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Wachstum von 6,6 Prozent China wächst langsamer

Legende: Audio Gebremstes Wachstum China abspielen. Laufzeit 01:01 Minuten.
01:01 min, aus SRF 4 News aktuell vom 21.01.2019.
  • Chinas Wirtschaft ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent gewachsen – so langsam wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr.
  • Dies geht aus den Daten des Nationalen Statistikamts hervor, die am Montag veröffentlicht worden sind.
  • Das Quartalswachstum fiel Ende 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar auf nur noch 6,4 Prozent.

Die Weltbank und Experten rechnen damit, dass das Wachstum für das angelaufene Jahr unter 6,5 Prozent fallen wird. Wie stark die Marke unterschritten wird, hängt davon ab, ob der Handelskonflikt mit den USA noch weiter eskaliert oder eine Einigung gefunden werden kann.

Legende:
Chinesisches Wirtschaftswachstum BIP-Wachstum in Prozent von 1999 bis 2018 Weltbank

Chinas Wachstum ist den neuen Zahlen zufolge so langsam wie seit 1990 nicht mehr. Es lag 2018 aber noch knapp über der amtlichen Zielvorgabe von 6,5 Prozent für das Gesamtjahr.

Die neue «Gemütlichkeit» in China

SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart relativiert die neuesten Zahlen zum chinesischen Wirtschaftswachstum. «Das ist keine genaue Wissenschaft, obwohl die Zahl nach dem Komma jeweils so etwas vorgaukelt.»

Die Zahlen würden fast immer im Nachhinein revidiert, wenn die Statistiker vollständigere Datenreihen hätten. Aber: «Die Zahlen geben einen Trend an», sagt Jacquemart. Im Fall von China würden die Zeiten des zweistelligen Wirtschaftswachstums vorbei sein: «Jetzt geht es gemütlicher zu und her.»

Überraschend gut lief es dann aber zum Jahresschluss in China: Im Monat Dezember produzierte die chinesische Industrie mehr Güter als im Dezember 2017. Und auch die Konsumenten waren kauffreudiger als ein Jahr zuvor. Damit hatten Beobachter nicht gerechnet.

Investitions- und Konsumfreude sinkt

Nicht nur der Handelskrieg bremst die Wirtschaft. Experten verweisen auch auf den Kampf gegen das ausufernde Kreditwachstum und andere Faktoren. «Die Stimmungslage im Land hat sich grundsätzlich verändert», sagt Max Zenglein, Leiter des Programms Wirtschaft beim China-Institut Merics. Das mache sich sowohl in einer grösseren Zurückhaltung aufseiten der Konsumenten als auch aufseiten privater Unternehmen bemerkbar, die weniger investierten.

Die chinesische Wirtschaft ist für die Weltwirtschaft enorm wichtig geworden: Rund ein Drittel des Weltwirtschaftswachstums ist mittlerweile der Konjunktur Chinas geschuldet. Für Konzerne wie Apple oder auch die deutsche Autoindustrie ist China der wichtigste Absatzmarkt.

Legende: Video Chinas Wachstum kühlt sich ab (Hafen von Shanghai) abspielen. Laufzeit 00:39 Minuten.
Aus News-Clip vom 21.01.2019.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Bendicht Häberli (bendicht.haeberli)
    Trump sei dank!!
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    "Chinas Wirtschaft" + "gemütlich" passen nicht zusammen. Das ist wie eine Faust auf's Auge. Alle Chinesen, die irgendwie von der Wirtschaft erfasst sind, sind eher Automaten als gemütliche Menschen. Auf dem Land, gibt es noch die "Menschen" mit ihrer ursprünglichen netten + "gemütlichen" Lebensfreude. Wenn China so weiter macht, sterben auch diese letzten Exemplare aus! Dann gibt es nur noch die "hirngewaschenen" die sich am liebsten in einen "Ameisenhaufen" im Hochhaus einer Stadt niederlassen.
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  • Kommentar von Bruno Vogt (bru.vogt)
    Im Gegensatz zum Westen wo die Hochfinanz einen gänzlich deregulierten Finanzplatz geschaffen haben, um sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern, hat die chinesische Regierung noch viel mehr Kontrolle über die Kreditvergabe und das Bankenwesen. Bereits in den 90er Jahren wurde die Kreditvergabe auf Geheiss Pekings zurückgefahren, um die damals starke Inflation einzudämmen. Ein so hohes Wachstum wie bisher wird man in China nicht mehr erleben aber unkontrolliert passiert dies alles nicht.
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