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Wirtschaft Unternehmensberater in der Schweiz gefragt wie noch nie

Die Wirtschaft stagniert, die Unsicherheit wächst. Eine Folge: In den Büros und Firmenetagen tummeln sich immer mehr Unternehmensberater, die den gewinnbringenden Weg aufzeigen sollen.

Legende: Video Die Unternehmensberatungs-Branche boomt. abspielen. Laufzeit 01:16 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 28.06.2016.

Margendruck, Stellenabbau, Umstrukturierungen – es sind schwierige Zeiten, welche die Schweizer Wirtschaft zurzeit durchläuft. Eine Branche aber profitiert gerade von diesen Turbulenzen: die Unternehmensberatungen. Laut ihrem Berufsverband Asco betrug der Umsatz der Unternehmensberater im letzten Jahr 1,78 Milliarden Franken – das ist ein Plus von 14 Prozent gegenüber 2014.

Legende: Video André C. Wohlgemuth zum Boom in der Unternehmensberatung abspielen. Laufzeit 02:44 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.06.2016.

Komplexe wirtschaftliche Herausforderungen

«Viele Firmen müssen ihre Geschäftsmodelle den komplexen wirtschaftlichen Herausforderungen, wie dem digitalen Wandel, anpassen. Das hat einen grossen Beratungsbedarf ausgelöst», erklärt André Wohlgemuth, Wirtschaftsprofessor an der Universität Zürich den Berater-Boom. Wohlgemuth ist selbst auch beratend tätig un hat die Berater-Zahlen erhoben.

Auch der Frankenschock sei ein wichtiger Treiber: «Seit einem Jahr nehmen neben der Finanzindustrie auch traditionelle Branchen wie die Maschienenindustrie verstärkt Beratungsdiensleistungen in Anspruch. Hier stellen sich grundlegende Fragen: Inwieweit kann man noch in der Schweiz produzieren? Welche Bereiche muss man auslagern?»

Ein Drittel mehr Berater innert 5 Jahren

Viel Arbeit also für Beratungsfirmen wie KPMG, McKinsey, Boston Consulting Group oder PWC. Ensprechend hat sich auch die Anzahl Berater massiv erhöht: Ende 2015 arbeiteten 5190 Unternehmensberater in der Schweiz, 36 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren.

Legende:
Anzahl Unternehmensberater in der Schweiz ASCO

Kehrseite der Medaille

Der Anstieg wird auch in Zukunft weitergehen, ist Gebi Küng, Präsident beim Berufsverband Schweizer Unternehmensberater Asco überzeugt: «Gerade weil es auch in Zukunft noch viel Veränderungen geben wird – denken Sie an den Brexit, die Währungsturbulenzen oder die Digitalisierung – brauchen die Unternehmen Unterstützung, um diesen Wandel zu bewältigen.»

Bei aller Zuversicht beim Berufsverband: Der Beratungs-Boom hat auch eine Kehrseite. Denn bei vielen Unternehmen geht es derzeit darum, mit Hilfe von Beratern Kosten zu reduzieren, die Effizienz zu steigern und Personal abzubauen oder zu verlagern. Die Folge: Füllen sich die Auftragsbücher der Unternehmensberater, bangen in der Regel die Mitarbeiter vieler Betriebe um ihre Jobs.

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