Zum Inhalt springen
Inhalt

Wirtschaft Swissair: Klage gegen Führungsriege ist vom Tisch

Die ehemalige Konzernleitung der Swissair muss sich nicht wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht verantworten. Nachdem eine entsprechende Klage am Zürcher Handelsgericht abgeblitzt ist, wird sie vom Kläger, dem Liquidator der SAir Group AG, nicht ans Bundesgericht weitergezogen.

Das Swissair-Firmenlogo.
Legende: Die Klage gegen die ehemalige Führungsriege der Swissair ist definitiv vom Tisch. Keystone

Karl Wüthrich wollte die einstige Führungsriege der Swissair wegen der Beteiligung an der französischen Fluggesellschaft Air Littoral belangen. Der Liquidator der SAir Group AG hatte damit allerdings keinen Erfolg. Anfang Februar wies das Zürcher Handelsgericht seine Klage ab.

Laut Angaben des Bundesgerichtes ist dieser Entscheid in der Folge nicht angefochten worden. Die Klage gegen die ehemalige Swissair-Führung ist damit definitiv vom Tisch.

Umstrittene Beteiligung vor 17 Jahren

Die umstrittene Akquisition fand im September 1998 statt: Die Swissair zahlte damals 124 Millionen Franken für die Regionalfluggesellschaft Air Littoral, um diese als Zulieferer am Drehkreuz Zürich zu nutzen.

Für Wüthrich stand fest, dass die Führungsriege damit ihre Sorgfaltspflicht verletzte. Ihm zufolge sei die Air Littoral ein «wertloses Sanierungsobjekt» gewesen. Die Konzernleitung habe mit diesem Kauf die damalige Swissair geschädigt.

Zwar riskant, aber vertretbar

Das Zürcher Handelsgericht kam zu einem anderen Schluss. Aus ihrer Warte sei der Kauf zwar «eher teuer» und «nicht ohne Risiko», rückblickend aber vertretbar und plausibel gewesen. Insofern könne der Unternehmensführung keine Verletzung der Sorgfaltspflicht vorgeworfen werden.

Die insgesamt 18 verklagten Verwaltungsräte und zwei Konzernmitglieder erhalten nun, da die Klage nicht weitergezogen worden ist, je rund 200'000 Franken aus der Liquidationsmasse – als Entschädigung für den Anwalt. In Konsequenz wird das, was von der Swissair übrigblieb, um insgesamt 24 Millionen Franken geschmälert.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Urs Baumann, 4123 Allschwil
    der Zürcher Freisinn läutete damit seinen Untergang ein, besonders erinnere ich mich noch an Spörri. Dieser Frau wo knallhart war gegen jede soziale Verbesserung für Menschen die nicht auf der Sonnenseite des Lebens standen. Sie war eine der Schuldigen die diese so stolze Flugesellschaft ruinierten und Millionen in den Sand setzten, niemals wurde jemand wurde zur Rechenschaft gezogen
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die UBS rettete man mit 60 Milliarden, aber für die Swissair war nur schon eine Million zuviel. Schande für das Land mit der einst berühmtesten Airline. Die Schuldigen Opel, Spoerri & Co. liess man laufen. Bluten mussten die Büezer in der Kabine, im Cockpit, an den Schaltern etc - as usual!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von markus tanner, winterthur
      der Untergang wurde auch von denjenigen eingeleitet, die wegen 20.00 Differenz über London oder Frankfurt fliegen, mit ihren fetten SUV's auf dem Parkplatz von Aldi stehen, am Samstag 100 km fahren um in Konstanz einkaufen und sich dann wunden, wenn Sie plötzlich auf der Straße stehen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Paul Moser, Genf
    So wird einmal mehr sehr deutlich, was die immer wieder ins Feld geführte "hohe Verantwortung" bedeutet, die das Management zu tragen hat und darum mit sehr hohen Salären abgegolten werden muss.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Es ist ein Graus: Die grossen Firmenkiller lässt man frei herumlaufen und das Leben geniessen. Sie können sich überall ungezwungen bewegen. Hingegen müssen sogar Angestellt einer Schweizer Gross- oder Kantonalbank bei einer Reise in die USA riskieren, dass sie dort "päckled" und inhaftiert werden (FATCA grüsst!).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen