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Stromversorgung in der Schweiz Swissgrid-Netz erreicht Belastungsgrenze

Legende: Audio Von Swissgrid ist ein grosser Spagat gefordert abspielen. Laufzeit 3:02 Minuten.
3:02 min, aus Rendez-vous vom 06.04.2017.
  • Für die nationale Stromnetzgesellschaft Swissgrid wird es immer anspruchsvoller, das Übertragungsnetz sicher zu betreiben.
  • Hohe Stromtransite durch die Schweiz, ungeplante Lastflüsse und beschränkte Grenzkapazitäten brächten die Netzinfrastruktur an ihre Belastungsgrenze, teilte Swissgrid mit. Hinzu komme auch eine steigende Importabhängigkeit.
  • Aufgrund der Kältewelle und wegen Ausfällen von französischen Kernkraftwerken sei vor allem der Winter 2016/2017 herausfordernd gewesen. So sei eine erhöhte Koordination mit den benachbarten Übertragungsnetzbetreibern nötig gewesen.
  • Die Stromnetzbetreiberin hat im vergangenen Jahr aber noch mehr verdient als 2015. Der Betriebsgewinn betrug 158 Millionen Franken, 3 Prozent mehr als im Jahr davor.

Verantwortlich fürs Höchstspannungsnetz

Swissgrid ist die nationale Stromnetz-Gesellschaft und als Eigentümerin für den Betrieb sowie den Unterhalt, die Erneuerung und den Ausbau des Schweizer Höchstspannungsnetzes verantwortlich. An den Standorten in Frick, Laufenburg, Uznach, Landquart, Ostermundigen, Prilly und Castione beschäftigt Swissgrid über 450 Mitarbeitende. Verschiedene Schweizer Elektrizitätsunternehmen halten gemeinsam die Mehrheit des Aktienkapitals von Swissgrid.

Swissgrid bezeichnet die Netzsituation in der Schweiz in den vergangenen zwölf Monaten als grundsätzlich stabil. Die zur Verfügung stehende Netto-Importkapazität sei maximiert worden. In diesem Winter sei sie deutlich höher gewesen als im vergangenen Jahr.

Einsprachen gegen neue Leitungen

Da das Schweizer Höchstspannungsnetz allerdings an der Belastungsgrenze operiere, müssten bestehende Engpässe Übertragungsnetz dringend beseitigt werden, mahnte Swissgrid-Chef Yves Zumwald vor den Medien in Zürich.

Zwar habe man habe 2016 durchaus Fortschritte bei Verfahren erzielt und auch Baubewilligungen erhalten. Dennoch sei die Umsetzung der Netzbauprojekte in Verzug. Wichtige Ausbauvorhaben seien durch langwierige Verfahren und Einsprachen verzögert oder gar blockiert.

In der Theorie soll der Bau einer Leitung 14 Jahre andauern, aber in der Realität dauere es viel länger, so Zumwald. Als Beispiel nannte er das Projekt Chamoson-Chippis, dessen Anfänge bereits auf das Jahr 1986 zurückgehen: Die Freileitung sei wegen Einsprachen seit Jahren sistiert. Zumwald betonte, die geplante Energiestrategie 2050 sei nur umsetzbar, «wenn wir die Netzinfrastruktur haben».

Die Strom- (Halb)insel Schweiz

Ein grosses Problem für Swissgrid ist die Isolation der Schweiz vom europäischen Strommarkt: Weil das Stromabkommen mit der EU nicht vorankommt, ist die Schweiz hier nicht voll eingebunden. «Die Schweizer Erzeuger können nicht an allen Möglichkeiten des europäischen Stromnetzes teilhaben», sagt Yves Zumwald, Chef von Swissgrid.
Wenn sich kurzfristig die Sonne vor Photovoltaikanlagen in Spanien schiebt, könnten Schweizer Wasserkraftwerke einspringen und das gesamteuropäische Netz stabilisieren. Doch dazu müsste die Schweiz vollständig in den europäischen Strommarkt eingebunden sein. Jetzt sei es so, dass die Schweiz der technischen Entwicklung in Europa hinterherhinke und bei jeder Weiterentwicklung spezielle Lösungen erarbeiten müsse, sagt Zumwald. Denn rein physisch ist das Schweizer Stromnetz sehr wohl mit dem europäischen gekoppelt und deshalb auch von Schwankungen betroffen: Insgesamt 41 Leitungen verbinden die Schweiz mit den benachbarten Stromnetzen.
Schwankungen im Netz werden hierzulande durch schnelles Hoch- oder Runterfahren von Kraftwerken ausgeglichen. Das sei aber nicht effizient, betont Zumwald: «Wir haben derzeit eine loose-loose-Situation mit Europa.» Die Schweiz könne die grosse Flexibilität ihrer Speicher-Wasserkraftwerke nicht voll nutzen, und auch die EU-Länder verlören dadurch volkswirtschaftlich rund 100 Millionen Euro pro Jahr. Um diese unbefriedigende Situation zu beenden, müsste die Schweiz ein Stromabkommen mit der EU abschliessen, nur so hätte sie vollen Marktzugang. Doch dazu müssten sich die EU und die Schweiz zuerst grundsätzlich mit einem Rahmenabkommen näher kommen.(Klaus Ammann)

Wegen der Modernisierung des Übertragungsnetzes rechnet Swissgrid für 2017 mit einem ähnlichen Investitionsvolumen wie 2016, das gut 212 Millionen Franken betrug. Zudem sollen 2017 sollen die Effizienzsteigerung und die Kostensenkung weiter vorangetrieben werden.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von ruedi hug (ruedihug)
    Wann werden endlich zukunftsorientierte Stromleitungen gebaut: 1. Gleichstrom ist viel weniger verlustreich und 2. Die Leitungen gehören unter den Boden!!!!!
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Die Schweiz kommt mit dem massivem Bevölkerungswachstum langsam aber sicher an ihre Grenzen! Beim Strom, Wasser, Verkehr, Bildung, Gesundheitswesen und zuletzt auch bei der Betreuung der Alten. Ein derartiges Bevölkerungswachstum erhöht sicherlich das BIP und das Einkommen einer gewissen Bevölkerungsschicht, vermindert aber die Lebensqualität vieler Menschen täglich; siehe Stau, Luftqualität, Wohnungspreise, fehlende Freiräume, überfüllte Züge….Ausserdem war es kein strenger Winter!!
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  • Kommentar von B Näf (uluru)
    legt die leitungen in den boden und das problem mit einsprachen ist weg. wie früher klappt nicht mehr, umdenken ist angesagt.
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