Vatikanbank veröffentlicht erstmals Zahlen

Die von Skandalen geprägte Vatikanbank hat zum ersten Mal Einblick in ihre Bücher gewährt. Ihr Gewinn vervierfachte sich im letzten Jahr. Davon profitierte vor allem der Vatikan.

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Bildlegende: Das verschwiegene Institut der Vatikanbank soll unter dem neuen Chef Ernst von Freyberg transparenter werden. Keystone

Die Vatikanbank trägt den offiziellen Titel Istituto per le Opere di Religione (IOR/Institut für die religiösen Werke), ihr Sitz liegt im Vatikanstaat. Das Geldinstitut des Heiligen Stuhls stand in letzter Zeit wiederholt durch Skandale und den Vorwurf der Geldwäscherei in den Schlagzeilen. Anfang Juli 2013 traten ausserdem zwei Top-Manager zurück.

Gewinn steigt markant

Von den schlechten Nachrichten ablenken soll nun der erstmals nach 125 Jahren veröffentlichte Jahresabschluss. Er steht im Zeichen der vom Vatikan angeordneten Transparenzoffensive. Die Bank konnte ihren Reingewinn im vergangenen Jahr vervierfachen. Er stieg auf 86,6 Millionen Euro an. Davon flossen 54,7 Millionen in den Haushalt des Vatikans. Die Bank profitierte vor allem von der guten Entwicklung der Staatsanleihen.

Die Transparenz kostet

Für das kommende Jahr ist die Bank allerdings etwas zurückhaltender. Sie verweist auf die hohen Ausgaben für den Transparenzprozess, die den Gewinn schmälern werden. «Mit der Veröffentlichung unserer Bilanz kommen wir der Verpflichtung nach, Transparenz über unsere Aktivitäten herzustellen», sagte Präsident Ernst von Freyberg.

Er versucht seit seinem Amtsantritt im März, die Bank aus den Schlagzeilen zu bringen. So werden derzeit alle Konten überprüft und der Kampf gegen Geldwäscherei intensiviert. Die Bank überprüft zudem ihre Kunden und schliesst nicht mehr aktive Konten. Damit sank die Anzahl Kunden um einige tausend auf rund 18‘900.