Papandreou schliesst zweiten Schuldenschnitt nicht aus

Sein Auftritt am SEF wurde mit Spannung erwartet: Was würde der frühere griechische Premier George Papandreou aus seiner Heimat berichten? Es gebe erste Anzeichen der Entspannung, beteuerte er. In der Realwirtschaft kämen diese aber noch nicht an. Einen weiteren Schuldenschnitt schloss er nicht aus.

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George Papandreou, ehem. Premier Griechenland

4:26 min, vom 7.6.2013

Der frühere griechische Premierminister George Papandreou sieht erste Anzeichen der Entspannung in seiner Heimat. «Die Situation verbessert sich», sagte er in einem Interview mit Schweizer Radio und Fernsehen am SEF in Interlaken. «Wir sehen die ersten Zeichen des Wandels – unter anderem auf dem Anleihemarkt, wo die Zinsen sinken.»

Noch hätten sich diese Vertrauenszeichen aber nicht auf die Realwirtschaft übertragen, räumte er ein. Vor allem die Jugendarbeitslosigkeit sei weiterhin hoch.

Sein grösster Fehler

Papandreou schloss einen weiteren Schuldenschnitt für sein Land nicht aus. Dies sei eine politische Frage. Sei beim ersten Schuldenschnitt vor allem der Privatsektor betroffen gewesen, befände sich der Grossteil der griechischen Schulden nun in öffentlicher Hand. Sie liegen bei Internationalem Währungsfonds, Europäischer  Zentralbank und EU.

Gefragt nach dem grössten Fehler seiner politischen Laufbahn sagte Papandreou, er hätte am Referendum über seine Sparpolitik festhalten sollen. Dieses hatte er auf dem Höhepunkt der Griechenland-Krise 2011 zunächst angekündigt, den Vorschlag dann aber wieder zurückgezogen – auch auf massiven internationalen Druck hin. «Ein Referendum hätte das Sparpaket legitimiert.»