Sunrise streicht Stellen – CEO Voncina relativiert

Reorganisation bei Sunrise: Die Einheiten Privat- und Geschäftskunden werden zusammengelegt, die Belegschaft um bis zu 175 Personen verkleinert. Betroffen ist vor allem der Hauptsitz des Telekomanbieters in Zürich-Oerlikon. CEO Libor Voncina spricht lediglich von einer Prozessoptimierung.

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Sunrise baut Stellen ab

0:37 min, aus Tagesschau am Mittag vom 22.9.2015

Sunrise will eine schlankere Struktur. Dies hat Konsequenzen – bis zu 175 Angestellte verlieren ihren Job. Konkret werden von derzeit 1890 Vollzeitstellen bis zu 165 Vollzeitstellen gestrichen, 145 davon in Zürich. Nicht betroffen sind die Mitarbeitenden im Kundenservice und die Verkaufsberater in den Sunrise Shops. Dies teilte die Telekomgesellschaft mit.

Sunrise hat Gespräche mit der Personalvertretung und der Gewerkschaft Syndicom geführt. Für die betroffenen Mitarbeitenden besteht ein Sozialplan.

Gleiche Führung für alle Kundengruppen

Künftig sollen alle Kundengruppen unter einer einzigen Führung betreut werden.

Ausserdem wird der Bereich Operations für Privat- und Geschäftskunden zu einer einzigen Kundenservice-Organisation zusammengelegt.

Dies soll es ermöglichen, «die Leistungen zu verbessern und Synergien bei der Produkt- und Prozessentwicklung sowie Digitalisierung zu erreichen».

Sunrise will die Anpassungen bis zum Ende des dritten Quartals 2015 umsetzen. Das Unternehmen rechnet mit einmaligen Kosten von 21 Millionen Franken, wobei ab Oktober Einsparungen von 5,5 Millionen Franken pro Quartal möglich werden sollen. Die Sunrise-Gruppe, die erst im Februar dieses Jahres an die Börse gegangen war, hatte im zweiten Quartal deutliche Umsatzeinbussen erlitten.

«Dividendenzahlungen bleiben»

Sunrise-CEO Libor Voncina sagt diese strukturelle Änderung sei Teil des Entwicklungsprozesses des Unternehmens. «Das Konsumentenverhalten ändert sich rasant in diesem Business, deshalb müssen wir auch intern unsere Abläufe optimieren.» Die Prozessoptimierung sollte laut dem Slowenen auch in billigeren Preisen für die Kunden resultieren.

Libor Voncina: «Das Konsumentenverhalten ändert sich» (Englisch)

2:49 min, vom 22.9.2015

Obwohl die Sunrise-Aktie seit dem Börsengang im Februar fast einen Drittel verloren hat, werden Dividenden weiterhin ausgeschüttet. «Wir wollen Investoren. Deswegen bleiben die Dividenden.» Ob das ausreicht um weitere Investoren anzulocken? Immerhin stieg der Aktienkurs heute wieder um über 1.2 Prozent. Die Verlierer des Tages sind die 175 Mitarbeitenden, welche ihre Stelle verlieren. Das Management auf der anderen Seite konnte seine Wachstumsversprechen vom Frühjahr nicht einhalten.