Syna und Unia werfen dem Baumeisterverband Vertragsbruch vor

Im Streit um den Ende Jahr auslaufenden Gesamtarbeitsvertrag im Baugewerbe drohen die Gewerkschaften mit Streik. Unia und Syna werfen dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) Vertragsbruch vor. Dieser weist die Vorwürfe zurück.

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Gewerkschaften und Baumeisterverband streiten über Frühpension...

1:20 min, aus Tagesschau am Mittag vom 29.9.2015

Die Baumeister verweigerten Verhandlungen und griffen die Rente mit 60 an, schreiben Unia und Syna in einer gemeinsamen Mitteilung vom Dienstag. Im geltenden Landesmantelvertrag (LMV) habe sich der Baumeisterverband verpflichtet, bis Ende September Lohnverhandlungen zu führen. Jetzt verweigere der SBV erneut Verhandlungen und begehe damit Vertragsbruch am Landesmantelvertrag.

Für die Gewerkschaften sei damit die Friedenspflicht hinfällig. Umfragen von Unia und Syna bei den Bauarbeitern hätten ein klares Resultat ergeben: Sie wollten Verhandlungen und keine blosse Verlängerung des Ende Jahr auslaufenden Landesmantelvertrags.

Baumeisterverband dementiert

Auf den Baustellen steht somit ein heisser Herbst bevor. «Die Bauarbeiter werden für die Rente mit 60 und für ihren Vertrag kämpfen und wenn nötig auch streiken», heisst es im Communiqué.

Der Baumeisterverband dementiert die Vorwürfe der Gewerkschaften. Auf Anfrage der Tagesschau erklärt der Verband: «Wir haben der Unia bereits im Juni eine Verlängerung des Landesmantelvertrags angeboten.» Das Angebot gelte weiterhin, denn man wolle einen vertragslosen Zustand ab 1. Januar 2016 vermeiden. Zudem sei der SBV bereits mit den Gewerkschaften am verhandeln und auch das Rentenalter 60 soll beibehalten werden.