Unternehmen angezogen werden könnten. Ausserdem entgehen dem Fiskus Steuereinnahmen. Dieses Loch in der Staatskasse könne nur durch Steuererhöhungen bei Privatpersonen oder durch Ausgabenkürzungen beim Staat gestopft werden.

Ein politisches Mittel, das bisher Erfolg versprach, war die Verknüpfung von Sozial- und Fiskalpolitik. Im Kanton Waadt müssen beispielsweise die Unternehmen für die tieferen Steuern mehr Sozialleistungen an die Familien bezahlen. Und auch Basel sieht Entlastungen für den Mittelstand vor.

Inwiefern die Unternehmenssteuer-Senkungen auch in anderen Kantonen kompensiert werden, ist noch nicht überall klar. KPMG rechnet jedoch ab 2020 schon mal mit schweizweit sinkenden Unternehmensgewinnsteuern.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach  (H. Wach)
    Dass die CH in Sachen tiefer Steuern so gut dasteht, haben wir im Wesentlichen auch unserem politischen System zu verdanken. Neutralität u. dir Demokratie haben uns vom 1. u. 2. Weltkrieg u. hohen Steuern verschont. Andererseits haben wir eine kollegiale Konkordanz-Demokratie von rechts-mitte-links, die bis jetzt auch in Steuersachen ein stabiles, ausgewogenes Verhältnis aufweisen. Wo ich grosse Probleme sehe, ist, dass die imperialen Monopolmultis, Staaten mit Steuerdumping ihre Macht ausüben.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Herr Wach die besagte Schweizerische Neutralität und das Verschontbleiben im 30jährigen Krieg von 1914 bis 1945 hat die Schweiz vor allem dadurch 'erreicht, dass sie 'Sachverwalter' so mancher Gelder und Waren aller im Krieg verwickelten Nationen war ... Hohe Steuern, vielleicht ist es Zeit den Begriff der Steuern mal neu zu benennen, denn es sind eigentlich Beiträge an das Gemeinwesen und an unsere täglichen Infrastrukturen ...
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    2. Antwort von H. Wach  (H. Wach)
      AK: Ich schätze Ihre Kommentare. Aber in Sachen Neutralität u. ausl. Raubgut in der Schweiz sehe ich das ganz anders. Am Wiener Kongress 1814/15 wurde die Neutralität der CH aufoktroyiert, weil sich die damaligen Achsenmächte Frankreich, Österreich, Preussen die CH gerne einverleibt hätten. Es war u. ist gut so! Dass die CH ein Hort von Raub-Kapital/Gut der Hitler-Diktatur (u.a.) war hängt mit dem CH-Bankgeheimnis zusammen, das in den 1930er J. wegen dem franz. Fiskus bei uns eingeführt wurde.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    @vonkänel: "Denn wenn die Wirtschaft total frei wäre, würde die physische und psychische Ausbeutung von Arbeitskräften und der Umwelt noch drastischer werden." Herr von Känel sie ist auf dem besten Weg dorthin, Die EU ist da federführend in der Deregulation der Arbeitsmärkte und der Aufdröselung staatlicher Gesetzgebung. Die CH, wir sehen es kommt, ob sie will oder nicht in Zugzwang, von wegen schon einer Classe Politique, die sich zusehr auf eine globalisierte Wirtschaft auszurichten scheint.
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    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Ja, da haben Sie, Frau Kunz, (leider) recht. Es braucht uns Stimmmbürgerinnen und Stimmbürger, um Vorlagen, die mehr soziale Gerechtigkeit fordern, zu unterstützen.
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  • Kommentar von Willi Fetzer  (wi)
    @Herr Ducrey warum wandern Sie dann nicht aus, so wie es uns jeweils angedroht wird, wie es die Firmen machen würden, wenn wir Steuern nicht senken? Es hindert Sie doch niemand dabei,es zu tun wenn es so schlimm ist in der Schweiz!
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