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Wirtschaft Streit um die Führung beim ACS geht weiter

Nach der Suspendierung des Direktors Stefan Holenstein letzte Woche ist beim Automobil Club der Schweiz (ACS) nicht wieder Ruhe eingekehrt. Zentralpräsident Mathias Ammann verliert zusehends an Rückhalt. Am Donnerstag soll eine Delegiertenversammlung stattfinden. Ammann ist bereit, abzutreten.

Michael Gehrken und Mathias Ammann an einer Medienkonferenz.
Legende: Michael Gehrken, Generaldirektor ad interim und Mathias Ammann, Zentralpräsident ACS, wollen die Situation bereinigen. Keystone

Der Streit um die Führung beim Automobil Club der Schweiz (ACS) geht weiter. Mehr als die Hälfte der Sektionen will, wie geplant, am Donnerstag die Delegiertenversammlung (DV) durchführen und dort einen neuen Zentralpräsidenten wählen. Sie liessen es nicht zu, dass «demokratische Grundregeln ausgehebelt werden», teilte stellvertretend die ACS Sektion Zürich mit.

Der Vorstand hatte letzte Woche entschieden, die DV auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Eine Geschäftsprüfungskommission soll zuerst sämtliche im Raum stehende Vorwürfe untersuchen.

Daran hält der Vorstand fest. Die DV sei statutenkonform in den Herbst verschoben worden, heisst es in einer Mitteilung. Ein Hintertürchen lässt die Verbandsspitze dennoch offen: Sollte eine «ausreichende» Anzahl der Sektionen auf eine ausserordentliche Delegiertenversammlung bestehen, werde diese innerhalb der statutarisch gebotenen Frist durchgeführt.

Ammann ist bereit abzutreten

Um wieder Ruhe und Ordnung in den Verband zu bringen, hat das Direktionskomitee des ACS am Dienstag eine Reihe von Sofortmassnahmen eingeleitet. Zentralpräsident Mathias Ammann soll dabei den Verband weiterführen, bis die gegen verschiedene Seiten vorgebrachten Vorwürfe geklärt sind.

Damit stellt er sich nicht mehr dagegen, von seinem Amt zurückzutreten. Angesichts der Intrigen und Machtkämpfe könne er dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht verantworten, wird Ammann in der Mitteilung zitiert. «Es geht jetzt darum, die Situation zu bereinigen und aufzuräumen.»

Damit die ordentlichen Geschäfte ohne grössere Probleme weitergeführt werden können, wurde bis auf weiteres Michael Gehrken als Generaldirektor ad interim eingesetzt. Als langjähriger Direktor des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes ASTAG bringe er das notwendige Know-how mit.

Beteiligte weisen Vorwürfe zurück

Im Machtkampf an der Verbandsspitze war es bereits letzte Woche zum Eklat gekommen: Der ACS entliess per sofort Direktor Stefan Holenstein. In den letzten Tagen und Wochen hätten sich die Hinweise vermehrt, dass Holenstein arbeitsrechtliche Vorschriften nicht eingehalten habe, begründete Präsident Ammann den Schritt.

Unbeschadet ist aber auch Ammann nicht geblieben. Der Präsident der ACS-Sektion Graubünden und die ACS-Sektion Zürich zeigten den Zentralpräsidenten wegen Urkundenfälschung und ungetreuer Geschäftsbesorgung an. Amman wird vorgeworfen, ein rechtswidriges Spesenregelment erlassen zu haben. Holenstein und Ammann weisen die jeweiligen Vorwürfe zurück.

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