Urteil gegen Verschlüsselung von iPhones

Im Streit mit den US-Behörden um die Entschlüsselung von iPhones hat Apple einen Rückschlag erlitten. Ein US-Richter wies den Konzern an, ein Smartphone eines mutmasslichen Bandenmitglieds in einem Straffall zu entsperren.

Ein iPhone SE in weiss auf einem Tisch, im Hintergrund drei Personen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Ermittler wollten über ein älteres iPhone herausfinden, ob die San-Bernardino-Attentäter in Kontakt zum IS standen. Keystone

Apple müsse die Behörden bei der Auslesung eines Smartphones eines mutmasslichen Bandenmitglieds unterstützen und Zugang zu den Inhalten gewähren, urteilte ein Richter in Boston im US-Staat Massachusetts.

Der US-Konzern hatte sich bislang geweigert. Der Streit um die iPhone-Entschlüsselung hatte sich an der Aufklärung des Anschlags im kalifornischen San Bernardino, bei dem 14 Menschen ums Leben kamen, entzündet.

Das Justizministerium wollte Apple in dem Fall per Gerichtsurteil zwingen, eine neue Software zu schreiben, um den Passwortschutz auszuhebeln. Nach wochenlangem Schlagabtausch nahmen die Strafverfolger die Klage aber zurück, da die Bundespolizei FBI das Smartphone ohne Hilfe von Apple entsperren konnte. Bei den neuen iPhones funktioniere die angewandte Methode jedoch nicht, teilte das FBI mit.